Geparden im Iran
April 8, 2007 at 5:26 Uhr nachmittags | In Gesellschaft, Middle East, Videos, Vom Klima, Without Clash | No Comments
Kein Zweifel: Das im Berliner Zoo geborene Eisbärbaby Knut kam, sah und siegte. Mittlerweile eroberte der kleine Kerl sogar die New York Times, die International Herald Tribune zeigte eine Slideshow mit besonders gelungenen Bildern. Schade, dass er nicht so klein bleibt! Auch unter den günstigsten Umständen, auch unter Anbetracht dessen, dass angeblich bereits sein Vater Lars ein besonders freundlicher Bär war, muss damit gerechnet werden, dass Knut in spätestens drei Jahren statt einem kleinen plüschigen Knuddelbär als großer kräftiger und hungriger Bär Riesenportionen Fleisch in sich hineinschlingt.

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Es gibt aber eine Art von Raubtieren, die, wenn sie vom Menschen aufgezogen werden, freundlich und zahm bleiben. Man kann sie sogar an der Leine führen. Bereits in einer der ältesten Hochkulturen der Welt, im Ägypten der Pharaonenzeit wurden Geparden sogar als Gefährten der Menschen gehalten und als Gehilfen für die Jagd eingesetzt. Auch für gute Fotografen bedeutet es eine Herausforderung, die Schönheit und Grazie dieser beeindruckenden Raubkatze in statische Bilder zu bannen. Erst eine Filmaufnahme zeigt, wie geschickt und geschmeidig sich diese Tiere bewegen:
Obwohl die Geparden die schnellsten Tiere der Welt sind – sie erreichen im Sprint bis zu 60 Meilen in der Stunde - sind diese Großkatzen vom Aussterben bedroht. Obwohl ihre Anzahl in freier Wildbahn schon lange rückläufig ist, rief erst jetzt ihr Schwinden Tierschützer auf den Plan, um doch noch zu retten, was zu retten ist. Ausgerechnet auf Links der US-Militärbeobachtungsstelle von John Pike, die über Militärlager und besorgniserregende Mittel erfreulich sachlich und korrekt Auskunft gibt, fand ich ein Werbebanner, das angeklickt zur Homepage des Cheetah Conservation Foundführt, auf dem sich viele Informationen über diese wunderschöne Raubkatze ebenso wie Bilder und weiterführende Links befinden.
Da ich eigentlich in erster Linie über den Iran bzw. über alles, was mit dem jetzigen Konflikt um dieses Land zusammenhängt, recherchiere, interessierte ich mich natürlich dafür, ob es vielleicht im Iran noch Geparden gibt, denn früher waren diese Tiere nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien weit verbreitet. Es gibt sie! Nachdem ihre Anzahl während der Regierungszeit der Schahdynastie und in den ersten Jahren der Mullahregierung besorgniserregend bis auf wenige hundert Tiere zurückging, wurden die Geparden jetzt durch eine eigene Organisation, durch die Iranian Cheetah Society (ICS) unter Naturschutz gestellt.

Die Nachzucht der Geparden in der Gefangenschaft gestaltet sich sehr schwierig. Trotzdem bemühen sich moderne Zoos, die Tiere so gut wie möglich zu halten und legen Wert auf Nachzucht. Auf folgendem Videoclip zeigt eine Pflegerin im Zoo in San Diego, wie ein zahmer Gepard an der Leine aus einem Futternapf genauso frisst wie ein Hund und hält dabei für interessierte Zuseher einen Vortrag.
Um diesen Tieren auch in Gefangenschaft genug Bewegung zu verschaffen, dürfen die Geparden in San Diego sogar auf eine extra angelegte Rennbahn. Fast zu schnell, um mit bloßen Augen den Tieren zu folgen, jagen sie rasant die imaginäre Beute.
Und doch! Überall sind Zäune! So wünschenswert und sympathisch es auch ist, dass in den großen Zoos immer mehr Wert auf die Erhaltung seltener und vom Aussterben bedrohter Tierarten gelegt wird, sollte doch nicht vergessen werden, dass es zu den Aufgaben der Gesellschaft gehört oder zumindest gehören sollte, diese in freier Natur zu schützen.
Im Iran, einem Land, das jetzt als “Rough Nation” international am Pranger steht, wurde der „Artenschutz“ in der Verfassung mit folgenden Zeilen festgelegt:
Article 50 of the Constitution of the Islamic Republic of Iran states: In the Islamic Republic of Iran the protection of the environment on which the present and future generation must lead an ever improving community life, is a public obligation, therefore, all economic activities or otherwise, which may necessitate to pollution or damage to the environment is forbidden (Quelle).
An dieser Stelle sollten doch ein paar freundliche Worte darüber angebracht sein, dass das „Mullahregime“ um die Erhaltung eines der schönsten Tiere der Welt, um die Erhaltung der Geparden in freier Wildbahn bemüht ist.

Zusatzinformation: Big Cats, Cheeta Cub Photogallery
Bilder: Gepardenjunges, Gepardin mit Jungen, ICS-Logo, Aufmerksame Gepardin
This moment on earth
April 6, 2007 at 12:58 Uhr vormittags | In Democrats, Gesellschaft, Publikationen, Vom Klima, Without Clash | No CommentsWie verlangt man von einem Mann, dass er der Letzte ist, der für einen Fehler sterben muss?
Mit diesem Satz wurde John Kerry berühmt. Nicht nur in Amerika, sondern auf der ganzen Welt trauerten seine Fans, als er sich bei den US-Präsidentschaftwahlen im Jahr 2004 knapp gegen G.W.B. geschlagen geben musste. Nicht nur er persönlich (siehe auch engl. Wiki), sondern auch seine Frau Theresa Heinz Kerry (siehe auch engl. Wiki) verfügen über ausgezeichnete Qualifikationen.
Sieht man ein wenig näher hin, dann kann man sich nur noch an den Kopf greifen, wie es nur geschehen konnte, dass Senator John Kerry 2004 die US-Präsidentschafswahlen gegen G.W.B. verloren hat. Dieses Missgeschick hatte in erster Linie Ursachen, die innerhalb der Ausrichtung der demokratischen Partei lagen: Die “Demokraten” vertraten die Zustimmung zur Fristenlösung. Während aber z.B. in Österreich Abtreibungen lediglich innerhalb der ersten drei Monate erlaubt sind, gestatteten manche US-Bundesländer Abtreibungen bis kurz vor der Geburt, sodass sogar bereits außerhalb des Mutterleibes lebensfähige Kinder abgetrieben wurden. Unter Präsident Bill Clinton waren Homosexuellen-Ehen gestattet. Ebenso wurde die “Stammzellenforschung” während seiner Regierungszeit gefördert. Senator John Kerry selbst war geschieden und wiederverheiratet. Dies alles zusammen gefiel den christlichen Kirchen überhaupt nicht.
Nicht alle waren mit der Durchführung der letzten US-Präsidentschaftswahlen einverstanden und äußerten Kritik an den elektronischen Wahlmaschinen (siehe Posting). Insgesamt könnte Senator John Kerry auch daran gescheitert sein, dass im Alltag für die Staatsbürger in den USA lediglich die Möglichkeiten, die Innenpolitik in den voneinander relativ unabhängigen Bundesstaaten mitzugestalten, interessant sind, während die Außenpolitik ebenso wie die Präsidentschaftswahlen in hohem Ausmaß an ihnen vorbeigeht. Ein sehr guten Beitrag zur Gestaltung der US-Verwaltung findet sich auf dem informativen Weblog USA erklärt von Scot W. Stevenson.
Senator John Kerry wurde im Wahlkampf gegen G.W.B. immer wieder wechselhafte Stellungnahmen vorgeworfen. Immer wieder wurde ihm vorgehalten, er wäre ja anfänglich auch dem Irak-Krieg zugestimmt. Dabei muss man aber bedenken, dass, wenn militärische Lösungen erwogen werden, immer verschiedene Ansätze im Gespräch sind. Eine Möglichkeit wäre gewesen, nach der Entmachtung von Saddam Hussein mit verbliebenen Strukturen der Baath-Partei weiterzuarbeiten, um dem Land so schnell wie möglich Sicherheit und Ordnung zu geben. Niemand kann außerdem leugnen, dass während und nach dem Irakkrieg schwere Fehler gemacht wurden.
Obwohl ich persönlich die Meinung vertrete, dass Kriegserklärungen überhaupt vermieden werden sollten, da niemand alle Eventualitäten und Risiken vorhersehen kann, war die damalige Entscheidung von Senator John Kerry, ebenfalls für den Krieg zu stimmen, nicht ganz unverständlich, da die Bevölkerung des Irak durch die UNO-Sanktionen sehr litt und Saddam Hussein ein ebenso grausamer und unberechenbarer Despot war.
Manche bezweifelten sogar seine Aufrichtigkeit als Friedensaktivist nach den Vietnamkriegen. Zugegeben, er überlegte zunächst sorgfältig, ob sich ein Auftreten gegen den Vietnamkrieg mit einer Karriere vereinbaren ließ. Er warf niemals seine eigenen Medaillen über den Zaun und übernachtete auch nicht im Freien bei anderen Demonstranten, sondern ließ es sich gut gehen.
Wenn auch zu spät, um 2004 die Präsidentschaftswahlen in den USA zu gewinnen, konnte Senator John Kerry doch beweisen, dass bei der Swift Boat Affäre, in der eine Gruppe von Kriegsveteranen seinen ehrenhaften Einsatz im Vietnamkrieg in Frage gestellt hatte, Bestechung mit im Spiel war.
Obwohl sich John Kerry mit der undankbaren Rolle des Verlierers abfinden musste, bemühte er sich weiterhin ein und setzte zahlreiche Initiativen. Bärenfreunde können sich darüber freuen, dass er sich bemüht, Eisbären auf die Liste der bedrohten Tiere zu setzen (5.3.2007, Vorschlag, Eisbären als bedrohte Art einzustufen). Immer wieder protestierte er so gut wie möglich gegen Folter und Menschenrechtsverletzungen. Manchmal, wenn ich auf entlegenen Websites surfte, fand ich seinen Namen und die Bestätigung dafür, dass er auch nach seiner Niederlage bei den Wahlen um verbesserte Beziehungen zu anderen Ländern bemüht war.
Wie alle anderen westlichen Politiker zeigt Senator John Kerry natürlich auch Interesse daran, dass der Iran die umstrittene Urananreicherung einstellt. Aber wie sehr seine Einstellung dem Iran gegenüber von der der Bush-Regierung abweicht, zeigt seine Rede beim CFR (8.12.2005, Real Security in a Post-9/11 World) ebenso wie ein langer Eintrag einer Co-Autorin auf seinem Weblog (28,2.2007, Dialog mit dem Iran, Violet Bliss Dietz).
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Obwohl er im Prinzip um gute Umgangsformen bemüht war, entschlüpfte ihm letztendlich eine deftige Bemerkung, mit der er bei den patriotische gesinnten Amerikanern ordentlich ins Fettnäpfchen trat:
Studiert hart und bildet euch – dann wird es gut für euch laufen. Tut ihr das nicht, sitzt ihr irgendwann im Irak fest.”
Dieser Eklat führte dazu, dass Senator John Kerry am 24.1.2007 bekanntgab, dass er für die Präsidentschaftswahlen 2008 nicht mehr kandidieren wird.
Das ist insgesamt sehr schade. Gerade dadurch, dass er insgesamt eher überlegt und pragmatisch als impulsiv und fanatisch versuchte, seine Standpunkte zu vertreten, erreichte er insgesamt sehr viel und machte insgesamt als fleißiger und tüchtiger Politiker und Staatsanwalt Karriere.
Mit ihm geht ein sehr, sehr guter Mann, einer, der sicher unbequem war, kein Ja-Sager und Schönredner, sondern jemand, der auch dann ehrliche Worte sagte, wenn momentan der Beifall dafür ausblieb. In den deutschen Medien hört man wenig davon, dass er sowohl zum Thema Terrorismus als über Lösungsstrategien bezugnehmend auf Alternativenergien und Klimaschutz sehr interessante Veröffentlichungen verfasst hat. Da Senator John Kerry auch mit der Aufdeckung der Iran-Contra-Affäre befasst und insgesamt sehr umsichtig war, geht er weniger vom Problembereich Islam aus, sondern er sieht auch, dass zusätzlich kriminelle Organisationen aus verschiedenen Bereichen und Ländern gefährlich werden könnten bzw. dass Selbstkritik nicht schlecht ist. Anstatt, was die drohende Klimaerwärmung betrifft, Angst zu machen, bemüht er sich mit seiner Frau Theresa Heinz Kerry darum, gute Ansätze zu sammeln und Wege zu finden, um Energie zu sparen.
Gesetzt den Fall, dass der Westen, dass die USA die “Weltherrschaft” anstreben, dann sollte dies im Sinn von “global governance” geschehen, um nach möglichst guten Lösungen zu suchen und nicht durch brutalen Militarismus. Der Westen benötigt positive Leitbilder, Ideale und gute Ideen, um die Menschen zu begeistern, und keine Armeen, um sich gegen den Islam zu schützen. Senator John Kerry wäre bestimmt nach wie vor ein Mann, auf den man hören soll.
Auf folgendem Bild hält Senator John Kerry einen Welpen auf seinem Schoß. Wie klein er doch ist! Dieses Bild erinnert an den Anti-Kriegsfilm “Apokalypse Now” von Frank Coppola, in dem ebenfalls ganz kurz ein kleiner Hund zu sehen ist. All´jene, die immer noch glauben, dass Krieg die schnellste und einfachste Methode sein könnte, um Konflikte zu lösen, sollten sich diesen Film über den Vietnamkrieg beschaffen und ansehen.

Homepage: John Kerry, Weblog
Bücher:
- John Kerry, Theresa Heinz Kerry: This Moment on Earth: Today’s New Environmentalists and Their Vision for the Future Public Affairs, 2007
- John Kerry, The New War: The Web of Crime That Threatens America’s Security , Touchstone, 1998
- Jochen Arntz, Holger Schmale, John Kerry: Kandidat gegen Bush Amerika vor der Entscheidung, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004
Bilder: John Kerry, Theresa Heinz Kerry, This moment of earth, John Kerry mit einem Welpen
“Knut day”
März 23, 2007 at 11:25 Uhr nachmittags | In Gesellschaft, Middle East, Vom Klima, World War IV | No CommentsHeute war es endlich soweit! „Cute Knut“, der goldige kleine Eisbär im Berliner Zoo, der von seiner Mutter verstoßen wurde und deshalb mit der Hand aufgezogen wird, durfte endlich in aller Öffentlichkeit seine erste Pressekonferenz geben. Anstrengend! Sogar aus Usbekistan, aus Pakistan und aus den USA waren Journalisten angereist, um ihn, den kleinen Eisbären, zu bewundern und zu filmen. Dabei hatte es um seine Existenz eine riesige Aufregung gegeben.

Wie man weiß, wollen sich manche Ökofundamentalisten immer wieder zum Ärger der Mehrzahl der Tier- und Naturfreunde dahingehend profilieren, dass sie am liebsten jeden Zoo planieren lassen möchten. Anstatt zu sehen, dass jedes nette Tier im Zoo ein besserer Werbeträger für den Naturschutz ist als – bei aller Wertschätzung – die schönsten Filme und die besten Bücher, ließ es sich diesmal ein besonders begabter Aktivist, Frank Albrecht, nicht nehmen, die Tötung des reizenden kleinen Kerls zu fordern.
Damit kam der übereifrige Unruhestifter allerdings nicht weit, denn selbstverständlich erhielt er nicht nur vom Zoodirektor, der die Handaufzucht des seltenen Tieres von Anfang an unterstützte, sondern auch von empörten Tierfreunden eine ordentliche Abfuhr. Obendrein wurde der „Fall Knut“ sogar in der internationalen Presse wie den großen Online-Magazinen CNN, MSNBC, Canada.dot.com diskutiert. Wer hätte das gedacht - sogar in der Pravda und auf China View erregte das ungewöhnliche Flaschenkind und seine Geschichte Aufmerksamkeit! .
Immerhin, den ersten Werbevertrag hat der kleine Kerl auch schon in der Tasche, und zwar einen besonders wichtigen, denn die Meisterfotografin Annie Leibowitz möchte Bilder von ihm für eine Naturschutzkampagne. Karriere ist angekündigt, denn nächstes Jahr soll Knut das Maskottchen der internationalen Artenschutzkonferenz im nächsten Jahr in Bonn werden.
Seine Geschichte brachte mich auf den Gedanken, nachzusehen, ob es denn in Teheran, im Iran, auch einen Zoo gibt. Zuerst suchte ich vergeblich und entdeckte nur, dass bei der Geiselnahme der US-Botschafter in Teheran die Kühlschränke der Amerikaner durch die Mullahs geplündert wurden, um deren Inhalt an die Tiere im Zoo zu verfüttern (1.6.1983, NYTimes).
Es gelang mir aber, Informationen über einen interessanten Naturschutzpark, Golestan im Iran zu finden, der in der gleichnamigen Provinz Golestan liegt, die auch noch andere Naturschönheiten bietet:
Der mehr als 90.000 Hektar große Nationalpark Golestan, ca. 150 km östlich von Gorgan, hat der neugegründeten Provinz den Namen gegeben. Sein Vorläufer wurde schon ab 1958 errichtet und hieß vor der islamischen Revolution Nationalpark Mohammad Reza Shah. Er umfasst Höhen zwischen 600 und über 3000 m und beherbergt sowohl die Spezifika der Fauna und Flora des Kaspischen Meeres in seinem westlichen Teil als auch die der zentralasiatischen Steppen im östlichen. Deshalb weist er eine für Iran außerordentlich große Vielfalt von Pflanzen und Tieren auf. Durch die im Park eingerichteten überwachten Zonen ist der Tierbestand geschützt (Quelle).
Am besten erkundet man diesen Naturpark, in dem sogar noch Leoparden leben, auf des Pferdes Rücken. Eine Journalistin der Guardian fand heraus, dass in diesem entlegenen Gebiet eine Amerikanerin selbstständig die Reitwandertouren leitet (24.12.2005, Guardian). Diese Frau, die mit ihren 70 Jahren noch rüstig und gut gelaunt ihren Reitstall leitet, heißt Loise Firouz und wohnt bereits seit 40 Jahren im Iran.
“Knut geht es gut!” Das ist sehr wichtig. Doch insgesamt leben Bären jetzt in schlechten Zeiten. Dass die Eisbären in den nächsten Jahren zu den bedrohten Tieren zählen könnten, wenn keine Maßnahmen für Umwelt- und Klimaschutz ergriffen werden, wissen alle. Doch gerade jetzt, in diesen Tagen, wurden die berühmten Grizzly-Bären im Yellowstone-Park aus der US-Liste der bedrohten Arten gestrichen. Das ist vielleicht nicht so schlimm, da es momentan genug Grizzlys gibt. Trotzdem halten Naturschützer in den USA diese Maßnahme für verfrüht und bedenklich (23.3.2007, Los Angeles Times).

Zu den Zootieren in Berlin gehörte einmal ein Kaspischer Tiger, eine seltene Tigerart, die auch im Iran vorkam. Das letzte dieser Tiere wurde im Jahr 1959 angeblich in Golestan erschossen. Man bemerkte offensichtlich zu spät, dass das Tier bedroht war. Einige Forscher versuchten herauszufinden, ob sich nicht hier oder dort doch noch ein Exemplar versteckt hält, mussten aber zugeben, dass dieses stattliche Großtier unwiderruflich ausgestorben ist. So kommt jetzt zur Besorgnis um die Klimaerwärmung noch die Frage hinzu, wieweit - Tod, Leid und Angst der dortigen Menschen ganz kurz verdrängt - Fauna und Flora im Mittleren Osten durch die dortigen Kriege von Vernichtung und Zerstörung bedroht sind. Die Verantwortlichen sollten immer wieder daran denken, dass es der “Krone der Menschheit” im 3. Jahrtausend endlich gelingen sollte, Konflikte ohne gewalttätige Handlungen zu lösen.

Zusatzinformation: Naturschutz in Golestan, Bilder aus dem Golestan Nationalpark, Forstliche Reiseeindrucke aus dem Iran, v. Georg Sperber
Bilder: Knut Day, Grizzlybär, Kaspischer Tiger
Wirtschaftssanktionen
März 18, 2007 at 6:46 Uhr nachmittags | In Democrats, Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Skandale, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, World War IV | No Comments
Prof. Chossudovsky, ein Wirtschaftsexperte aus Kanada, besticht durch sein Fachwissen in verschiedenen Bereichen und beschreibt sehr detailliert, wieweit wirtschaftliche Interessen und Kriege in den USA miteinander verknüpft sind. Er schrieb etliche Bücher, die bereits in zwanzig Sprachen übersetzt wurden, hält Vorträge in vielen Ländern und dürfte einer der ganz wenigen sein, die zur Zeit in der Lage sind, über das Ausmaß der US-Pläne und die Vorgangsweise der Bush-Regierung verlässlich und ausführlich Auskunft zu geben.
Sollte jemand seine Aussagen anzweifeln, dann nehme sich der Betreffende am besten mehrere Tage Zeit, um die Homepage von Prof. Chossudovsky, globalresearch.ca, anzusehen und um dort in den umfangreichen Archiven zu stöbern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass derjenige, der stichprobenartig den vielfach vorhandenen angegebenen Quellenangaben nachgeht, zur Gegenrecherche in den Tagesnachrichten, in zugänglichen Unterlagen und Büchern zum Thema Middle East nach Querverbindungen und Hinweisen sucht, noch Zweifel daran hat, dass die Außenpolitik der Bush-Regierung grundsätzlich gefährlich aggressiv ist.
In diesem Posting möchte ich nur auf ein Detail aus seinen umfangreichen Veröffentlichungen verweisen, und zwar auf seine Beobachtungen über die Wirtschaftsbeziehung zwischen Vietnam, den USA und dem IWF und anderen Organisationen.
In den Medien wurde nicht viel darüber berichtet, wie sich der Staat Vietnam nach dem Rückzug der Amerikaner nach dem Vietnamkrieg wirtschaftlich weiterentwickelte. Nach der offiziellen Darstellung gaben die Vereinigten Staaten schließlich ihren Widerstand gegen die Vergabe von Darlehen und Hilfsleistungen für den Wiederaufbau Vietnams von Seiten des Internationalen Währungsfonds und der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) im Juli 1993 auf. Vietnams Streben nach schnellem Wachstum wurde teilweise durch das rapide Wachstum Chinas und durch die Bedrohung der vietnamesischen Sicherheit forciert. Die Vereinigten Staaten hoben 1994 ihr über Vietnam verhängtes Handelsembargo auf und errichteten im August 1995 ein diplomatisches US-Büro in Hanoi.
Um welchen Preis? Die Darstellung von Prof. Chossudovsky “Who won the Vietnam war” beschreibt, wie nach dem Krieg Vietnam von der Weltbank wirtschaftlich Schritt für Schritt massiv unter Druck gesetzt wurde (Jul./Aug. 1995, Peace Magazine.org).
Dieser Bericht weist auf sehr interessante Perspektiven im wirtschaftlichen Bereich hin. Er zeigt auf, dass der IWF, der internationale Währungsfond über sehr viel Macht verfügt, um einem anderen Land den Willen der Weltmacht USA aufzuzwingen.
Seit Prof. Chossudovsky begann, sich für die Politik der USA zu interessieren, sind viele Jahre vergangen. Inzwischen wurde Paul Wolfowitz, der frühere stellvertretende Verteidigungsminister der USA in der ersten Regierungsperiode von G.W.B., Chef der Weltbank, sodass sogar zusätzlich noch eine Machterweiterung im wirtschaftlichen Bereich vorhanden ist. Die Möglichkeit, über Wirtschaftssanktionen Druck zu machen, beschränkt sich also keinesfalls auf harmloses „Appeasement“, sondern sozusagen auf eine ökonomische Kandare.
Bilder: Global brutal. Der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg, Paul Wolfowitz
Vom Überschall zum Hyperschall
März 14, 2007 at 10:39 Uhr nachmittags | In Democrats, Skandale, Vom Klima, Waffen | No CommentsDas neueste ehrgeizige Projekt US Air Force heißt FALCON (Force Application and Launch from the Continental, globalsecurity.org: FALCON1, FALCON2). Treffender könnte der Name dieses futuristischen Flugobjekts nicht gewählt sein. Eine Beschleunigung ab Mach 1 (Schallgeschwindigkeit) gilt bereits als Überschallgeschwindigkeit. Die Bezeichnung Hyperschall verwendet man für eine Beschleunigung ab Mach 5 (Wiki).
Bis zum Jahr 2020 soll FALCON in der Lage sein, jeden Punkt auf diesem Planeten innerhalb zwei Stunden angreifen zu können, mit dem Resultat, dass dadurch die Vorwarnzeit des Gegners drastisch gesenkt wird. Bereits jetzt werden verschiedene Flugkörper dieses Typs getestet
Das neue Hyperschallflugzeug soll die unglaubliche Geschwindigkeit von etwa 6.000 – 15.000 Meilen (ca. 9000 – 22.500 km) in der Stunde bei einer Flughöhe zwischen 100.000 und 150.000 Fuß (ca. 30- 50 km) erreichen (26.1.2006, Space.com). Zusätzliche Information über die Fortschritte des Projekts bietet die Homepage von Defense Industry Daily (17.3.2005, Teil 1, 6.6.2006, Teil 2). In einem Artikel von “National Security Writer” Jack Kelly fand ich neben einer Beschreibung von FALCON auch die über andere futuristische und schockierende Projekte (18.7.2003, Post Gazette).
Ein großer Teil der Weltbevölkerung benötigt dringend Unterstützung gegen Hunger, Krankheiten und Armut. Im Mittelpunkt der Diskussion steht momentan, wieweit die Klimaerwärmung ernste Naturkatastrophen hervorrufen könnte. Im Prinzip sollte ernsthaft daran gedacht werden, Energie zu sparen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Die Entwicklung von hypermodernen Waffen und Flugzeugen kostet Geld, viel Geld und verbraucht auch Unmengen an Energie.
An dieser Stelle überlasse ich es dem Leser, sich selbst über Auswüchse der US-Rüstungsindustrie eine Meinung zu bilden.
Bild: Link
Über das Arctic National Wildlife Refuge in Alaska
März 3, 2007 at 6:28 Uhr nachmittags | In Democrats, Gesellschaft, Videos, Vom Klima | No CommentsZu den Streitthemen der Präsidentschaftswahlen in den USA 2004 gehörte die Frage, ob im Arctic National Wildlife Refuge (ANWR), einem Naturschutzgebiet so groß wie Österreich, nach Öl gebohrt werden sollte.
Der demokratische Kandidat, Senator John Kerry verteidigte das Naturschutzgebiet. Mit dieser Auffassung trat er in die Fußstapfen des früheren Präsidenten Jimmy Carters, der schrieb:
“Das Arctic National Wildlife Refuge ist einzigartig, das letzte, wahrhaft großartige Wildnisgebiet der Vereinigten Staaten. Es wird ein grandioser Triumph für Amerika sein, wenn es uns gelingt, ANWR in seinem reinen, unberührten Zustand zu erhalten. Dieses außergewöhnliche Land sich selbst zu überlassen wäre das größte Geschenk, das wir künftigen Generationen machen könnten.“ (FAZ.NET)
Senator John Kerry und seine Frau Theresa Heinz-Kerry wären bereit gewesen, im Fall eines Sieges vermehrt auf Alternativenergien zu setzen. (Bioblatt, siehe auch Posting). Mit einer Initiative gelang es ihm, das Naturschutzgebiet in Alaska zu retten (JohnKerry.com, MSNBC)
Am 5. Dezember 2006 konnte ein Tierpfleger im Berliner Zoo ein Eisbärenjunges retten, das von seiner Mutter nicht angenommen wurde. Die Freude war groß, als es gelang, den kleinen Kerl mit der Flasche aufzuziehen. Während sonst die Eisbären von ihren Müttern in ihren Lebenswochen von neugierigen Blicken in Eishöhlen aufgezogen werden, folgt diesmal die Kamera dem kleinen “Knut” auf Schritt und Tritt. Bildserie von “Knut” in der “Welt“, “Knut”-Filme auf YouTube - der kleine Eisbär macht anscheinend süchtig.
Doch eigentlich sollten Eisbären in erster Linie in freier Wildbahn leben und nicht nur im Zoo. Zählen nicht Amerikas große Naturschutzgebiete in gewisser Weise zum Weltkulturerbe? Wenn sich Amerikaner in der Zeit der Bush-Regierung über “Anti-Amerikanismus” beschweren, dann sollten diese Kritiker vielleicht bedenken, dass auf Amerika unter anderem auch die Erwartungshaltung ruht, das große Erbe der wunderschönen Naturschutzgebiete an folgende Nationen weiterzugeben.
Bilder: Gähnender Eisbär, Eisbärjunges Knut
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