Aufstockung der deutschen Truppen in Afghanistan

Juli 29, 2007 at 4:58 | In Anachronismen, Democrats, Middle East, Skandale, World War IV | 2 Comments

Für jeden Terroristen sterben hunderte unschuldige Zivilisten. Und an deren Stelle treten ein paar künftige Terroristen. Wie soll das enden?
(Arundhati Roy [zitiert aus: SPIEGEL 44/01])

Soll Afghanistan nun kolonialisiert oder demokratisiert werden? Die Befürworter eines Afghanistaneinsatzes gehen davon aus, dass der traditionelle Stil, in dem Briten oder Franzosen ihre Kolonien unterwarfen, auch in Afghanistan Erfolg haben könnte. Die Briten versuchten übrigens ihr Glück auch einige Zeit lang in Afghanistan. Nach blutigen Kriegen, Rückschlägen und einer Teilung des eroberten Gebietes mussten die frühere Kolonialmacht nach einigen Jahrzehnten dem Land die Unabhängigkeit zugestehen und sich zurückziehen (Wiki). Es gelang ihnen über ihre direkte Herrschaft hinaus sichtlich nicht, die Bevölkerung vom Wert einer Verwestlichung zu überzeugen.

Das Land in eine Demokratie überzuführen sollte eigentlich heißen, die Mehrheit der Bevölkerung von dieser Regierungsform zu überzeugen und um deren Bereitschaft erreichen, sich selbst für eine Verbesserung der Verhältnisse einzusetzen. Selbst im Fall eines Sieges über die Taliban, einem Ereignis also, das in Anbetracht der Größe, der Unwegsamkeit dieses Landes und anderer Probleme wie Rauschgifthandel, Trockenheit und Spannungen zwischen den Ethnien ohnehin kaum eintritt, sehe ich in dem von Ihnen vorgeschlagenen Weg das Problem darin, dass eine gewaltsam erreichte Vormachtstellung kaum zu halten ist und langfristig einen erheblichen Rückschlag mit sich bringt.

Der Roten Armee, die zwölf Jahre lang in Afghanistan vergeblich kämpfte, fehlte es wahrlich nicht an Grausamkeit und Härte. Man kann der US-Army beim Kampf in Afghanistan oder im Irak kaum einen Vorwurf ersparen, aber nicht den, dass sie etwa zu weich war.

Dies brachte mich auf den Gedanken, dass diese Art zu kämpfen bei diesen regelrecht fanatisierten Taliban vielleicht die falsche Strategie ist. Sie kämpfen nicht in einer hierarchischen Ordnung wie europäische Heere und haben keine Angst zu sterben. Gesetzt den Fall, einer wird getötet, sorgt vermutlich der Rest seiner Familie dafür, dass “Blutrache” kein leeres Wort bleibt.

Bereits während früherer Kämpfe in Afghanistan wurden etliche Taliban nicht getötet, sondern verstümmelt. So verlor zum Beispiel der Londoner Hassprediger Abu Hamsa Al Massri im Krieg gegen Russland gleich beide Arme und ein Auge (8.2.2006, Rainbow Online News). Auch der geistige Ziehvater O.b.L.´s, Mullah Omar, verlor im gleichen Krieg durch einen Schuss ein Auge.

Drängt sich nicht an dieser Stelle der Gedanke geradezu auf, dass viele Afghanen auf die USA, auf Russland, auf Europa, auf dem Westen zugewandte Regierungen ganz einfach so wütend sind wie Kapitän Ahab auf Moby Dick?

Wenn es zur Zeit im Norden auch nur ein wenig ruhiger ist als im umkämpften Süden, besteht doch zumindest die Möglichkeit, dass sich zwar langsam, aber doch, eine ruhigere Vorgangsweise durchaus bewährt hat. Bereits vor einigen Jahren wurde über einen Schulbuchskandal berichtet, in dem darauf hingewiesen wurde, die US-Regierung hätte in Afghanistan einen “militarisierten” Koran vertrieben (22.3.2002, Washington Post). Hier könnte doch ebenfalls eine Nische entstanden sein, in die sich eventuell einhaken ließe.

Nach wie vor exportiert Afghanistan Rauschgift. Durch den zweifelhaften Handel mit Opiaten finanzieren ansässige Stammesfürsten immer wieder ihre Waffeneinkäufe. Durch die Kriege wurden zahlreiche Flüchtlinge in die Nachbarstaaten Iran und Pakistan vertrieben, darunter auch aggressive Terroristen. Zahlreich verstreute Landminen gefährden jeden, der dieses Land betritt. Die Umwelt ebenso wie das Grundwasser wurde auch durch giftige Chemikalien stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Bevölkerung geht es sehr schlecht.

Immer wieder verlangen US-getreue Fans, dass Deutschland seiner Bündnispflicht vermehrt nachkommen sollte. Sie vertreten die Ansicht, dass militärischer Einsatz geeignet sein könnte, den Widerstand der Taliban zu brechen und den Menschen dort Ruhe und Ordnung zu bringen. Wie ich es oben schon mehrfach anklingen ließ, fehlt nach den zahlreichen Fehlschlägen der US-Army vielen Europäern in den letzten Jahren der Glaube daran, dass der Krieg in Afghanistan mit den geeigneten Methoden geführt wird und den gewünschten Erfolg bringt. Auf die Detailfrage, wieweit sich verstärkter Einsatz des Militärs bewähren könnte bzw. von Deutschland als pflichtbewusstem Mitglied der NATO weit mehr unterstützt werden müsste, möchte ich hier eingehen.

Der Widerwille. der von einem Teil der Deutschen geäußert wird, wenn die Sprache darauf kommt, dass die militärische Präsenz in Afghanistan gehalten bzw. ausgebaut werden könnte, könnte auch zu einem großen Teil daher kommen, dass die US-Army selbst noch Kräfte im Irak gebunden hat, die sie ohne weiteres in Afghanistan einsetzen könnte. Es existiert ja sogar ein solcher Vorschlag, der einen Teilabzug im Irak vorsieht, und zwar der James Baker Plan (Wiki).

Bereits 2003 wurde in einem Artikel in der angesehenen Foreign Policy ein Bericht darüber veröffentlicht, dass zu wenig Aufmerksamkeit nach Afghanistan gerichtet wäre (Juli, August 2003, Foreign Policy).

Im Irak sind zur Zeit noch etwa 150.000 Soldaten stationiert. Was die Truppen im Irak betrifft, so bleibt es unklar, ob diese nicht doch bis 2009 weiterhin dort stationiert bleiben sollen (25.7.2007, Reuters).

Glaubt man aber einem Bericht von Esther Pan, wurde aber im Gegensatz zum geäußerten Bedarf im Vorjahr die Stärke der US-Truppen in Afghanistan von 20.000 Mann auf 16.000 zu reduziert. Eine Angabe über die Reduktion der Truppen in Afghanistan mit Zahlenangaben findet sich auch in einem Artikel auf der Homepage von Zeit Online aus dem Jahr 2006. Präsident Karzai soll Schwierigkeiten damit haben, seine Truppen zu bezahlen.

The coalition had planned to build the ANA (Afghan National Army) to 70,000 soldiers by 2008, still a modest figure to maintain security across Afghanistan. But Karzai’s government, which currently relies on international aid for nearly its entire budget, cannot afford to pay the salaries of its soldiers (27.6.2006, CFR).

Es besteht noch Bedarf an der Schulung für Mitglieder der Afghan National Security Forces (ANSF). Die Geldmittel für diesen Bereich wurden - so der Bericht - ursprünglich zu niedrig angesetzt. (GAO, S 4 f).

Ein Fachmann aus Johannesburg, der Insider Greg Mills, weist in seiner Analyse darauf hin, dass Wirtschaftshilfe besonders wichtig ist. Man sollte seiner Meinung nach auch die Macht von “Soft Power” nicht ignorieren.

The death of one insurgent creates many more in societies where blood ties and nationalist zeal are stronger than ideology. This demands understanding what security means for local communities, which relates directly to the manner in which soft power is employed. (April 2007, CFR)

Einer der herausragendsten Kandidaten im nächsten Präsidentschaftswahlkampf, der Demokrat Obama Barak, könnte es sich sehr wohl vorstellen, dass er Truppen aus dem Irak abzieht, um jene in Afghanistan zu verstärken (14.7.2007, Obama 08).

Senator John Kerry, jener Präsidentschaftskandidat, der sich im Jahr 2004 geschlagen geben musste, schlug folgendes vor:

We need a new policy - the one the president promised when we went into Afghanistan in the first place. Where NATO allies have pledged troops and assistance to Afghanistan, they must follow through. But the United States must lead by example by sending in at least five thousand additional American troops. More elite Special Forces troops, the best counter-insurgency units in the world; more civil affairs forces; and more experienced intelligence units. More predator drones to find the enemy, more helicopters to allow rapid deployments to confront them, and more heavy combat equipment to make sure we can crush the terrorists. And more reconstruction money so that the elected government in Kabul, helped by the United States, not the Taliban helped by al Qaeda, rebuilds the new Afghanistan (14.9.2006, JohnKerry.com).

Trotzdem verkauft die USA gerade jetzt erst wieder Waffen an Saudi Arabien (27.7.2007, Welt.de). Mittlerweile dürfte aber bekannt sein, dass zwischen den Taliban und Saudi Arabien bereits seit Jahrzehnten Verbindungen bestehen.

In Deutschland kann niemand zum Dienst mit der Waffe gezwungen werden. Außer zur Verteidigung dürfen Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit es das Grundgesetz zulässt. Es finden sich, wenn man sucht, bestimmt Mittel und Wege, um Mitglieder des Bundesheers in Afghanistan als Übersetzer, Techniker, Ärzte oder auch im Schulungsbereich einzusetzen.

Außerdem befindet sich in Deutschland ohnehin ein großer US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein. Von Ramstein aus wurden auch Einsätze für den umstrittenen Irakkrieg geflogen. Auch in Spangdahlen existiert ein solcher Stützpunkt. An beiden sind deutsche Soldaten im Einsatz. Vom friesischen Hafen Emden aus konnten Britannien seine Truppen verschiffen (17.3.2006, IMI).

Hingewiesen an dieser Stelle sei noch auf die Interviews und Veröffentlichungen des angesehenen Nahost-Experten Peter Scholl Latour. Peter Scholl-Latour akzeptiert, dass in der Folge von 9/11 der Einsatz in Afghanistan nicht vermieden werden konnte.

Der langfristige Einsatz in diesem Land widerspricht aus seiner Sicht vernünftigen Überlegungen und der Krieg insgesamt ist seiner Meinung nach nicht zu gewinnen (28.11.2002, Universität Marburg). Er geht sogar davon aus, dass dadurch, dass sich die ISAF der NATO unterstellt hat bzw.von einem amerikanischen NATO-General geleitet wird, diese Organisation für die Afghanen nicht ausreichend sichtbar von der OEF abgegrenzt ist. Er bezeichnet die Position des Bundesheeres als unsinnig und ihre Stellung als gefährlich (23.5.2007, ZDF.de).

Afghanistan verdient in jeder Beziehung die Bezeichnung “Fass ohne Boden”. Es fehlen sicherlich noch Mittel für den Wiederaufbau, für die Errichtung von Schulen, Krankenhäusern und Verwaltungsgebäuden. Verletzte müssten betreut und Kranke gepflegt werden. Die Anzahl der Aidskranken in Afghanistan nimmt stark zu. Wenn also Deutschland seinen Verpflichtungen im Rahmen der NATO nachkommen möchte, bleibt in diesem Bereich noch jede Menge Spielraum nach oben.

This moment on earth

April 6, 2007 at 12:58 | In Democrats, Gesellschaft, Publikationen, Vom Klima, Without Clash | No Comments

Wie verlangt man von einem Mann, dass er der Letzte ist, der für einen Fehler sterben muss?

Mit diesem Satz wurde John Kerry berühmt. Nicht nur in Amerika, sondern auf der ganzen Welt trauerten seine Fans, als er sich bei den US-Präsidentschaftwahlen im Jahr 2004 knapp gegen G.W.B. geschlagen geben musste. Nicht nur er persönlich (siehe auch engl. Wiki), sondern auch seine Frau Theresa Heinz Kerry (siehe auch engl. Wiki) verfügen über ausgezeichnete Qualifikationen.

Sieht man ein wenig näher hin, dann kann man sich nur noch an den Kopf greifen, wie es nur geschehen konnte, dass Senator John Kerry 2004 die US-Präsidentschafswahlen gegen G.W.B. verloren hat. Dieses Missgeschick hatte in erster Linie Ursachen, die innerhalb der Ausrichtung der demokratischen Partei lagen: Die “Demokraten” vertraten die Zustimmung zur Fristenlösung. Während aber z.B. in Österreich Abtreibungen lediglich innerhalb der ersten drei Monate erlaubt sind, gestatteten manche US-Bundesländer Abtreibungen bis kurz vor der Geburt, sodass sogar bereits außerhalb des Mutterleibes lebensfähige Kinder abgetrieben wurden. Unter Präsident Bill Clinton waren Homosexuellen-Ehen gestattet. Ebenso wurde die “Stammzellenforschung” während seiner Regierungszeit gefördert. Senator John Kerry selbst war geschieden und wiederverheiratet. Dies alles zusammen gefiel den christlichen Kirchen überhaupt nicht.

Nicht alle waren mit der Durchführung der letzten US-Präsidentschaftswahlen einverstanden und äußerten Kritik an den elektronischen Wahlmaschinen (siehe Posting). Insgesamt könnte Senator John Kerry auch daran gescheitert sein, dass im Alltag für die Staatsbürger in den USA lediglich die Möglichkeiten, die Innenpolitik in den voneinander relativ unabhängigen Bundesstaaten mitzugestalten, interessant sind, während die Außenpolitik ebenso wie die Präsidentschaftswahlen in hohem Ausmaß an ihnen vorbeigeht. Ein sehr guten Beitrag zur Gestaltung der US-Verwaltung findet sich auf dem informativen Weblog USA erklärt von Scot W. Stevenson.

Senator John Kerry wurde im Wahlkampf gegen G.W.B. immer wieder wechselhafte Stellungnahmen vorgeworfen. Immer wieder wurde ihm vorgehalten, er wäre ja anfänglich auch dem Irak-Krieg zugestimmt. Dabei muss man aber bedenken, dass, wenn militärische Lösungen erwogen werden, immer verschiedene Ansätze im Gespräch sind. Eine Möglichkeit wäre gewesen, nach der Entmachtung von Saddam Hussein mit verbliebenen Strukturen der Baath-Partei weiterzuarbeiten, um dem Land so schnell wie möglich Sicherheit und Ordnung zu geben. Niemand kann außerdem leugnen, dass während und nach dem Irakkrieg schwere Fehler gemacht wurden.

Obwohl ich persönlich die Meinung vertrete, dass Kriegserklärungen überhaupt vermieden werden sollten, da niemand alle Eventualitäten und Risiken vorhersehen kann, war die damalige Entscheidung von Senator John Kerry, ebenfalls für den Krieg zu stimmen, nicht ganz unverständlich, da die Bevölkerung des Irak durch die UNO-Sanktionen sehr litt und Saddam Hussein ein ebenso grausamer und unberechenbarer Despot war.

Manche bezweifelten sogar seine Aufrichtigkeit als Friedensaktivist nach den Vietnamkriegen. Zugegeben, er überlegte zunächst sorgfältig, ob sich ein Auftreten gegen den Vietnamkrieg mit einer Karriere vereinbaren ließ. Er warf niemals seine eigenen Medaillen über den Zaun und übernachtete auch nicht im Freien bei anderen Demonstranten, sondern ließ es sich gut gehen.

Wenn auch zu spät, um 2004 die Präsidentschaftswahlen in den USA zu gewinnen, konnte Senator John Kerry doch beweisen, dass bei der Swift Boat Affäre, in der eine Gruppe von Kriegsveteranen seinen ehrenhaften Einsatz im Vietnamkrieg in Frage gestellt hatte, Bestechung mit im Spiel war.

Obwohl sich John Kerry mit der undankbaren Rolle des Verlierers abfinden musste, bemühte er sich weiterhin ein und setzte zahlreiche Initiativen. Bärenfreunde können sich darüber freuen, dass er sich bemüht, Eisbären auf die Liste der bedrohten Tiere zu setzen (5.3.2007, Vorschlag, Eisbären als bedrohte Art einzustufen). Immer wieder protestierte er so gut wie möglich gegen Folter und Menschenrechtsverletzungen. Manchmal, wenn ich auf entlegenen Websites surfte, fand ich seinen Namen und die Bestätigung dafür, dass er auch nach seiner Niederlage bei den Wahlen um verbesserte Beziehungen zu anderen Ländern bemüht war.

Wie alle anderen westlichen Politiker zeigt Senator John Kerry natürlich auch Interesse daran, dass der Iran die umstrittene Urananreicherung einstellt. Aber wie sehr seine Einstellung dem Iran gegenüber von der der Bush-Regierung abweicht, zeigt seine Rede beim CFR (8.12.2005, Real Security in a Post-9/11 World) ebenso wie ein langer Eintrag einer Co-Autorin auf seinem Weblog (28,2.2007, Dialog mit dem Iran, Violet Bliss Dietz).
.

Obwohl er im Prinzip um gute Umgangsformen bemüht war, entschlüpfte ihm letztendlich eine deftige Bemerkung, mit der er bei den patriotische gesinnten Amerikanern ordentlich ins Fettnäpfchen trat:

Studiert hart und bildet euch – dann wird es gut für euch laufen. Tut ihr das nicht, sitzt ihr irgendwann im Irak fest.

Dieser Eklat führte dazu, dass Senator John Kerry am 24.1.2007 bekanntgab, dass er für die Präsidentschaftswahlen 2008 nicht mehr kandidieren wird.

Das ist insgesamt sehr schade. Gerade dadurch, dass er insgesamt eher überlegt und pragmatisch als impulsiv und fanatisch versuchte, seine Standpunkte zu vertreten, erreichte er insgesamt sehr viel und machte insgesamt als fleißiger und tüchtiger Politiker und Staatsanwalt Karriere.

Mit ihm geht ein sehr, sehr guter Mann, einer, der sicher unbequem war, kein Ja-Sager und Schönredner, sondern jemand, der auch dann ehrliche Worte sagte, wenn momentan der Beifall dafür ausblieb. In den deutschen Medien hört man wenig davon, dass er sowohl zum Thema Terrorismus als über Lösungsstrategien bezugnehmend auf Alternativenergien und Klimaschutz sehr interessante Veröffentlichungen verfasst hat. Da Senator John Kerry auch mit der Aufdeckung der Iran-Contra-Affäre befasst und insgesamt sehr umsichtig war, geht er weniger vom Problembereich Islam aus, sondern er sieht auch, dass zusätzlich kriminelle Organisationen aus verschiedenen Bereichen und Ländern gefährlich werden könnten bzw. dass Selbstkritik nicht schlecht ist. Anstatt, was die drohende Klimaerwärmung betrifft, Angst zu machen, bemüht er sich mit seiner Frau Theresa Heinz Kerry darum, gute Ansätze zu sammeln und Wege zu finden, um Energie zu sparen.

Gesetzt den Fall, dass der Westen, dass die USA die “Weltherrschaft” anstreben, dann sollte dies im Sinn von “global governance” geschehen, um nach möglichst guten Lösungen zu suchen und nicht durch brutalen Militarismus. Der Westen benötigt positive Leitbilder, Ideale und gute Ideen, um die Menschen zu begeistern, und keine Armeen, um sich gegen den Islam zu schützen. Senator John Kerry wäre bestimmt nach wie vor ein Mann, auf den man hören soll.

Auf folgendem Bild hält Senator John Kerry einen Welpen auf seinem Schoß. Wie klein er doch ist! Dieses Bild erinnert an den Anti-Kriegsfilm “Apokalypse Now” von Frank Coppola, in dem ebenfalls ganz kurz ein kleiner Hund zu sehen ist. All´jene, die immer noch glauben, dass Krieg die schnellste und einfachste Methode sein könnte, um Konflikte zu lösen, sollten sich diesen Film über den Vietnamkrieg beschaffen und ansehen.

Homepage: John Kerry, Weblog

Bücher:

Bilder: John Kerry, Theresa Heinz Kerry, This moment of earth, John Kerry mit einem Welpen

Zionismus

März 28, 2007 at 7:18 | In Anachronismen, Democrats, Middle East, Publikationen, Skandale, Without Clash, World War IV | No Comments

Manchmal recherchierte ich nicht direkt, sondern surfte ganz einfach und ließ mich dabei im Internet treiben. Dabei bemühte ich mich, von keinem durch Vorurteile bereits fixiertem Standpunkt auszugehen, sondern sah mir auch manchmal Seiten an, deren Inhalt meinem bisheriges Weltbild widersprach.

So stieß ich eines Tages ganz nebenbei auf die Veröffentlichungen von Lenni Brenner.

Lenni Brenner: Lebenslauf Wiki
Lenni Brenner: Bücher
Lenni Brenner: Zionism in the Age of Dictators
Lenni Brenner: The Iron Wall

Ebenfalls als sehr massiver Kritiker des Staates Israel gilt Israel Shahak:

Israel Shahak

Oberflächliche Leser verwechseln Israel Shahak entweder gerne entweder mit Yitzhak Shamir, dem Premier-Minister von Israel von 1983 bis 1984 und nochmals von 1986 bis 1992 oder mit Israel Shamir, der die optimistische Meinung vertritt, Israel könnte als Demokratie nach dem Prinzip “One Man - One Vote” funktionieren.

Wer Zusatzinformationen zu diesem Spezialthema sucht, kann auch in einem älteren Buch des bekannten Bruno Brehm, Am Rande des Abgrunds, Leopold Stocker Verlag, 1950 im Kapitel “Folke Bernadotte” S 612 ff nachlesen, dass es bei der Gründung Israls nicht unbedingt sanft zuging.

Sehr gute und detaillierte Informationen über den Zionismus bietet die Homepage von Hagalil:

Hagalil.com: Zionismus

Mir fehlen die Worte, um einen derartigen Skandal zu kommentieren und auch die Lust, an dieser Stelle Bilder einzufügen. Die meisten Details über die Entstehung des Staates Israel in den oben aufgeführten Veröffentlichungen sind bei uns zur Gänze unbekannt. So erinnere ich nur kurz an das bekannte Zitat aus “Hamlet” von Shakespeare: “Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als eure Schulweisheit sich träumt.

Dies bringt mich zurück nach Persien. In einem Weblog der WAMS las ich vor einigen Monaten, dass die Wissenschafterin Hildegard Hammerschmidt Hummel behauptet, neue Details über das Privatleben des Dichters Shakespeare herausgefunden zu haben. Sie glaubt, im Bild des Malers Gheeraert ’ ‘Persian Lady’ das Vorbild für ihres Shakespeares große Liebe “Dark Lady” -gekleidet nach der damals üblichen “Persienmode” - gefunden zu haben. Die Dame hieß ihrer Meinung nach Elizabeth Wriothesley, geb. Vernon, Gräfin von Southampton:

The restles swallow fits my restles minde,
In still revivinge still renewing wronges;
her Just complaintes of cruelty unkinde,
are all the Musique, that my life prolonges.
With pensive thoughtes my weepinge Stagg I crowne
whose Melancholy teares my cares Expresse;
hes Teares in sylence, and my sighes unknowne
are all the physicke that my harmes redresse.
My onely hope was in this goodly tree,
which I did plant in love bringe up in care;
but all in vaine, for now to[o] late I see
the shales be mine, the kernels others are.
My Musique may be plaintes,
my physique teares If this be
all the fruite my love tree beares.(Sonett)

Der persische Dichter Rumi, Dschalal ud-Din schrieb einmal eine Prosasammlung “Fihi ma fihi” - über das Sein und nicht Sein. Man sieht, gute Dichter sind immer aktuell, denn inzwischen hat sich das militärische Aufgebot der USA an der Grenze zum Iran verstärkt, ein Angriff scheint kurz bevorzustehen (MOSCOW, March 27 (RIA Novosti), GlobalResearch.ca).

Wirtschaftssanktionen

März 18, 2007 at 6:46 | In Democrats, Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Skandale, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, World War IV | No Comments

Prof. Chossudovsky, ein Wirtschaftsexperte aus Kanada, besticht durch sein Fachwissen in verschiedenen Bereichen und beschreibt sehr detailliert, wieweit wirtschaftliche Interessen und Kriege in den USA miteinander verknüpft sind. Er schrieb etliche Bücher, die bereits in zwanzig Sprachen übersetzt wurden, hält Vorträge in vielen Ländern und dürfte einer der ganz wenigen sein, die zur Zeit in der Lage sind, über das Ausmaß der US-Pläne und die Vorgangsweise der Bush-Regierung verlässlich und ausführlich Auskunft zu geben.

Sollte jemand seine Aussagen anzweifeln, dann nehme sich der Betreffende am besten mehrere Tage Zeit, um die Homepage von Prof. Chossudovsky, globalresearch.ca, anzusehen und um dort in den umfangreichen Archiven zu stöbern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass derjenige, der stichprobenartig den vielfach vorhandenen angegebenen Quellenangaben nachgeht, zur Gegenrecherche in den Tagesnachrichten, in zugänglichen Unterlagen und Büchern zum Thema Middle East nach Querverbindungen und Hinweisen sucht, noch Zweifel daran hat, dass die Außenpolitik der Bush-Regierung grundsätzlich gefährlich aggressiv ist.

In diesem Posting möchte ich nur auf ein Detail aus seinen umfangreichen Veröffentlichungen verweisen, und zwar auf seine Beobachtungen über die Wirtschaftsbeziehung zwischen Vietnam, den USA und dem IWF und anderen Organisationen.

In den Medien wurde nicht viel darüber berichtet, wie sich der Staat Vietnam nach dem Rückzug der Amerikaner nach dem Vietnamkrieg wirtschaftlich weiterentwickelte. Nach der offiziellen Darstellung gaben die Vereinigten Staaten schließlich ihren Widerstand gegen die Vergabe von Darlehen und Hilfsleistungen für den Wiederaufbau Vietnams von Seiten des Internationalen Währungsfonds und der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) im Juli 1993 auf. Vietnams Streben nach schnellem Wachstum wurde teilweise durch das rapide Wachstum Chinas und durch die Bedrohung der vietnamesischen Sicherheit forciert. Die Vereinigten Staaten hoben 1994 ihr über Vietnam verhängtes Handelsembargo auf und errichteten im August 1995 ein diplomatisches US-Büro in Hanoi.

Um welchen Preis? Die Darstellung von Prof. Chossudovsky “Who won the Vietnam war” beschreibt, wie nach dem Krieg Vietnam von der Weltbank wirtschaftlich Schritt für Schritt massiv unter Druck gesetzt wurde (Jul./Aug. 1995, Peace Magazine.org).

Dieser Bericht weist auf sehr interessante Perspektiven im wirtschaftlichen Bereich hin. Er zeigt auf, dass der IWF, der internationale Währungsfond über sehr viel Macht verfügt, um einem anderen Land den Willen der Weltmacht USA aufzuzwingen.

Seit Prof. Chossudovsky begann, sich für die Politik der USA zu interessieren, sind viele Jahre vergangen. Inzwischen wurde Paul Wolfowitz, der frühere stellvertretende Verteidigungsminister der USA in der ersten Regierungsperiode von G.W.B., Chef der Weltbank, sodass sogar zusätzlich noch eine Machterweiterung im wirtschaftlichen Bereich vorhanden ist. Die Möglichkeit, über Wirtschaftssanktionen Druck zu machen, beschränkt sich also keinesfalls auf harmloses „Appeasement“, sondern sozusagen auf eine ökonomische Kandare.

Bilder: Global brutal. Der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg, Paul Wolfowitz

Vom Überschall zum Hyperschall

März 14, 2007 at 10:39 | In Democrats, Skandale, Vom Klima, Waffen | No Comments

Das neueste ehrgeizige Projekt US Air Force heißt FALCON (Force Application and Launch from the Continental, globalsecurity.org: FALCON1, FALCON2). Treffender könnte der Name dieses futuristischen Flugobjekts nicht gewählt sein. Eine Beschleunigung ab Mach 1 (Schallgeschwindigkeit) gilt bereits als Überschallgeschwindigkeit. Die Bezeichnung Hyperschall verwendet man für eine Beschleunigung ab Mach 5 (Wiki).

Bis zum Jahr 2020 soll FALCON in der Lage sein, jeden Punkt auf diesem Planeten innerhalb zwei Stunden angreifen zu können, mit dem Resultat, dass dadurch die Vorwarnzeit des Gegners drastisch gesenkt wird. Bereits jetzt werden verschiedene Flugkörper dieses Typs getestet

Das neue Hyperschallflugzeug soll die unglaubliche Geschwindigkeit von etwa 6.000 – 15.000 Meilen (ca. 9000 – 22.500 km) in der Stunde bei einer Flughöhe zwischen 100.000 und 150.000 Fuß (ca. 30- 50 km) erreichen (26.1.2006, Space.com). Zusätzliche Information über die Fortschritte des Projekts bietet die Homepage von Defense Industry Daily (17.3.2005, Teil 1, 6.6.2006, Teil 2). In einem Artikel von “National Security Writer” Jack Kelly fand ich neben einer Beschreibung von FALCON auch die über andere futuristische und schockierende Projekte (18.7.2003, Post Gazette).

Ein großer Teil der Weltbevölkerung benötigt dringend Unterstützung gegen Hunger, Krankheiten und Armut. Im Mittelpunkt der Diskussion steht momentan, wieweit die Klimaerwärmung ernste Naturkatastrophen hervorrufen könnte. Im Prinzip sollte ernsthaft daran gedacht werden, Energie zu sparen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Die Entwicklung von hypermodernen Waffen und Flugzeugen kostet Geld, viel Geld und verbraucht auch Unmengen an Energie.

An dieser Stelle überlasse ich es dem Leser, sich selbst über Auswüchse der US-Rüstungsindustrie eine Meinung zu bilden.

Bild: Link

Über das Arctic National Wildlife Refuge in Alaska

März 3, 2007 at 6:28 | In Democrats, Gesellschaft, Videos, Vom Klima | No Comments

Zu den Streitthemen der Präsidentschaftswahlen in den USA 2004 gehörte die Frage, ob im Arctic National Wildlife Refuge (ANWR), einem Naturschutzgebiet so groß wie Österreich, nach Öl gebohrt werden sollte.

Der demokratische Kandidat, Senator John Kerry verteidigte das Naturschutzgebiet. Mit dieser Auffassung trat er in die Fußstapfen des früheren Präsidenten Jimmy Carters, der schrieb:

“Das Arctic National Wildlife Refuge ist einzigartig, das letzte, wahrhaft großartige Wildnisgebiet der Vereinigten Staaten. Es wird ein grandioser Triumph für Amerika sein, wenn es uns gelingt, ANWR in seinem reinen, unberührten Zustand zu erhalten. Dieses außergewöhnliche Land sich selbst zu überlassen wäre das größte Geschenk, das wir künftigen Generationen machen könnten.“ (FAZ.NET)

Senator John Kerry und seine Frau Theresa Heinz-Kerry wären bereit gewesen, im Fall eines Sieges vermehrt auf Alternativenergien zu setzen. (Bioblatt, siehe auch Posting). Mit einer Initiative gelang es ihm, das Naturschutzgebiet in Alaska zu retten (JohnKerry.com, MSNBC)

Am 5. Dezember 2006 konnte ein Tierpfleger im Berliner Zoo ein Eisbärenjunges retten, das von seiner Mutter nicht angenommen wurde. Die Freude war groß, als es gelang, den kleinen Kerl mit der Flasche aufzuziehen. Während sonst die Eisbären von ihren Müttern in ihren Lebenswochen von neugierigen Blicken in Eishöhlen aufgezogen werden, folgt diesmal die Kamera dem kleinen “Knut” auf Schritt und Tritt. Bildserie von “Knut” in der “Welt“, “Knut”-Filme auf YouTube - der kleine Eisbär macht anscheinend süchtig.

Doch eigentlich sollten Eisbären in erster Linie in freier Wildbahn leben und nicht nur im Zoo. Zählen nicht Amerikas große Naturschutzgebiete in gewisser Weise zum Weltkulturerbe? Wenn sich Amerikaner in der Zeit der Bush-Regierung über “Anti-Amerikanismus” beschweren, dann sollten diese Kritiker vielleicht bedenken, dass auf Amerika unter anderem auch die Erwartungshaltung ruht, das große Erbe der wunderschönen Naturschutzgebiete an folgende Nationen weiterzugeben.

Bilder: Gähnender Eisbär, Eisbärjunges Knut


Nächste Seite »

Bloggen Sie auf WordPress.com. | Theme: Pool by Borja Fernandez.
Entries and comments feeds.