Dr. Helen Caldicott
April 30, 2007 at 5:56 | In Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Q´chott, Videos, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, Without Clash, World War IV | No Comments
Die Ärztin Dr. Helen Caldicott ist die Präsidentin des Nuclear Policy Research Institute, die Gründerin der Gesellschaft Physcians for Social Responsibility, die Gewinnerin des 2003 vergebenen Lannan Prize for Cultural Freedom und eine Anwärterin für den Nobelpreis. Das Smithsonian Insitute ebenso wie das Ladies´Home Journal bezeichneten sie als eine der einflussreichsten Frauen des 20. Jahrhunderts. Von 19 Universitäten wurden ihr Ehrentitel verliehen. Sie verbringt ihre Zeit in Australien ebenso wie in den USA. Dort engagierte sie sich die letzten dreißig Jahre für eine internationale Kampagne, um die Öffentlichkeit über Gefahren des nuklearen Zeitalters aufzuklären (Quelle).
Genaue Informationen über ihre Person entnehme man folgenden Aufstellungen, ihrer Biographie und ihrem Lebenslauf, der durch detaillierte Angaben über ihre zahlreichen Qualifikationen und Ehrentitel selbst für eine prominente Persönlichkeit weit über den üblichen Rahmen herausragt.
Mir fiel Dr. Coldicott zunächst durch den Artikel “Nuclear Power is still a deadly propossition” auf, in dem sie sehr überzeugend ihre Bedenken betreffend die Verwendung von Kernenergie schildert (17.8.2004, Globalresearch.ca). Wie man weiß, gehört zu den Problemen im Zusammenhang mit der Energieversorgung westlicher Staaten nicht nur die Frage, wie radioaktiver Müll sicher entsorgt werden könnte, sondern auch die besonders von Umweltschützern geforderte Reduktion des CO2-Ausstoßes. Auch hier setzt Dr. Caldicott an. Das von ihr gegründete Nuclear Policy Research Institute (NPRI) arbeitet an einem sehr ehrgeizigen Plan, an einer “Roadmap for a Zero-CO2 Energy Future“.
Ihrer Meinung nach geht die Entwicklung der Atomwaffen in eine völlig falsche Richtung, die weder der Sicherheit noch der Wirtschaft dient. Dr. Helen Caldicott befürwortet eine umfangreiche Abrüstung und Vernichtung der bestehenden Atomwaffen.
Zu den Plänen der jetzigen US-Regierung gehört auch die Aufrüstung im Weltall. Eingeführt wurde dieses Projekt unter Ronald Reagan unter dem Namen SDI oder Star Wars. Die Verlagerung hochentwickelter Rüstungstechnologie in den Weltraum lässt sich nicht so ohne weiteres als unbedenklich einstufen. Bereits bis jetzt entstanden erhebliche Schäden in der Atmosphäre. Auch darüber handelt eines ihrer Bücher.
Dr. Helen Caldicott ist Mutter dreier Kinder. Dies könnte sie ebenso wie eine andere Veröffentlichung betreffend Schäden an ungeborenen Kindern durch radioaktive Strahlung, für die sie das Vorwort verfasste (Gayle Greene, The Woman Who Knew Too Much: Alice Stewart and the Secrets of Radiation), motiviert haben, am Schicksal der durch die Anwendung radioaktiv verseuchter Munition erkrankter oder behinderter Kinder in Kriegsgebieten besonders Anteil zu nehmen. Sie arbeitet mit dem Traprock Peace Center zusammen und setzt sich dafür ein, dass dieser unglaubliche Skandal der Öffentlichkeit bekannt wird:
Helen Caldicott on Depleted Uranium
Es ist nicht so einfach, Gesundheitsschäden durch den Einsatz von DU zu beweisen, wie es auf ersten Blick aussieht. Die Soldaten sind während ihrer Einsätze vielen gefährlichen Einflüssen ausgesetzt. So sind z.B. die verordneten Impfungen wie die gegen Anthrax oft nicht ohne Nebenwirkungen und die Soldaten kommen auch vielfach mit anderen gefährlichen Chemikalien in Berührung.
Mittlerweile konnte der Verdacht, dass der Kontakt mit DU zu sehr schädlichen Langzeitwirkungen führt, dass die Anzahl der Missbildungen bei ungeborenen Kindern und insgesamt die Krebsrate in den Kriegsgebieten ansteigt, durch exakte, wissenschaftlichen Kriterien entsprechende Untersuchungen untermauert werden (siehe auch Posting). Von Dr. Helen Caldicott erhältlich ist ein Dokumentarfilm auf DVD zu diesem traurigen Thema, und zwar “Poison Dust”:
This is a full-length documentary film that takes a close look at the dangers of radioactive Depleted Uranium Weapons to innocent civilians and our own troops. Could U.S. troops serving in Iraq or elsewhere come home severely damaged-even if they avoided getting killed or wounded? Poison Dust tells the story of young soldiers who thought they came home safely from the war, but didn’t.
Als Friedensaktivistin unterzeichnete Dr. Helen Caldicott zusammen mit Mr Hans-Christof Von Sponeck, dem UN-Koordinator für humanitäre Hilfe im Irak von 1998 -2000, und anderen Prominenten auch die Kuala Lumpur Declaration vom 17.12.2005, die die Absicht beinhaltet, Krieg in Zukunft zu kriminalisieren. Auf den folgenden Videos spricht sie über die Gefahren der Aufrüstung und eines weiteren Atomkrieges:
Bücher:
- Helen Coldicott, Nuclear Power is not the Answer; New Press, 2006
- Helen Coldicott, The new nuclear danger: George W. Bush’s Military-Industrial Complex, Revised and Updated Edition, New Press, 2004
- Helen Caldicott, Craig Eisendrath, War in Heaven: Stopping the Arms Race in Outer Space Before It’s Too Late, New Press 2007
- Rosalie Bertell, Helen Caldicott, Poison Dust, 2006
- Helen Coldicott, If you love this planet, W. W. Norton & Company, 1992
- Helen Coldicott, Nuclear Madness: What You Can Do, W. W. Norton & Company, Revised edition, 1994
- Helen Caldicott, Atomgefahr USA Die nukleare Aufrüstung der Supermacht, Diederichs GmbH & Co. KG, Verlag Eugen, 2003 (deutsch)
Homepage: Nuclear Research Institute
Bilder: Dr. Helen Caldicott, Poison Dust
Über “Die Chroniken von Narnia” von C.S. Lewis
März 25, 2007 at 8:22 | In Anachronismen, Gesellschaft, Middle East, Q´chott, Skandale, USA, Without Clash | 1 Comment
Zu den Kinderbüchern, die in den letzten Jahren Furore machten, gehörten die Chroniken von Narnia, geschrieben von dem Engländer Clive Steples Lewis. Die 7-teilige Buchreihe, die die Abenteuer verschiedener Kinder im magischen Land Narnia beschreibt, entstand bereits in den Jahren 1950 - 1956 und wurde bereits früher verfilmt.
Eines der Bücher aus dieser Reihe wurden jetzt neu auf die Leinwand gebracht, und zwar der zweite Teil “Der König von Narnia” (2005, The Lion, the Witch and the Wardrobe). Ein weiteres, Prinz Kaspian befindet sich zur Zeit in Produktion. Die Fantasy-Serie ebenso wie der Film erhielt von der United Church of Christ und anderen (Huffingtonpost) christlichen Organisationen regelrechten Kultstus.
Die Begeisterung für Narnia ging auch am deutschsprachigen Bereich nicht vorbei. Sogar ein evangelische Theologe, Markus Mühling untersucht in seinem Buch “Gott und die Welt in Narnia, Eine theologische Orientierung, Vandenhoeck & Ruprecht, 2005” die Parallelen zwischen dem Fantasy-Stoff und der Bibel. Seiner Meinung nach ist die ganze Geschichte von Narnia gespickt mit Analogien zur christlichen Heilsgeschichte.
Als ich einen Vorspann des Filmes mit den actionreichen Kampfszenen im Fernsehen sah, wurde ich zuerst ärgerlich und überlegte mir, wie verrückt jemand sein muss, solch ein Machwerk mit den Prädikaten “christlich” und “wertvoll” zu versehen. Schließlich und endlich wurde der Film bzw. die Serie, deren letzter Teil zu allem Überfluss auch noch “Der letzte Kampf” heißt, sogar ernsthaft als Bestandteil der neokonservativen Werbemaschinerie für GWOT (Global War Against Terrorism) bzw. gegen die Moslems eingesetzt - und dass bei Kindern (American Thinker)! Dann überlegte ich mir, dass es zugegeben unmöglich ist, einen Film nach einem kurzen Clip zu beurteilen und sah mir das Buch an.
Ich gestehe, dass ich am Anfang mit dem Buch zum Film nichts, nichts anfangen konnte. Doch fand ich den Autor, C.S. Lewis interessant, der auch das Buch “Anweisungen für einen Unterteufel” verfasst hat. Dieser Autor, Mitglied des christlichen Literaturkreises Inklings, vertrat ernsthaft die Meinung, “Narnia” wäre gleichzustellen mit dem Meisterwerk “Der Herr der Ringe” von J.R.R. Tolkien, mit dem er lange Zeit befreundet war.
Seine Anmerkungen, wieweit das Buch christlich sein soll, beschränken sich auf wenige Zeilen:
There´s one funny line he put in a letter. He said children know who Aslan is, Palmer said. The great golden lion, son of the emperor from beyond the sea, is a Christ reference (JTA).
Ich persönlich empfand das Märchen ganz einfach nicht als christlich, eher schon konnte ich mit der Auffassung etwas anfangen, dass Elemente aus der griechischen und römischen Mythologie mit irischen und englischen Märchen gemixt sind (Wiki). Mir fehlte vor allem der Löwe! Zugegeben, der Film selbst beruft sich auf ein biblisches Zitat (Wiki):
Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda!”
(Offenbarung 5.5)
Diese wenigen Worte aus der ohnehin erst im Jahr 92 n.Chr. entstandenen Offenbarung bieten insgesamt wenig Grundlage, um darauf eine ganze Geschichte zu bauen. Der Name “Juda” betrifft in diesem Fall nur in weiterem Sinn das israelische Volk, sondern bezeichnet eigentlich einen der Söhne Jakobs:
Juda, du bist’s! Dich werden deine Brüder preisen. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Nacken sein, vor dir werden deines Vaters Söhne sich verneigen. Juda ist ein junger Löwe. Du bist hochgekommen, mein Sohn, vom Raube. Wie ein Löwe hat er sich hingestreckt und wie eine Löwin sich gelagert. Wer will ihn aufstören? Es cwird das Zepter von Juda nicht weichen noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, dbis daß der Held komme, und ihm werden die Völker anhangen. Er wird seinen Esel an den Weinstock binden und seiner Eselin Füllen an die edle Rebe. Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel in Traubenblut. Seine Augen sind dunkel von Wein und seine Zähne weiß von Milch.
Gibt man in der Suchfunktion der Online-Bibel (Lutherübersetzung) das Wort “Löwe” ein, dann kann man leicht nachrecherchieren, dass, abgesehen von der Geschichte des mutigen Propheten Daniel, der - wie man weiß - während der babylonischen Gefangenschaft von Nebukadnezar in die Löwengrube geworfen wurde und dort unversehrt wieder hervorstieg, eigentlich nur wenig Beziehung zwischen der jüdischen bzw. christlichen Religion und Löwen besteht.
Der Name des Löwen “Aslan” lässt sich sowohl in türkischer Sprache als auch in einem iranischen Dialekt, Askeri, mit “Löwe” übersetzen und gilt auch in einigen islamischen Ländern bis zum heutigen Tag als Ehrentitel (Aslan Abaschidse - georgischer Politiker, Aslan Alijewitsch Maschadow - tschetschenischer Präsident und Widerstandskämpfer oder auch Arp Aslan, der Großsultan der Sedschuken).
Dies brachte mich den Gedanken, die Herkunft des Löwen als Träger religiöser Symbolik im Mittleren und nicht im Nahen Osten zu suchen, denn eigentlich ist Persien das “Land der Löwen”. Auch in früheren Flaggen befand sich ein Löwensymbol:
Das alte Persien verwendete weiße Flaggen mit Abbildungen von Löwe und Sonne. Die Sonne stand für die Lehre des Zarathustra und die Reinheit der Gedanken. Der Löwe stand für die Kraft und den Mut der Perser. Die Art und Weise der Darstellung von Löwe und Sonne wurde erst ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts vereinheitlicht, da 1806 der “Orden des Löwen und der Sonne” gegründet worden war. Von diesem Orden wurde die Symbolik erneut auf die Flaggen des Landes übertragen. Etwa ab dem Jahre 1845 wurde der Löwe mit dem Schwert des Ali (Zülfükar) – Schwiegersohn des Propheten Mohammed und Begründer der Schia – dargestellt. (Anmerkung: Das Löwensymbol mit dem Schwert wurde in der Vergangenheit von der Schah-Dynastie ebenso wie jetzt von der Oppositionspartei.NRCI verwendet, siehe auch Flaggenlexikon)
Im Time Life-Buch von Desmond Stuart “Die Frühzeit des Islam”, Time Inc., 1968, S 133 fand ich folgende Zeilen: Der Löwe ist das stärkste aller Tiere; er fürchtet kein anderes Tier und streift deshalb durch die Wildnis. Frauen und Kinder greift er nicht an; er flieht kein Tier außer der Ameise. Vor einem weißen Hahn hat er Angst und lässt Karawanen, die einen Hahn mitführen, unbehelligt. Melodischer Gesang besänftigt ihn; wenn er badet, ist er so friedlich, dass ein Kind auf ihm reiten und ihn lenken könnte. Diese Worte stammen aus einem alten “Bestiarum”, einer alten Sammlung von Tierbeschreibungen aus dem 11. Jahrhundert, die in der Morgan Library in New York ausgestellt wird. Dieses wurde zunächst von einem Arzt am Hofe des Kalifen von Bagdad, Ibn Bachtischu, erstellt. Zwei Jahrhunderte später wurde es ins Persische übersetzt und mit Miniaturen ausgestattet.
Ich fand heraus, dass der Löwe eigentlich Ali in symbolhafter Bedeutung zugeordnet wurde, jenem Ali ibn Ali Talib, dem vierten rechtgeleiteten Kalifen (also einem jener ersten vier Kalifen, die Mohammed persönlich kannten), der auch als Gründer der schiitischen Glaubensgemeinschaft gilt.
Die Aleviten, eine besonders friedliche und sympathische Glaubensgemeinschaft aus dem islamischen Spektrum, kennen folgendes Sprichwort: “Ali ist der Löwe Gottes”. Für sie ist der Löwe das Symbol für Gerechtigkeit und Güte, also für Eigenschaften Gottes, die einem gläubigen Aleviten als besonders erstrebenswert gelten. Bei den Aleviten begleitete Ali, manchmal unsichtbar, manchmal als Löwe - sogar als sprechender Löwe - , den Propheten Mohammed!
Die Aleviten glauben sogar, dass Ali in Wirklichkeit gar nicht gestorben ist: Nach dem Tode Alis wurde sein Leichnam auf ein Kamel gelegt. Ali teilte seinen Söhnen Hasan und Hüseyin vor seinem Tod mit, dass ein verschleierter Mann kommen und das Kamel wegführen würde. Als der Mann kam und mit dem Kamel wegging, liefen Hasan und Hüseyin ihm nach, um festzustellen, wer dieser Mann sei. Der Fremde hob den Schleier: es war Ali selbst…
Vier Throne müssen im Buch “Der König von Narnia” besetzt werden, um das Land zu retten - vier Tore (1. Die Annahme der Gesetze, 2. die Kenntnis der individuellen Ansprüche, 3. die Erkenntnis über den anderen, 4. die Rechte und Pflichten der Gemeinschaft) müssen der Meinung der frommen Aleviten nach beachtet werden, um nach ihrem Glauben zu leben. In gewisser Weise kennen die Alewiten eine Dreieinigkeit Gottes; und zwar die von Allah, Mohammed und Ali. Man kann in ihrer Religionsgemeinschaft auch Elemente des christlichen Abendmahls wiedererkennen.
Im alevitischen Glaubensdiens “Cem” wird auch ein ritueller Tanz aufgeführt: “Semah”, der das Sonnensystem mit den Planeten darstellt. Die Bewegung der Planeten ist übrigens auch für den Fortgang der Jahreszeiten entscheidend.
Die Beschreibung der Landschaft von Narnia, der Witterung, der Pflanzen und der Tiere (bis auf den Biber) passt meiner Meinung nach ganz genau auf Urmia, eine Stadt knapp an einem großen Binnenmeer, dem Urmiasee. Im Iran wird noch immer ein großes Frühlingsfest gefeiert - Nouruz! Ich fand noch zahlreiche andere Hinweise darauf, dass das Phantasieland Narnia im Orient angesiedelt ist, so weist doch der Name des Mädchens Aravia im Buch “Der Ritt nach Narnia” ganz klar auf “Arabien” hin. Ein Buchtitel der Narniareihe enthält sogar einen geographischen Hinweis, und zwar das Buch Prinz Kaspian und Narnia. Das kaspische Meer liegt doch in West-Asien. Es hat auch einen iranischen Hafen und zwar Bandar Anzali, früher Bandar Pahlevi.
Für Bibelwissenschafter ebenso wie für Suchende, die erst nach langem Forschen zu ihrem Glauben fanden wie C.S. Lewis muss der Iran eine geradezu magische Ausstrahlung haben. In Persien wurde auch Zoroaster, Zarathustra geboren, der als einer der ersten Propheten “Gut und Böse” trennte und in weiterem Sinn auch zu den Gründern der abrahamitischen Glaubensrichtungen gehört.
Kann man nicht davon ausgehen, dass C.S. Lewis die Narnia-Chroniken deshalb geschrieben hat, um das Interesse von Kindern nicht nur für den christlichen Glauben, für griechische Mytholologie, für alte Sagen und Märchen zu wecken, sondern auch, um die Leser anzuregen, über den Mittleren Osten und über die Entstehung unseres Glauben zu nachzudenken? Im Christentum ist kritisches bzw. vergleichendes Lesen und in diesem Sinn gelesen wären die Narnia-Chroniken sogar sehr nette und gelungene Kinderbücher.
Sie könnten daran erinnern, dass das Christentum ebenso wie das Judentum und der Islam auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgehen. Sowohl das Judentum, als auch das Christentum und der Islam nahmen auch Ideen des persischen Religionsgründers Zarathustra auf, der erstmalig in einem dualistischen System “Gut” und “Böse” voneinander trennte. Die Bücher könnten auch darauf aufmerksam machen, dass jetzt alte Kulturstätten und Regionen, in denen unsere gemeinsame Zivilisation angefangen hat, im Mittleren Osten in wirklicher Gefahr sind.
Bestimmt aber hätte sich der Autor, der den ersten und den zweiten Weltkrieg miterleben musste, entschieden dagegen verwahrt, dass seine Löwengeschichten dazu verwendet werden, um Kinder im Sinne von GWOT zu einem “Final Battle” zu motivieren!
Gerade an dieser Symbolik rund um den “König der Löwen” kann man sehr gut erkennen, wie nahe sich eigentlich die Religionsgemeinschaften in M.E. mit ihrem gemeinsamen geschichtlichen Hintergrund stehen. Wer´s nicht glaubt, dass auch jetzt noch Weiterentwicklungen vorhanden sind, sollte sich unbedingt die Homepage der Aleviten ansehen (Yunus.de). Obwohl diese Glaubensgemeinschaft vom “offiziellen Islam” noch nicht anerkannt ist, könnte vielleicht in ihr eine Chance für unsere Gesellschaft liegen, demokratisches Gedankengut unter den “Anhängern Allahs” zu fördern.
Möge also der eisige Winter, der jetzt das politische Klima zwischen dem Westen und der islamischen Welt bestimmt, genauso zu Ende gehen wie der harte Winter in Narnia, damit eine neue Zeit der Vernunft und Toleranz anbricht!

Zusatzinformation: Flaggen in Persien und im Iran, Lion rugs, Mithraeum, ,
Bilder: C.S. Lewis, Iblis - die Hexe, Aslan - der Löwe
Nicht nur Kinder, sondern auch sehr viele Erwachsene kennen den erfreulichen Zeichentrickfilm “Simba, der König der Löwen” (Disney Studios). Doch auch das Wort “Simba” als Bezeichnung für einen Löwen stammt aus Swaheli, einer Sprache eines islamischen Landes.
Psycho
Februar 26, 2007 at 4:33 | In Anachronismen, Q´chott, USA, Verständigung, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, World War IV | 2 CommentsBekannt wurde das Milgram-Experiment, in dem nachgewiesen werden konnte, dass ein erschreckend großer Anteil der Versuchspersonen bereit waren, Unschuldige bei Verhören auf Befehl hin zu misshandeln. 1962 Das erste Mal von Stanley Milgram in den USA durchgeführt, wurde es später, 1970 in der BRD wiederholt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse zeigten, dass ein Großteil der Menschen ohne Rücksicht auf die Kultur, aus der sie stammen zur Ausübung von Folterungen motiviert werden können.
Eine wissenschaftliche Untersuchung darüber, dass Gefängnisse zerstörerisch auf die Psyche der betroffenen Personen wirken, und zwar sowohl auf diejenigen der Gefangenen als auch auf die der Gefängniswärter wurde von der Stanford-Universität durchgeführt. Beim „Stanford-Experiment“ wurden willkürlich einige Personen ausgewählt und in „Gefangene“ und „Aufseher“ geteilt. Bereits nach drei Tagen musste ein Gefangener entlassen werden, da er extreme Stressreaktionen zeigt. In weiterer Folge begannen einige „Aufseher“, die Gefangenen sadistisch zu misshandeln. Nach nur sechs Tagen wurde das Experiment abgebrochen, da die Versuchsleiter selbst nicht mehr für ihre Objektivität garantieren konnten.
Es gibt eine eigene Bezeichnung für psychische Schäden nach schlimmen Erlebnissen. Diese Krankheit heißt Posttraumatische Belastungsstörung (Abk.: PTBS; engl.: Posttraumatic Stress Disorder, Abk.: PTSD, im amerikanischen Sprachgebrauch auch Post Vietnam Syndrom (PVS)). Nach der ICD-10 (International Classification of Diseases) der WHO hat die PTBS den Code F 43.1. Dies ebenso wie der Umstand, dass Soldaten oft an unerkannten Kopfverletzungen leiden trägt mit Sicherheit dazu bei, dass G. Bush die Terroristen in Kriegsgebieten niemals ausgehen.
Wie es eigentlich im Kopf eines Politikers aussieht, der dafür bekannt ist, dass er solche Zerstörungen, wie dies der Terrorist Timothy McVeigh einmal in seinem Leben zu Wege brachte, sozusagen im Alltag nebenher erledigt, versuchte Psychoanalytiker Dr. Justin A. Frank herauszufinden. Er schrieb darüber das Buch: Bush on the Couch: Inside the Mind of the President, Regan books, 2005.
Der Bombentäter von Oklahoma City 1995, der damals mit Sprengstoff 168 Menschen tötete und über 500 verletzte, wurde 2001 mit einer Giftspritze hingerichtet. Auch die zwei Mittäter entgingen der Strafe nicht. Nichols erhielt eine lebenslange Haftstrafe, und Fortier, der als Zeuge ausgesagt hatte, wurde zu zwölf Jahren verurteilt.
Eine kurze Frage - welche Strafe bzw. welche Behandlung würde G.W.B. eigentlich erwarten, wäre jeder der über 640 000 Gefallenen in seinem Irak-Krieg, der völkerrechtswidrig begonnen wurde und auf der Lüge beruhte, Saddam Hussein hätte WMD´s, ein Amerikaner?
Bilder: Überreste des Murrah Federal Building nach dem Anschlag, Bush on the Couch, Timothy McVeigh
Dominique Aubier
Februar 25, 2007 at 4:20 | In Anachronismen, Gesellschaft, Publikationen, Q´chott, Vom Klima, Without Clash, World War IV | No CommentsAls die USA den Vietnamkrieg führte, entwickelte sich als Reaktion auf die Brutalität und die Opfer des Krieges eine Protestbewegung. Dieser Zeit entstammt das Musical Hair (im Untertitel The American Tribal Love/Rock Musical), das als Meilenstein innerhalb der Popkultur der späten 1960er-Jahre gilt. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Gruppe aus der Hippie-Bewegung, die versucht, dass „Wassermannzeitalter“ herbei zu singen:
This is the dawning of the age of aquarius…
(deutsch: Das Zeitalter des Wassermannes dämmert herauf…)

Um ein Gegengewicht zur jetzt herrschenden Weltuntergangsstimmung (Bible Code, Nostradamuscode, Terrorhysterie, Klimahype) zu finden, müsste es doch Freude machen, positive Gedankengänge oder Projekte zu fördern. Einen Ansatz dazu bietet die Schriftstellerin Dominique Aubier:
Die Schriftstellerin Dominique Aubier möchte dieses Rätsel von Don Quichote, einem vielgelesenen Buch des Dichters Miguel Cervantes zu lösen. Als Expertin der hebräischen Kabbala öffnet sie Don Quichotes Symbolik, dekodiert und befreit ihren Sinn. Die Entdeckung ist unerwartet :Don Quichote ist im Originalen gleichzeitig im spanischen und im hebräischen lesbar.
Die zweite originale Ausgabe (1608), von Cervantes revidiert, ist mit groben “Fehlern” gespickt, die die offiziellen Gelehrten in den folgenden Ausgaben schnellsten „korrigierten“. Kodierte Nachrichten, darunter manche direkt aus dem biblischen Text, besonders Ezekiels.
Don Quichote (Q’ chott im Aramäischen bedeutet Wahrheit) wurde in der Erinnerung an Spanien als Begegnungsland der drei monotheistischen Religionen geschrieben und schlägt der Zukunft ein umfassendes kulturelles Projekt vor. …“(Aubier, Reichelberg, Mac Gaha, Baruch, Wikipedia).
Das erfolgreiche Musical „Der Mann von der Mancha“ wurde frei nach den Ideen dieses Klassikers der Weltliteratur von Miguel Cervantes verfasst. Den Text des berührenden Musicals verfasste Dale Wasserman (leider nur mit einem „n“ geschrieben). Die Handlung dürfte bereits bekannt sein:
Miguel de Cervantes und Don Quijote, das lebendigste Geschöpf seiner dichterischen Phantasie, verschmelzen in Mitch Leighs Musical Der Mann von La Mancha gewissermaßen zu einer einzigen Gestalt. Der von der Inquisition eingekerkerte Dichter spielt mit seinen Mitgefangenen seinen Ritterroman nach. Mörder und Diebe, die zunächst das Manuskript verbrennen wollen, schlüpfen fasziniert in die ihnen zugeteilten Rollen; Miguel de Cervantes selbst agiert dabei als Don Quijote.
Ein spanisches Kulturinstitut, „Instituto Cervantes“ mit zwei Hauptsitzen in Madrid und Alcalá de Henares, wurde nach dem berühmten spanischen Autor von Don Quijote benannt. Es wurde 1991 von der spanischen Regierung ins Leben gerufen mit dem Ziel, die spanische Sprache zu fördern und das Kulturgut aller spanischsprachigen Länder bekannt zu machen und zu pflegen. In 29 Ländern existieren derzeit 44 Niederlassungen in Europa, Amerika, Asien und Afrika.
Ganz sicher aus dem Wasser aber kommt der Delfin. Diese freundlichen Tiere beflügelten schon immer Mythen und Märchen. Auch ein Sternbild wurde „Delfin“ benannt. Obwohl bis jetzt für den Erfolg der „Delfintheraphie“ keine mathematisch messbarer Beweis erbracht werden konnte, bereiten doch diese Gesellen des Meeres kranken und behinderten Kindern viel Freude. Sowohl in den USA, in Israel, in der Türkei und auch in Deutschland (Nürnberg), wird oder wurde versucht, durch den Kontakt mit diesen Tieren besonders armen Kindern zu helfen.

Diese Tiere stehen symbolisch auch für die Verbundenheit zwischen Menschen und Tieren und dass „Friede“ (Delfin) besser als „Krieg“ (Hai) ist. Einmal habe ich gelesen, dass eines Tages, wenn die Menschheit im Chaos versinkt, Delfine an Land kommen würden, um den Menschen zu helfen. Es gibt auch eine moderne Managementmethode, die Delfinstrategie heißt, entwickelt von Dudley Lynch und Paul Kordis, die auf der Win-Win-Strategie aufbaut, d.h. dass Verhandlungen so geführt werden sollten, dass das Ergebnis für beide Seiten ein Erfolg wird.
In der griechischen Mythologie galten Delfine als Totemtier der Göttin Demeter, die zuständig für die Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und den Gang der Jahreszeiten war, also für Liebe als Kraft der Schöpfung, nicht im sinnlichen Bereich. Es ist schon klar, dass der „Fisch“ das gebräuchliche christliche Symbol ist, aber es sollte ja ein Symbol für alle Religionen und Kulturen sein, nicht nur für unsere. Wenn ein Projekt, an dem die drei großen Religionsgemeinschaften auf der Basis von „Wahrheit und Liebe“ mit Hilfe moderner Ideen, der „Delphinstrategie“, erstellt werden könnte – dann – könnte das „Zeitalter des Wassermanns“ beginnen.
Fast alle Lebensräume sind erschlossen. Wohin mit den vielen Menschen? „Ocean city“ als Lösung? Über eine solche Idee wurde bereits diskutiert! X-Seed 4000 oder auch Ocean City nannte man einen visionären Wolkenkratzer-Entwurf aus dem Jahr 1980, der von Japan als eine künstliche Insel entworfen wurde. Eine Million Menschen sollten darin wohnen, arbeiten und ihre Freizeit gestalten. Natürlich würde es sehr viel Geld kosten, solch ein Projekt zu realisieren.
Auch wenn sich diese Ideen erst in der Entwicklung befinden – wer sagt, dass diese nicht eines Tages realisiert werden könnten? Noch vor hundert Jahren hätte sich niemand den Flug zum Mond, den Bau von Unterseebooten und eine so großartige Kommunikationsmöglichkeit wie das Internet vorstellen können. Könnte nicht der „Friede im Heiligen Land“ für alle Menschen auf Welt ein Anliegen und große finanzielle Opfer Wert sein? Wasser in die Wüsten – für die Araber, eine „Neue Stadt“, Ocean City als zusätzlicher Lebensraum, als „Gelobtes Land“ für die Juden, dies könnte doch für unsere Welt, für unsere Erde, wichtiger sein als diese grässliche Aufrüstung und ein Flug zum Mars!
Homepage: Dominique Aubier, Delfinstrategie
Bilder: Hair, Josef Meinrad als “Mann von der Mancha”, Don Quichote, Delfintheraphie, Demeter, Friedenstaube
Fülle mir den Becher, Schenke …
Dezember 4, 2006 at 6:32 | In Anachronismen, Generell, Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Q´chott, USA, Verständigung, Videos, Without Clash | 1 Comment

Senator John Kerry
Dezember 4, 2006 at 6:22 | In Anachronismen, Democrats, Frauen im Islam, Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Q´chott, USA, Verständigung, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, Without Clash | 1 Comment
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