Probleme mit dem Iran

Dezember 6, 2006 um 10:11 pm | Veröffentlicht in Middle East | Hinterlasse einen Kommentar

Wie dunkle Wolken am Himmel erscheinen uns Drohungen aus dem Iran, einem großen und kriegerischen Land mit einer hohen Kultur. Aus verschiedenen Komponenten bildete sich dort ein unheilvolles Konglomerat als Grundlage für jetzige Konflikte.

Obwohl der Islam – gemessen jetzt am guten Beispiel Türkei, demokratiefähig sein kann, tendiert diese Religion, wie wir alle wissen, zu theokratischen Staatswesen. Werden aus dem Westen die Regierungen islamischer Länder kritisiert, verdrehen dies die Medien in islamischen Staaten im Handumdrehen dahingehend, der Islam würde angegriffen und schüren so die Wut der Bevölkerung gegen westlichen Einfluss.

Lange Zeit beherrschte im Iran die Anglo-Iranian-Oil-Company den Markt. Mossadegh, der versuchte, die Ölgesellschaft zu verstaatlichen, wurde vertrieben. Als Reaktion darauf erklärte und versprach Khomeini großspurig, iranisches Öl sollte dem iranische Volke gehören. Genau dies sagt auch Präsident Ahmadinedschad. Der Beweis dafür, dass die USA im Mittleren Osten tatsächlich aus humanitären Gründen intervenierten, steht sogar aus der Sicht unserer Ländern aus.

Im Islam wird der Eigentumsbegriff an sich groß geschrieben, sodass auch in diesem Bereich der iranischen Regierung vom Westen ein starkes Argument regelrecht in die Hand gespielt wurde.

In einem kurzen Tauwetter nahmen einige Medien islamischer Staaten die amerikanische Idee, den Mittleren Osten zu demokratisieren, wohlwollend auf. Der Iran begrüßte zunächst sogar das Eingreifen der USA im Irak gegen dessen Erzfeind Saddam Hussein.

Wie man weiß, versuchte der Vater des Schahs Rheza Pahlevi, den Schleier mit Gewalt zu verbieten. Dies erzeugte Widerstand bei der Bevölkerung. Rheza Pahlevi modernisierte Straßen, Gebäude und Schulen. Doch die von ihm durchgesetzte Landreform scheiterte und erzeugte Scharen arbeitsloser Menschen, die sich von den eigenen Feldern nicht mehr ernähren konnten und in die Städte drängten.

Die iranische Rechtsanwältin Beaat Mooali meint, dass selbst, wenn die Mullahs in Allah´s Namen gelegentlich zu Milde geneigt sind, in der Bevölkerung derartig verhärtete Strukturen vorhanden sind, dass der Gedanke an Modernisierung schwer fällt. Sie selbst arbeitet beim Verein Refugio, der Folteropfern Beistand leistet.

Natürlich sind die Mullahs an der trostlosen Situation der Frauen im Iran ursächlich beteiligt, denn diese denken nicht daran, die für die Frauen ungünstige Gesetzgebung zu ändern. AI beschäftigt sich mit solchen Fällen und bittet um Beistand durch E-Mails.

Farman Farmaian Sattereh, eine Sozialhelferin aus dem Iran, schreibt in ihrem Buch „Schahsades Tochter“, die iranische Bevölkerung wäre so an Unterdrückung gewohnt, dass der Mut und die Fähigkeit zur Selbstgestaltung fehlt und dass der Regierungswechsel vom Schah zu Ayatollah Khomeini fast noch mehr unterdrückte Aggressionen freigesetzt hätte als die islamische Revolution selbst.

Die Entwicklungen in den früheren Ostblockstaaten zeigen, dass es zwar leicht ist, von „Demokratisierung“ und „Verwestlichung“ zu sprechen, dass aber damals wie heute niemand an die Erstellung strukturierter Konzepte gedacht hat. Selbst, wenn die iranische Regierung dies wollte, könnte sie nicht in Kürze für Iran´s Frauen Schulungs- und Arbeitsplätze „aus dem Hut zaubern“.

Was wäre, wenn die USA, die in großem Umfang Truppen aus dem Irak zurückzieht, ein kleines Stück als US-Stützpunkt abstellt, um dort einen demokratischen Musterstaat implementieren um überhaupt erst einmal Erfahrungen und Ideen vor Ort sammeln, bevor an die Realisierung solch´ einer Konstruktion in größerem Ausmaß gedacht wird?

Wir wissen, was geschah. Zu wenig Truppen in Afghanistan, Korruption in Bagdad trugen zusammen mit diesen entsetzlichen Folterskandalen und dem Einsatz äußerst makaberer Bewaffnung – aufgezählt hier nur Thermobarische Bomben, Phosphorbomben, Giftgas, zu guter Letzt auch DU – dazu bei, dass der Westen nicht nur diesen Krieg, sondern auch „Honour and Eagle“verloren hat. Noch im zweiten Golfkrieg lieferten irakische Soldaten treuherzig ihre Waffen bei der US-Army ab und folterten ihrerseits keinen der US-Soldaten, welche in Gefangenschaft gerieten. Hier ein Bericht der Militärbeobachtungsstelle über den Einsatz von Giftgas durch die US-Army.

Bestimmt dauert es jetzt einige Zeit, bis das Vertrauen, dass sich die US-Army im Zweiten Weltkrieg als einigermaßen gerechte und faire Besatzungsmacht erobert hat, wieder zurückkehrt.

Einer der Gründe für den Einsatz von Atomkraftwerken im Iran besteht darin, dass es offensichtlich nicht gelungen ist, mit Erdgas für schadstofffreie Energiegewinnung zu sorgen und starker Smog über der Hauptstadt Teheran liegt.

In Indien gestaltet sich das Leben für die Frauen fast noch schwieriger, als dies in den islamischen Staaten der Fall ist. Außerdem besitzt Indien die Atombombe. Trotzdem wird Indien beim Ausbau von Atomkraftwerken von den USA großzügig ohne Misstrauensantrag unterstützt.

„War against terrorism“ – gemessen an einem Beispiel aus der Praxis: Obwohl Saudi Arabien einwandfrei in Terroranschläge verstrickt ist, verkauft Boing und Lockheed diesem Land jetzt Kampfjets! Wer dies nicht glaubt, lese direkt nach in einer Pressemeldung von Wallstreet.

Nicht gelöst sind Israels Probleme, dessen Selbstverständnis nach wie vor unklar bleibt.

„Peitsche oder Karotten“? Ein Land ist doch kein Pferd! Genauso komplex wie die Ursachen für die jetzigen Spannungen müssten Lösungsansätze kombiniert sein.

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