Weg mit den Utopisten

Dezember 25, 2006 um 12:24 am | Veröffentlicht in Waffen, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Extreme Hardliner im militärischen Bereich nennen sich auch “Utopisten”. Diese Fraktion besteht ernsthaft und glaubt, dass durch kriegerisches Vorgehen ohne Rücksicht auf sämtliche Konsequenzen Probleme gelöst werden könnten. Ganz umsonst fing sich Richard Perle seinen Spitznamen “Darth Vadder” nicht ein. Kein Zufall, dass Strategic Defense Initiative (SDI) auch unter dem Spitznamen Star Wars bekannt ist. Offensichtlich glauben einige Träumer, dass mit allerneuerster Technik jeder Krieg ohnehin bereits gewonnen ist und dass G.B. an strahlendem Heldentum Luke Skywalker gleichkommt, da sich dieser in Uniform mit den Worten “Mission accomplished” ganz kurz auf einen Flugzeugträger gestellt hat. Immerhin begrüßenswert, wenn jetzt ein Teil der US-Politiker auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt.

Auch, wenn sich die USA jetzt wieder zum Pragmatismus bekehren, heißt dies noch lange nicht, dass diese grundsätzlich ihre Ziele und ihr Streben nach Vormachtstellung in der Außenpolitik aufgeben würde. Henry Kissinger unterstützte übrigens den Putsch von General Pinochet gegen Allende in Chile. Selbst, wenn die “Taube” John Kerry an die Macht gekommen wäre oder kommen würde, wäre dies noch lange keine Wende zum regelrechten Isolationismus. Seine Idee, die Abhängigkeiten von Ölländern durch Weiterentwicklung von Alternativenergien abzubauen, könnte doch für die westlichen Länder einen Zuwachs an Macht und Einfluss bedeuten.

Warum so pessimistisch? Vor nicht allzulanger Zeit noch vertraten manche die Auffassung, mit der Entwicklung von Windows NT hätten die Entwicklungen im EDV-Bereich ihren Höhepunkt und ihren Abschluss erreicht. Wir wissen jetzt, dass dies nicht der Fall war. Ebenso könnten sich durch die Weiterentwicklung der Nanotechnologie bis jetzt ungeahnte Sprünge in der Wirtschaft, in Wissenschaft und Forschung ergeben.

Francis Fukujama schreibt in seinem neuen Buch: “Scheitert Amerika” über einen “realistischer Wilsonianismus”, der eine weitreichende Entmilitarisierung der Außenpolitik und eine “Wiederbesinnung auf andere Typen des politischen Instrumentariums” umfasst. Seiner Meinung nach sollten zwar Präventivkriege und militärische Interventionen nicht ganz ausgeschlossen werden, aber doch als extreme Maßnahme gelten und die NSS dahingehend umgeschrieben werden, dass dort sehr restriktive Kriterien für Einsätze formuliert sind. Fukujama schreibt wirklich sehr gut, man sollte sich seine neuen Thesen doch wenigstens einmal ansehen.

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