Follow the money trail und you will find the thieves!

Januar 6, 2007 um 2:29 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Die Sympathie der Araber für den Dollar sank seit Beginn der bewaffneten Konflikte im Mittleren Osten insgesamt deutlich. Einige Aufregung erzeugte die Debatte darüber, ob die Probleme zwischen Amerika und dem Iran daher kommen könnten, dass der Iran sein Öl lieber in Euro abrechnen und eine Euro-Öl-Börse gründen würde. Dies stellte sich meines Wissens als überzogen heraus. Trotzdem erzeugte die Frage, ob an der Börse das Öl generell weiterhin mit Dollar oder aber auch in Euro abgerechnet sollte, große Spannungen, die unterschiedlich bewertet wurden.

Sehr interessant verlief auch die frühere „Dollarkurve“ im Iran. Der Schah Mohammed Rheza Pahlevi baute zwar Schulen, Straßen und Gebäude. Auch setzte er sich für die Gleichberechtigung der Frau ein. Er nahm den Feudalherren den Boden weg und verteilte winzige Parzellen an die Fellachen. Dies funktionierte überhaupt nicht; die Flächen waren zu klein, um die Menschen ernähren zu können. Sie verarmten und strömten in Scharen in die Stadt. Seine Ölgeschäfte regelte der Schah mit der Anglo-Iranian-Oil-Company. Mit seiner Unterdrückungsmaschinerie, der SAVAK, unterdrückte er sein Land durch Folter und Terror. Das Land blühte zwischenzeitlich auf unter dem gewählten Mininsterpräsidenten Dr. Mossadegh, der das Öl zugunsten des eigenen Landes verstaatlichen wollte. Damit war er eindeutig missliebig geworden und wurde durch die CIA-Operation Ajax entfernt. Der Schah kehrte daraufhin nochmals zurück.

Als Ayatollah Khomeini mit Hilfe der UDSSR-gestützten Tudehpartei die Macht übernahm, flüchtete der Schah ins Ausland. Als Mitglieder der amerikanischen Botschaft als Geiseln genommen wurden, verlangte Khomeini unter anderem die Rückgabe von Geldern, die der Schah, nahgelesen bei Noam Chomsky, ins Ausland transferiert hat. Rafsandschani, der 2005 gleichzeitig mit Ahmadinedschad um das Amt des Präsidenten kandidierte, wäre geschäftlich für den Westen der wesentlich kooperativere Kandidat gewesen als dieser.

Auf der Homepage des neokonservativen AEI-Think-Thanks (American Enterprise Institute) fand ich folgenden aufschlussreichen Satz in dem Artikel „Iran Against the Arabs“ von Michael Rubin (27. Juli, 2006): „…Saudi princes still finance Palestinian terror….“ Dies ist aber bei uns bereits längere Zeit bekannt, ohne dass dies öffentliches Ärgernis erregt.

Die enge Zusammenarbeit zwischen der USA und Saudi Arabien bot auch in anderen Bereichen vielfach Anlass zur Kritik: Craig Unger: Öl, Macht und Terror, Die Bushs und die Sauds, Piper, 2005 Robert Baer: Sleeping with the Devil, Random House inc., 2003. Trotzdem wurden erst in diesem Herbst Euro-Fighter von Großbritannien an Saudi Arabien verkauft (hib, 15.9.2006).

Etliche der Bush-Kritiker kommen aus der Wirtschaft, so z.B. der Wirtschaftsprofessor Dr. Michel Chossudovsky , dessen Zorn auf die Foreign Policy der USA auf jenen Zeitpunkt, an dem sich Augusto Pinochet beim Putsch gegen den demokratisch gewählten Salvador Allende 1973 mit Hilfe der USA durchsetzen konnte, zurückgeht. Paul Krugman, bekannter Kolumnist der New York Times, überlegte sich sogar, wieweit geschäftliche Interessen daran schuld gewesen sein könnten, dass der erste General im Irak, Jay Garner, so schnell abgesetzt wurde.

Noam Chomsky vertritt vehement die Ansicht, dass die riesigen Finanzimperien und Konzerne der USA bereits jetzt für deren Demokratie ein ernstes Problem sind. Nicht widerlegt, sondern im Gegenteil des öfteren mit guten Argumenten unterlegt wurden Gedanken über einen bestehenden Zusammenhang zwischen Kriegen, Neoliberalisierung, Weltbank usw. und verwenden zur Darlegung ihrer Theorie wirklich gute Argumente.

Der Weltkorruptionsbericht von Transparency International allerdings sagt dem Irak den weltweit größten Korruptionsskandal der Geschichte voraus. Firmen, die am Wiederaufbau arbeiten, seien in Bestechungsgefahr.

Im Irak arbeiten sehr viele amerikanische und meines Wissens auch saudische Firmen, vereinzelt auch ausländische mit guten Beziehungen zu Haliburton. Abgesehen davon, machen Waffenkonzerne (Präsident G.W. Bush und sein Bruder Jeb Bush sind an riesigen Aktienpaketen von Carlyle erbberechtigt), und Ölkonzerne in den USA (z.B. Exxon) und Saudi Arabien in Krisenzeiten enorme Geschäfte. Die IT-Industrie verdient sehr viel an den Überwachungsmechanismen. Im Internet nach den Stichwörtern „Engdahl“ oder „GenMod“ gesucht, findet man auch die Idee, dass vorzugsweise genmanipuliertes Saatgut der amerikanischen Firma Monsanto in Konfliktzonen verkauft wird.

Insgesamt kann vielleicht kein solches Kunststück sein, selbst in Notzeiten über Banken Geld zu transferieren. Aber die Grenzen des Libanon sind vergleichsweise kurz und es müsste den Geheimdiensten usw. mit gutem Willen möglich sein, diese effektiv zu überwachen. Gleich in mehreren Nachrichtendiensten fand sich ein kurzer Bericht darüber, dass die Hisbollah mit den britischen Nachtsichtgeräten ausgestattetäre gewesen wäre.

Die manchmal geäußerte Behauptung, dass die USA usw. am Terror grundsätzlich selbst schuld sind, übersieht vielfach, dass in vielen islamischen Diktaturen aus deren Struktur heraus durchaus schwerwiegende Probleme vorhanden sind. Aber mögen die Seelen der westlichen Politiker so geläutert werden, dass diese ihrerseits dem „bösen Feind“ immer und überall mit gutem Beispiel vorangehen.

Kurz gesagt, meine ich: Wenn die Araber also US-$ ihrerseits gegen westliche Interessen verwenden, dann können sie mit Recht behaupten, dass es momentan zumindest äußerst „infideles“ Geld ist.

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