Global War Against Terrorism

Januar 6, 2007 um 1:01 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

„Im ungünstigsten Fall führen sie den Krieg weiter, in der Hoffnung, den Judenstaat zu zermürben und die Weltöffentlichkeit für die Endlösung der Israelfrage durch Ahmadinedschads Atomwaffen zu gewinnen.“ „Danke, Weltsicherheitsrat“!

Ganz kurz möchte ich hier doch den Begriff „Antisemitismus“ ein wenig zerlegen.

Dieser ist bei uns verboten – keine Frage. Kritik am Staat Israel? Herr Jostein Gaarder trug mit seinem Beitrag (Wams, 10.August, 2006) ) bereits ganz wesentlich zum Fortschritt der Diskussion bei, indem er darauf aufmerksam machte, dass die Grenzziehung Israels zu verschiedenen Zeiten verschieden aussah.

Die Frage der Grenzziehung für Israel hängt zum Teil davon ab, dass Sicherheit, Wasserversorgung usw. gesichert werden müssen. Die UNO stellte aber in diesem Zusammenhang ohnehin Hilfe dahingehend ab, dass UNO-Soldaten bei der Verteidigung der umstrittenen Golanhöhen mitwirken. Wirklich strittig allerdings noch ist die Frage um den Verbleib der jüdischen Siedlungen im Westjordanland, wobei die Meinungen geteilt sind.

Ständigen Ärger erregte neben der Frage über die Einheit Jerusalems auch der Felsendom der Moslems, der nach mancher Meinung lediglich ein von den Moslems politisch genutztes Objekt ist, aber von islamischer Seite wiederum als unverzichtbares, drittwichtigstes Heiligtum des Islam und noch dazu als historisch wichtiges Bauwerk der „Omajadenzeit“ gesehen wird. Ebenso sorgte der Bau der Mauer, der das Westjordanland vom Kernland Israels abtrennt, für Gesprächsstoff. An die Öffentlichkeit gelangten auch verschiedene Meldungen über die Probleme der Palästinenser.

Jeder vernünftige Mensch findet sich damit ab, dass sich Angriffe ohne angemessene Gegenwehr nicht abwenden lassen. Seit der moderne Staat Israel bestand, ließen sich – wie jeder weiß – bewaffnete Konflikte nicht vermeiden. Dies nahm aber die Weltöffentlichkeit Israel nicht übel, sondern im Gegenteil – der ägyptische Präsident Sadat, der bereit war, Israel als Staat anzuerkennen, bekam sogar den Nobelpreis.

Gesetzt den Fall, dass der Iran Israel wirklich angreifen würde – reiner Selbstmord – würde ganz bestimmt Mekka am nächsten Tag von westlichen Kampfhubschraubern zerstört, der Koran wäre nur noch in redigierter Fassung erhältlich und außerdem müsste es dann selbstverständlich sein, in Europa alle Moscheen zu schließen, wenn nicht diese überhaupt zu zerstören.

Als Israel den Kernreaktor Osirak im Irak angriff, erregte dies keinen Widerspruch. Es handelte sich dabei aber um einen zielgerichteten, begrenzten „Preempitve Stroke“, während zumindest zwei der jetzigen Kriege, Irak und Libanon unter die Bezeichnung „Preemptive War“ fallen und dafür sorgen, dass es beiden Ländern sehr schlecht geht.

Bereits der Irak-Krieg wurde von der Weltöffentlichkeit stark kritisiert und dies gilt nun einmal genauso für den Libanon-Krieg. In diesem Sinn existiert, denke ich, erst recht keine Rechtferigung für einen möglichen Irankrieg, der auch den oberflächlicheren „GWOT-Fans“ klar machen würde, dass „Global War“ ganz einfach ein anderes, aber gleichbedeutendes Wort für World War – Weltkrieg sein soll.

Um „Christlichen Zionismus“ zu erklären, muss man nach Amerika sehen. Der „Aktion für die Freunde Israels„, gehören sehr rennommierte Mitglieder an der „evangelikalen Glaubensgemeinschaft“, wie Pat Robertson und Jeremy Falwell („Friend or Foe Christmas Campaign“).

Nach deren Auffassung existieren zwei Arten von Christen: Die einen sind die „Guten“, jene, die Israel ohne wenn und aber „im biblischen Sinn“ unterstützen – also christliche Zionisten – und alle anderen, welche z.B. auch einen kleinen Staat Palästina unterstützen würden, verkörpern bereits „Antisemitismus“. Diese Auffassung lässt sich aber überhaupt nicht mit der ursprünglich christlichen Religionsauffassung in Europa vereinbaren, da Jesus absolut kein Zionist war und entspricht auch – zum Glück – nicht der offiziellen Auffassung der Hl. Römisch Katholischen Kirche (Radio Vatikan). Auch das „World Council of Churches“ distanziert sich von dieser Auslegung.

Eine andere mächtige Organisation, CUFI, Christians United for Jerusalem, welche sich offen zu den „Letzten Tagen“ bekennt, verbreitet Weltuntergangsstimmung.

Zu dieser gehört – zum Beispiel genommen als einer von vielen – Dr. Allen Davis Lewis:

Auf dessen Seite wiederum fand ich ein Link, auf dem ein „Top Experte des Mittleren Ostens und des Islams“, Professor Bernard Lewis (Prophecy Central Commentary), davor warnt, dass der Iran Israel sehr bald, vielleicht schon am 22. August mit nuklearen Sprengköpfen angreifen würde.

Er rühmt sich sogar dessen, dass diese Geschichte (für deren Wahrheitsgehalt er keinerlei Nachweis erbringen kann) bereits vom republikanischen Sender „Fox“ an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Insgesamt also stehen hinter diesem „Weltuntergangsgewackel“ sehr mächtige Organisationen, welche meinen, dass Israel in einer „Entscheidungsschlacht“ erlöst und damit der Islam besiegt wird.

Man erinnert sich, bei den Wahlen G. Bush gegen John Kerry im November 2004 war das Eintreten der mächtigen „Evangelikalen“, des „Bible Belts“ zugunsten von G. Bush entscheidend.

In Israel gewann Ehud Olmert die Wahlen 2006 und wurde als Ministerpräsident bestätigt. Der Weltöffentlichkeit bis dahin weitgehend unbekannt, kam er ursprünglich gemeinsam mit dem früheren Präsidenten Scharon aus der national-konservativen Partei Likud, deren Linie er mit Überzeugung vertrat. Offiziell unterstützte er gemeinsam mit Ariel Sharon den Abzug von Israel aus dem Ghaza-Streifen und positionierte sich vor den Wahlen als Gegner eines Groß-Israel.

Die Idee, dass im Mittleren Osten alle Weichen für einen wirklich großen Krieg, World War IV, gestellt sind, findet man unter anderem auf der offiziellen Militärbeobachtungsstelle der USA in Virginia, betrieben von John Pike, deren Durchsicht – besonders auch der Artikel von Norman Podhoretz, einem der Begründer von PNAC (Project for a New American Century), mehr als aufschlussreich ist:
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Dies alles zusammengenommen, zeigt doch deutlich auf, dass momentan der Iran und nicht Israel in Gefahr ist. Es geht nicht darum, ob die Weltöffentlichkeit ihre Zustimmung dazu geben würde, dass Israel vernichtet wird. Es geht darum, dass Präsident G. Bush für seinen „World War IV“ um Zustimmung wirbt, dass die „Christlichen Zionisten“ die Erfüllung ihrer „Bible Prophecy“ durchsetzen wollen und auch darum, dass die Haltung vom israelischen Ministerpräsidenten Jehud Olmert in diesem „Schachspiel“ um die amerikanische Hegemonie (Vorherrschaft) nicht ganz klar ist.

Mehr beschlossen als noch verhandelt wird nicht mehr und nicht weniger als das Thema, ob im Mittleren Osten betreffend arabische Staaten „endgültig“ eine Lösung erzeugt werden soll, denn dort liegt der Kern der Verhandlung. Kommentar überflüssig!

„Proxy war“ kann gewonnen werden, dies zeigte ausgerechnet der Sieg des unerträglichen O.b.L. in Afghanistan gegen die Rote Armee. Ebenso leisteten NGO´s, Austauschprogramme, Friedensorganisationen, Einzelpersonen und sogar Programmierer ihren Beitrag dazu, dass sogar die riesige UDSSR den gefürchteten Sowjet-Kommunismus aufgab. Wenn zwei sich streiten, dann freuen sich die Dritten, China investiert in Afrika ebenso wie in Südamerika, während es eigentlich mit unserem „Freien Westen“ im Zweifel eher bergab geht. Langfristig gesehen, finden sich doch auch in Wirtschaftssanktionen, beim Einsatz von Medien und Internet starke Waffen gegen unerwünschtes Verhalten. Südafrika und sogar Lybien gaben ihre Atomwaffenprogramme wieder auf, ohne dass es deshalb zu einem Krieg kam. Dies war – selbstverständlich – auch für die umliegenden Länder viel besser.

Unser deutschsprachiger Bereich muss mit der traurigen Erfahrung leben, dass man jemandem, der sich „Führer“ nennt, nicht immer vertrauen darf. Vielleicht aber auch deshalb müssen Politiker und Medien, vielleicht sogar Kirchen, bei uns viel schärferer Beobachtung stand halten, als dies vermutlich in Amerika der Fall ist.

Zusammengefasst, handelt es sich also beim jetzigen „Antisemitismus“ um keinen „Europäischen Antisemitismus“, auch um keine Anzweiflung des Existenzrechtes Israel und dessen unmittelbarer Interessen. Es herrschen aber durchaus geteilte Meinungen über die Vorgangsweise israelitischer Politiker bei der Behandlung verschiedener Konflikte.

Darüber hinaus existiert, denke ich, Einigkeit in der Ablehnung des „Preemptive War“, gleichgültig, welches Land diesen durchführt. Dies betrifft aber nicht nur „Linke“ und „Gutmenschen“, sondern auch Völkerrechtler äußerten sich sehr abwegig über dieses Konzept, da andere Länder dieses ebenfalls für sich beanspruchen könnten. Dies ist auch geschehen, denn mittlerweile bat sich Russland ebenfalls das Recht für „preemptives Vorgehen“ aus, für den Fall, dass es sich bedroht fühlt. Überhaupt und absolut herrscht weit überwiegende Ablehnung gegen die, die den „Kriegsteufel“ leichtfertig loslassen oder nicht wenigstens alles tun, damit dieser, wenn er tobt, so schnell wie möglich wieder gezähmt wird.

Es handelt sich bei den jetzigen Konflikten um eine schillernde Materie mit vielen Teilbereichen, deren Ausmaß mit wenigen Zeilen nicht zu erklären ist. Wer nur ganz kurz mit „Google“ sucht, findet sicherlich im Internet viele im „Illuminati – Dan Brown – Stil“ geschriebene Seiten. Diese zu verbreiten, trifft aber nicht den Sinn der Sache, am besten geeignet zum Einstieg zur seriösen Kurzinformation und als Ausgangsbasis für persönliche Recherche fand ich die Homepage der Friedensuniversität Kassel.

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