Zum Brief von Präsident Ahmadinedschad an Bundeskanzlerin Merkel

Januar 18, 2007 um 1:54 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Skandale | Hinterlasse einen Kommentar

Hier irrt Präsident Ahmadinedschad: Israel ist keine deutsche Erfindung. Die Idee des Staates Israel stellt jahrhunderte-, jahrtausendaltes Kulturerbe dar. Der moderne Staat Israel entstand eigentlich basierend auf dem Alten Testament daraus, dass die Juden jahrhundertelang in Europa, in Russland vertrieben wurden und unterstützt durch die Idee, dass die Juden nach dem Holocaust ein eigenes Staatsgebiet haben sollten. Der Staat Israel ist ein anerkannter Staat. Auch nach der Gründung des Staaten Israel bildeten sich beim Zerfall der Sowjetunion und Russlands neue Staaten. Gesetzt den Fall, man würde dem Staat Israel das Existenzrecht absprechen, würden auch andere Länder das Recht für sich beanspruchen, die Grenzen zu ändern.

Israel ist ein freies Land mit freien Bürgern. Wir könnten uns natürlich darüber freuen, wenn ein Israeli in unsere Länder zurückkommt und vielleicht auch Anreize bieten. Es wäre aber aus unserer Sicht ungeheuerlich, einen Juden zur Rückkehr zu zwingen. Israel ist gut bewaffnet. Sogar, wenn die Weltgemeinschaft die Bürger zur Aufgabe des kleinen Landes zwingen würde, wäre dies fast nicht möglich, da der Stand seiner Bewaffnung ungefähr dem von Großbritannien entspricht. Auch vom Völkerrecht her gesehen, wäre dies eine Option, die nicht einmal andeutungsweise zur Diskussion steht.

Hier hat Ahmadinedschad recht: Der Umgang mit den Palästinensern spottet, jetzt nicht an China, sondern an einem zivilisierten Land gemessen, jeder Beschreibung. Es ist unglaublich, dass in unserem dritten Jahrtausend praktisch mit einer ganzen Ethnie so verfahren wird, wie jetzt mit den Palästinensern. Schon längst sind die Schwarzen in Südafrika gleichberechtigt, ebenso die Indianer, die Eskimos in Alaska.

Von der Römisch-Katholischen Kirche aus sind Embryos ab der Empfängnis als vollwertige Menschen anerkannt. In Spanien sollte sogar ein Gesetz kommen, welches Affen „Menschenrechte“ verleiht. Damit im Vergleich gesehen, sind die Palästinenser wirklich sehr schlecht gestellt. Was nützt es schon, dass sie „Meinungsfreiheit“ haben, wenn ihre Wünsche nicht berücksichtigt werden? Gemessen daran noch dazu, dass Israel die Idee der westlichen Demokratie Richtung Osten würdig vertreten wollte, sind die dortigen Zustände nur noch eine Frechheit.

Für Politiker und Universitäten stehen genug Fördergelder zur Verfügung, um Probleme wie dieses des Zusammenlebens mit den Palästinensern in Ordnung zu bekommen. Ganz normale Menschen sollten es eigentlich erwarten dürfen, dass gute Vorschläge gemacht und durchgesetzt werden, denn eigentlich zahlt ja das Volk Steuern, Kirchenbeiträge und leistet oft Spenden.

Deutschland müsste wieder handlungsfähig werden. Bundeskanzlerin Dr. Merkel muss jetzt eine sehr große Verantwortung tragen, für die Bürger dieses Landes und auch für die Völkergemeinschaft. Es kann der Sache Sinn nicht sein, dass Deutschland grundsätzlich bedingt durch die Geschehnisse des zweiten Weltkrieges vor Israel´s Schlitten gespannt wird und seine Meinung überhaupt als minderwertiger angesehen wird, als die eines anderen Landes.

Auch wenn jemand bei uns auch nur einen einzigen Menschen vergast, käme dieser lebenslänglich hinter Schloss und Riegel oder überhaupt zu einem Psychiater. Ich bin – zum Glück – nach dem zweiten Weltkrieg geboren und kann einfach nicht begreifen, dass so etwas überhaupt passieren kann. Revisionismus war für mich überhaupt kein Thema, ich suchte nur Literatur und Unterlagen zur Frühgeschichte Israels. Es war eigentlich ein echtes Versehen, dass meine Maus mit dem Namen von Lenni Brenner kollidiert ist. Wenn dies die Menschen bei uns wüssten, was dieser schreibt, dann erzeugte der Inhalt seiner Veröffentlichungen einen gewaltigen Aufruhr!

Das gleiche gilt für die Arbeit von Eva Schweitzer, Amerika und der Holocaust, Knaur Taschenbuch Verlag, München 2004. Die Schatten der Vergangenheit sollten sich – mit Respekt und Trauer um die Toten – jetzt heben, bevor es – vielleicht – für viele Menschen im Mittleren Osten zu spät sind. Ich fing im November 2004 an mit Bush-Bashing im Internet. Mir persönlich müsste Präsident Bush überhaupt erst einmal beweisen, dass er ein Mensch ist, bevor ich es glaube.

Das Thema ist nicht Anti-Amerikanismus. Wir brauchen Amerika, dies ist ja ganz klar. Es ist Amerikas Sache, was Amerika wählt. Aber es kam eindeutig zu Unregelmäßigkeiten und die Umfragewerte für Präsident Bush sind nicht gut. Cindy Sheehan, jene Mutter, die ihren Sohn im Irak-Krieg verlor, brachte es in einer Diskussion im Fernsehen auf den Punkt: Präsident G. Bush ist für sie kein Amerikaner. Christlicher Zionismus und der christliche Glauben in unseren Ländern decken sich nicht. Es steht nicht nur zur Diskussion, wie sich die islamischen Länder entwickeln sollten, sondern es geht auch darum, was aus uns wird, aus unserer Demokratie, aus unseren Werten und auch um den Frieden in unseren Ländern. Sollten es nicht insgesamt ein Anliegen sein, dass in der westlichen Welt christliche und demokratische Werte vertreten werden wie vor Präsident G.W.B.?

Der Islam stellt nicht nur eine Weltreligion dar, sondern präsentiert auch ein kulturelles und intellektuelles Erbe. Er hat sich bis jetzt durchgesetzt und gehörte auch in vielen europäischen Ländern schon immer zu den formenden Elementen unserer Gesellschaft. Kemal Atatürk hob in der Türkei freiwillig das Kalifat auf, da er bemerkte, dass es in der modernen Welt seinen Platz verloren hat. Die Perser waren bereits seit alten Zeiten sehr intelligente und kultivierte Menschen. Es gehört für Sie – momentan – zu ihrem Glauben, zur Tradition ihrer „Schia“, Mullahs als Anführer für ihre Gesellschaft zu wählen. Sie werden es, wenn man sie nur in Frieden lässt, doch bestimmt selbst erkennen, was für sie und für ihre Gesellschaft der beste Weg ist. Die Aufgabe des Westens sollte doch eigentlich darin bestehen, dass wir den islamischen Staaten und jenen der Dritten Welt immer und überall mit gutem Beispiel vorangehen.

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