Die Flucht der weißen Hengste

Januar 20, 2007 um 2:54 pm | Veröffentlicht in Frauen im Islam, Gesellschaft, Without Clash | Hinterlasse einen Kommentar

Zu der Frage, ob die Islamisierung in Österreich Sorge bereiten sollte, muss man sagen, dass innerhalb Europas die Behandlung des Islam in Österreich eine Besonderheit darstellt, denn bereits seit 1912 geht ein eigenes Islamgesetz auf die rechtliche Stellung der in Österreich lebenden Muslime ein:

Es gibt viele Verbindungen zwischen dem Islam und Österreich. Deshalb nur ganz kurz: Nach dem zweiten Weltkrieg halfen türkische Gastarbeiter, das Land wieder aufzubauen. Gar nicht so wenige Einheimische reisten immer wieder in die Emirate, um dort Arbeit zu finden und verdienten dort gutes Geld. An den Wiener Universitäten studieren auch viele Gaststudenten aus islamischen Ländern. Die wenigen, welche ich persönlich kennen lernen durfte, waren ganz tolle Leute, fleißig, ordentlich, aufnahmebereit und voll Idealismus.

Während des Kosowo-Konfliktes flüchteten viele Bosnier nach Österreich. Besonders kann ich mich noch an eine junge Familie erinnern, die sich, immer freundlich und hilfsbereit, ohne weitere Umstände an die hiesigen Verhältnisse anpasste und auch sehr schnell Deutsch lernte. Fährt man mit dem Auto ins ehemalige Jugoslawien, so sind abseits der Straßen Wiesen und Felder noch immer so vermint, sodass es keinesfalls ratsam ist, am Straßenrand stehen zu bleiben, um den Hund laufen zu lassen oder um ganz einfach ein paar Blumen zu pflücken.

Für Pferdefreunde existiert auch noch eine andere wichtige Verbindung zwischen Österreich und dem Islam. Der gemütliche „Haflinger“, das blonde Familienpferd, stammt von einem orientalischen Hengst ab. Wie man weiß, fließt auch arabisches Blut in den Adern der edlen Lipizzaner. Obwohl es schon lange im Orient Pferde gab, galt Prophet Mohammed als derjenige, der in der Pferdezucht im Mittleren Osten entscheidende Impulse setzte. Er schenkte den „Arabern“ einen Ehrenplatz im Paradies und wurde so zum geistigen Schöpfer der „Trinker der Lüfte“ und der „Töchter des Windes“. Seine Schimmelstute, auf der er selbst ritt, behielt er bis zu seinem Tod.

Die islamische Tradition, Reit- vor allem Rennpferde zu halten, zu pflegen und zu züchten, hielt sich bis in die Gegenwart. So gilt Prinz Karim Aga Khan IV., der religiöse Vorstand der „Siebener-Ismaeliten“ als großer Pferdefreund, der riesige Vollblutzuchten in Frankreich und Irland ebenso betreibt wie die große, unabhängige Hilfsorganisation, das Aga Khan Development Network (AKDN).

Auch andere der orientalischen Herrscher züchten noch heute wunderschöne „Araber“. Manch´ nette Anekdote wurde über diesen alten Brauch erzählt, so z.B. diese:

„Lieb haben“ wollen Bundespräsident Thomas Klestil (Vorgänger von Dr. Fischer) und seine Frau Margot die sechs Araberpferde, die sie 2001 vom saudiarabischen König geschenkt bekommen haben. Derzeit sind die Tiere in der Wiener Freudenau stationiert, der Rennstall verrechnet pro Pferd und Box 500 Euro im Monat. ..“ . .

An der Spitze des Weltfachverbandes für Reiten und Fahren übernahm inzwischen sogar eine Muslima die Führung, die auch im Kommitte der Spanischen Hofreitschule engagiert ist: HRH Prinzess Haya, Tochter des früheren Königs Hussein II von Jordanien, wurde als Präsidentin der FEI, der Fédération Equestre Internationale (FEI) gewählt.

Zurück zu den Pferden. Die zweite Pferderasse, die orientalisches Blut in ihren Adern führt, sind die Lipizzaner. In den Wirren des zweiten Weltkriegs wären die Lipizzaner, sozusagen ein österreichisches Nationalheiligtum fast zu Salamiwurst verarbeitet worden. Fast hätten nur noch Bilder an eine über 400 Jahre alte Pferdezucht und an ihre Kunst und Kultur erinnert. Doch zum Glück kam es ganz anders. Oberst Podhajsky hatte die Lipizzanerhengste während des zweiten Weltkrieges von Wien nach St. Martin in Oberösterreich verlagert.

Die Lipizzanerstuten aus dem Gestüt im steirischen Piber waren 1942 nach Hostau in Böhmen gebracht worden. Dies lag, wie man sich erinnern, hinter der russischen Demarkationslinie im Gegensatz zu St. Martin und stand noch unter deutscher Vormacht, als der amerikanische General Patton auf österreichische Bitte gegen jede Vorschrift den Befehl gab, die Pferde zu retten. Alles ging gut, die Deutschen gaben zur Erleichterung der vordringenden Amerikaner auf und es kam zu keinem Konflikt zwischen Russen und Amerikanern. Doch gerettet hatte General Patton nicht nur die österreichischen Stuten sondern auch jugoslawische und italienische Zuchtpferde und Fohlen! Mit viel Einsatz, Liebe und Geduld gelang es Oberst Podhajski, nahezu ohne Verluste die riesigen Herden gesund durch die Nachkriegsjahre zu bringen und, sobald es möglich war, die nicht zur Stammherde gehörigen Tiere an ihre rechtmäßigen Besitzer im Ausland zurückzugeben.

Noch heute sind die Hengste in der „Spanischen Hofreitschule“ zu sehen und erfreuen damit die Gäste. So schön kann das Leben sein, wenn sich Vernunft und Zivilcourage gegen Kadavergehorsam durchsetzt! Auch heute gibt es noch sehr vernünftige Menschen, Mordechai Vanunu z.B., der das israelische Atomwaffenpotential enttarnte und die Gefahr beschrieb, die von diesem ausgeht. Detaillierte und ständig aktualisierte Informationen über das israelische Nukleararsenal findet man auf der US-Militärinformationsseite von John Pike.

In der Faz.net fand ich einen Artikel über einen exrem vernünftigen Moslem, der für Saddam Hussein auf gar keinen Fall eine Atombombe bauen wollte, und zwar über den gebürtigen Iraker, den Schiiten Dr. Sharistani. Er wurde nicht nur ins Gefängnis geworfen und sogar gefoltert.

Wären alle Politiker, alle Zuständigen in den Medien so couragiert, wie die „Retter der Lippizzaner“, wie Mordechai Vanunu oder wie Dr. Shahristani, dann könnte der zivile Teil der Weltbevölkerung viel ruhiger schlafen!

Bilder: Haflinger, Araber, Prinzess Haya, Lipizzaner

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