Frederick Forsyth

Januar 21, 2007 um 4:42 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Skandale, Without Clash | Hinterlasse einen Kommentar

Frederick Forsyth, ein bekannter Autor, schrieb in seinen Thrillern immer wieder über Gefahren, die von Terroristen ausgehen. Er wurde 1938 in England geboren. Als regelrechtes Wunderkind sprach er bereits mit 16 Jahren sechs Sprachen und war mit 19 Jahren jüngster Pilot der Royal Air Force. Später arbeitete er als Journalist für die Nachrichtenagentur Reuter in verschiedenen Ländern. Als Fernsehreporter der BBC war er ab 1965 unter anderem in Westafrika und wurde auch Spezialist für politische Fragen. Er wechselte dann ins Thrillerfach und schrieb sehr spannende Bücher, die aus der Masse an Unterhaltungsliteratur dadurch hervorstechen, dass man jeder Zeile anmerkt, dass Frederick Forsyth nicht nur sehr gut schreiben kann, sondern auch fachlich kompetent ist.

In seinem Roman „Das vierte Protokoll“ beschreibt er den Versuch eines russischen Agenten zur Zeit des kalten Krieges, in einer englischen Kleinstadt eine kleine Atombombe zu zünden. Am Anfang erscheint dieser teuflische Plan perfekt durchdacht. Und doch verläuft aus der Sicht des eiskalten Killers nicht alles nach Wunsch, der englische Abwehrmann John Preston kann seine Vorgesetzten davon überzeugen, dass Gefahr im Verzug ist und heftet sich an seine Fersen. Gerade noch rechtzeitig stellt er den gefährlichen Terroristen und kann das Attentat doch noch zu verhindern.

Spiegel-Online veröffentlichte ein Interview mit Frederick Forsyth, in dem er auf ein riesiges Folterlager in Afghanistan hinweist. Er erzählt über Bagram, eine ehemalige Sowjetbasis in der Größe Berlins. Er meint, dass, wenn von einem Gefangenen wirklich Informationen gebraucht werden, keiner modernen Folterungsmethoden durch den Einsatz wirksamer Chemikalien widerstehen kann. In seinem neuen Buch „Der Afghane“ beschreibt er an einer Stelle, dass jeder Terrorist über die ID seines Handys sofort geortet werden kann.

Er selbst sieht den Irakkrieg ebenso wie GWOT mit großer Skepsis:

„Einmal mehr sei ihm bei der Recherche klar geworden, berichtet Forsyth, dass der Westen im Kampf gegen den Terrorismus schlimme Fehler mache. Dazu gehöre der Irak-Krieg. Ein besonders verrückter Fehler, vor allem der Amerikaner, war doch der Versuch, Saddam Hussein mit den islamischen Fundamentalisten in die selbe Ecke zu stellen. Was immer man über Saddam sagen mag – grausam, brutal, mörderisch – den islamischen Fundamentalismus hat er jedenfalls verachtet.
Forsyth glaubt, dass der Terrorismus am Ende schon deshalb nicht siegen kann, weil die weitaus meisten Muslime ihn ablehnen. Dennoch seien erheblich größere Anstrengungen als bisher erforderlich, «um die Herzen und Hirne einer ungeheuer großen Zahl junger Muslime zu erreichen, die entweder indoktriniert wurden oder in bitterer Armut und Hoffnungslosigkeit leben, aus denen Ärger, Zorn und Hass erwachsen».

Seit den Terroranschlägen 9/11 in den USA wurde immer wieder die Frage aufgeworfen, ob nicht Terroristen in der Lage sein könnten, mit „schmutzigen Bomben“ verheerende Schäden anzurichten. Solche „schmutzigen Bomben“ sind laut Auskunft des Bundesamtes für Strahlenschutz Bomben mit einem konventionellen Sprengsatz, die, wenn sie explodieren, radioaktives Material in der Umgebung verteilen. Ohne zu leugnen, dass jede solche Bomben für die Zivilbevölkerung eine Gefahrenquelle darstellt, weist das Bundesamt für Strahlenschutz darauf hin, dass selbst bei Zündung einer solchen Bombe für den Großteil der Bevölkerung keine Gesundheitsgefährdung entstehen würde und dass es aus Unkenntnis über das tatsächliche Risiko zu Überreaktionen kommen könnte.

Addiert man jetzt also jene moderne Überwachungsmethoden, die Frederick Forsyth in seinen Büchern beschreibt, zur oben beschriebenen Auskunft des Bundesamtes für Strahlenschutz, dann erscheint die Gefahr, dass Terroristen durch schmutzige Bomben in Europa oder den USA sogar Großstädte verwüsten könnten, als relativ gering. Ein anderes Kapitel, über welches ebenfalls diskutiert werden sollte, könnte allerdings sein, wieweit Atomkraftwerke, vor allem jene im ehemaligen Ostblock im Kriegsfall ausreichend vor Flugzeugattentätern geschützt sind.

Bild: Der Afghane

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