US-Gesellschaftskritik von Michael Moore

Januar 25, 2007 um 11:05 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Publikationen, Skandale, Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar


Wozu Kapitalismus in Reinkultur fähig sein kann, wenn dieser nicht durch soziales Denken in vernünftige und volksfreundliche Bahnen gelenkt wird, zeigt ein sehr drastisches Beispiel aus dem Buch von Michael Moore & Kathleen Glynn, „Hurra Amerika! Adventures in a TV Nation“, Piper, München 2004. Im Kapitel „Die Gesundheitsolympiade“ vergleicht er die Kosten, die einem Patienten entstehen, wenn sich dieser in den USA (Privatversicherung), in Kuba (sozialistisches Krankenversorgungssystem) oder in Kanada (Staatliche Krankenversicherung) ganz einfach den Fuß bricht. Diesem Sketch folgend kosteten Gipsverband und Krücken in Kuba nichts, in Kanada 15 $, in den USA aber (ohne private Krankenversicherung) 441,90 $. Nach Michael Moores Angaben sind 40 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung.

In einem anderen Buch „Stupid White Men“, Piper, München, 2004 gibt Michael Moore die Anzahl der (funktionalen) Analphabeten in den USA mit 44 Millionen an. Seinen Angaben folgend lesen nur etwa 11 % der Leser täglich eine Tageszeitung. Insgesamt stellt Michael Moore dem amerikanischen Gesundheits- ebenso wie dem Bildungswesen ein regelrecht verheerendes Zeugnis aus. Um Missverständnissen vorzubeugen – beide Bücher sind vor 9/11 entstanden.

Niemand würde es wagen, ausgerechnet Multimillionär Bill Gates als „Kommunisten“ zu bezeichnen. Dessen Software Firma Microsoft gibt nicht nur die beliebten Office-Programme heraus, sondern auch ein digitales Lexikon für den Computer, und zwar die bekannte Microsoft Encarta. Unter den Quellentexten dieser Microsoft Encarta 2005 finden sich kritische Texte betreffend den sozialen Bereich bereits aus der Amtszeit des früheren Präsidenten Bill Clinton. Gerade aber das Budget für den Sozial- und Bildungsbereich wurde unter G.W.B. noch zusätzlich stark gekürzt.

Manche Gegener von G.W.B. zitieren bereits „Iron Heel“ von Jack London. Auch, wenn dies überzogen erscheint, sollte man doch Einwände gegen ein System, in dem Konzerne ihre Macht ständig vergrößern und das seine militärische Kapazität zu Lasten der Sozialleistungen ausbaut, nicht so ohne weiteres achselzuckend unter den Tisch kehren.

Bilder:Hurra Amerika! Adventures of TV Nation, Stupid White Men

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