Über die ersten beiden Golfkriege (1980-1988, 1991)

Februar 1, 2007 um 10:41 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Skandale, Waffen | 1 Kommentar

„Die Zukunft ist die Vergangenheit, die durch eine andere Tür wieder hereinkommt. (Unbekannt)“

In diesem Posting möchte ich ein Buch vorstellen, welches weder betreffend den Islam bzw. Islamismus noch bei der Schilderung des Verhaltens westlicher Politiker in dieser Region mit Kritik spart:

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Gerhard Konzelmann, Insch´Allah, Der Kampf um Glaube und Öl, Herbig, München, 2003

Zunächst einige Angaben zum Autor:

Gerhard Konzelmann, Jahrgang 1932, studierte in Tübingen und Besancon, bevor er seine Fernsehkarriere 1956 begann. Seit 1967 war er zwei Jahrzehnte lang Arabien-Korrespondent des ARD und wurde zum anerkannten Fachmann für Politik und Religion des Nahen Ostens. Er erhielt mehrere Fernsehpreise und zwei Klassen des Bundesverdienstkreuzes.

An seinem Buch Insch´Allah gefiel mir besonders gut die detaillierte Beschreibung, die angefangen von der Machtergreifung des Königshauses Saud mit Hilfe der Reitern der furchterregenden Ikhwan bis hin zu Diskussionen vor dem Beginn des Golfkrieg III (G. Bush sen.) Einblicke abseits vom „Mainstream“ vermittelt. Insgesamt vermittelt das Buch den Eindruck der gewissenhaften Berichtserstattung eines Autors, der unter Hintansetzung der eigenen Meinung um Wahrheitsfindung bemüht ist.

Gerhard Konzelmann mag weder den „Wahhabismus“ noch Saudi Arabien. Er schreibt, dass die Herrscher von Saudi Arabien korrupt und bei ihrem Volk nicht beliebt sind. sind. Von ihren Untertanen verlangen sie, Allah´s Gebote einzuhalten, sie selbst tun dies absolut nicht. Sie trinken, spielen, haben viel zu viele Frauen und geben für ihre privaten Hobbies viel Geld aus. Dies war einer der Gründe für deren Differenzen mit O.b.L.. Dazu weiter unten. Nach Konzelmann versucht der Wahhabismus eine Verbreitung durch Missionierung (gestützt von Geld aus Saudi Arabien), wobei aber „Wahhabismus“ eine religiös sehr fragwürdige Konstruktion ist und diese „Missionierungsarbeit“ wenig mit Religion zu tun hat.

Konzelmann beschreibt, wie im Golfkrieg I Irak und Iran von den USA gegeneinander ausgespielt wurden. Wie man weiß, wurden nach der Machtübernahme von Ayatollah Khomeini aus der amerikanischen Botschaft Geiseln von iranischen Studenten entführt. Zur gleichen Zeit stand Jimmy Carters Wiederwahl auf dem Spiel. Deshalb versprach dessen US-Sicherheitsbeamter Brzezinski Saddam Hussein Unterstützung im Konflikt mit dem Iran. Russland wäre einverstanden gewesen, hofften die damaligen Machthaber doch, dass mit dem Sturz von Khomeini wiederum die russlandfreundliche Tudeh-Partei, vermehrt an Einfluss gewinnen könnte. Diese Tudeh-Partei hatte zunächst Khomeini geholfen, den Schah zu stürzen, wurde dann aber von Khomeini selbst sehr schnell wieder zurückgedrängt und unterdrückt. Anders gesagt: Khomeini war mit russischer Hilfe an die Macht gekommen. Nach seiner Machtergreifung verfuhr er sehr hart mit russischen und amerikanischen Agenten, da ihn beide Großmächte so schnell wie möglich wieder absetzen wollten. Grund dafür war, dass seine eigenständige Politik nicht bequem war.

Ayatollah Khomeini reagierte auf die Geiselnahme zum Glück der Betroffenen ziemlich vernünftig und hatte aber gleich in den ersten Stunden seinen Sohn Ahmed nach Teheran geschickt, um zu verhindern, dass die amerikanischen Botschaftsangehörigen physisch misshandelt würden. (Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand, Ullstein, S 134, zu Peter Scholl-Latour weiter unten). Khomeini wollte die Geiselnahme eigentlich dazu nutzen, um die Auslieferung des geflüchtete Schah Mohammed Rheza Pahlevi an den Iran zu verlangen und wollte auch das Geld zurück, welches Schah Pahlevi aus Ölgeschäften erworben und ins Ausland transferiert hatte. Unter Präsident Ronald Reagan, der gegen den damaligen Amtsinhaber Jimmy Carter erfolgreich kandidierte, erhielt der Iran amerikanische Waffen (Iran-Contra-Affäre), um die Freilassung der Geiseln zu erreichen.

>Ohne amerikanische Hilfe wäre Saddam Hussein nie an die Macht gekommen. Bereits knapp nach der Machtübernahme durch Saddam Hussein wurde dieser den Amerikanern etwas zu durchsetzungsfreudig. So verhandelte er beispielsweise mit Syrien an einem Übereinkommen, um seine Macht zu erweitern. Mit Hilfe der Kurden im Norden, die vom Iran aus zunächst noch von Schah Reza Pahlewi gestützt wurden, versuchte Amerika, Saddam Hussein wiederum zu schwächen. Doch Saddam Hussein zog sich geschickt aus der Affäre und bot dem Iran zwei wichtige Inseln im Schatt awl Arab an, um Frieden mit dem Iran zu erreichen. Der Iran zog daraufhin die Unterstützung der Kurden im Norden zurück und Saddam Hussein griff bereits damals hart durch gegen die Kurden.

Khomeini passte der Außenpolitik der USA nicht recht ins Konzept, meinte diese doch – nach Konzelmann mit Recht – , dass die von Khomeini initiierte „islamische Revolution“ auch auf andere schiittische Bereiche im mittleren Osten, z.B. nach Saudi Arabien übergreifen könnte. Khomeini allerdings selbst wurde von Peter Scholl-Latour nicht als negative Persönlichkeit beschrieben. Nach seiner Aussage verbot Khomeini die exaltierte Selbstgeiselung, die beim Aschura-Fest der Schiiten manchmal unangenehm auffiel (Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand, Ullstein S 318), sein Lieblingsschüler Musa Sadr kümmerte sich um die „Ärmsten der Armen„, die Mustazafin (Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand, Ullstein S 312) und setzte sich auch ein für Bildung.

Obwohl Khomeini uns „Westlern“ besonders durch seine archaische Frauenpolitik unangenehm auffiel, war sein Gedankengut – angeblich – überraschend friedlich und freundlich. Peter Scholl -Latour, Weltmacht im Treibsand, Ullstein, S 171f). Saddam Hussein war es, der wiederum die strittigen Inselchen im Schatt awl Arab vom Iran zurück verlangte und damit den Iran-Irak-Krieg auslöste. Saddam Hussein erhielt aber während des ersten Golfkrieges nicht nur Ermunterung und Kredite für den Kampfeinsatz gegen den Iran durch die USA und Saudi Arabien, sondern bekam, um sein Giftgas (aus Deutschland) in Flugzeugen (aus Frankreich) gezielt auf Iraner zu versprühen, für seine Angriffe auch Einsicht in die Daten der Amerikaner. Manchmal allerdings erhielt Saddam Hussein falsche Daten. Es war im Interesse der Amerikaner, dass der Krieg damals lange dauerte, um beide Länder zu schwächen. Vizepräsident und für die Manöver in dieser Region zuständig war damals, unter Präsident Ronald Reagan, bereits George Bush sen..

Khomeini führte den Krieg zwar als harter Feldherr, wollte aber entgegen der Empfehlung seines Generalstabes Basra nicht bombardieren, da dort „Glaubensgenossen“ wohnten und um die „Zivilisten“ zu schonen. „Natürlich können wir Basra erreichen und erobern, sogar den Schatt-el-Arab überschreiten„, meinte Khomeini mit einem Optimismus, der sich nachträglich als trügerisch erweisen sollte. „Aber wir wollen Rücksicht auf die irakische Bevölkerung nehmen. Basra ist eine riesige Stadt, die zweitgrößte des Irak, und die Menschen in diesem Raum sind in der Mehrzahl Schiiten. Wir werden doch unsere Brüder nicht bombardieren und ihre Häuser vernichten.“ Auch die Militärs machten sich damals wohl Illusionen über die Stimmung bei ihren Glaubensgenossen im südlichen Mesopotamien. (Peter Scholl-Latour, Kampf dem Terror, Kampf dem Islam, Ullstein, S 139).

Auch Khomeini verwünschte Israel. Er träumte aber von einem freien Palästina ohne Absicht, die Juden auszurotten: „Wir müssen den Unterschied machen zwischen den Juden und den Zionisten. Die Zionisten sind ebenso schlimm wie der Schah. Aber was die Juden betrifft, werden sie in einem befreiten Palästina ein völlig normales Leben führen können. Es wird kein Unterschied gemacht werden zwischen Juden und Nichtjuden und niemand darf sie angreifen.“ (Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand, Ullstein, S 180).

Selbstverständlich weiß der Iran, dass Israel, im Besitz eines stattlichen Arsenals an Nuklearwaffen, militärisch unbesiegbar ist. (Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand, Ullstein, S 178). Ägypten muss Israel beispielsweise bedingt durch seine schwer zu verteidigende Schwachstelle, den Assuan-Staudamm, anerkennen, denn beim Bau des Assuan-Damms wurde eine Wassermasse von 150 Milliarden Kubikmeter im Nasser-See gestaut. Die Sprengung des Assuan-Staudamms zöge die totale Auslöschung Ägyptens nach sich, meint der Militärexperte Martin Crefeld (Peter Scholl-Latour, Koloss auf tönernen Füßen, Propyläen, S 330).

Israel´s Bewaffnung besonders im nuklearen Bereich dürfte in etwa der von England entsprechen. Damit dürfte ausgeschlossen sein, dass jedweder Angriffskrieg auf dieses Land Erfolg hat. Die Einstellung, dass Deutschland und nicht Palästina Boden zugunsten des jüdischen Volkes genommen werden solte, vertrat einer der früheren Könige von Saudi Arabien, Abdel Aziz, genauso wie jetzt der jetzige Präsident des Irans, Ahmadinejad (Gerhard Konzelmann, Insch´Allah, Der Kampf um Glaube und Öl, Herbig, S 103).

Saudi Arabien hatte im World War II Hitler mit Öllieferungen unterstützt. Dies regte aber weder Präsident Roosevelt noch irgendeinen anderen Amerikaner auf, da Saudi Arabien mit den USA geschäftlich eng liiert war und dies auch noch immer ist. Im World War II nahmen übrigens weder die USA noch andere Länder jüdische Flüchtlinge gerne auf. Khomeini, der sich um Arme und Ausgestoßene bemühte und auch die Bildung in seinem Land fördern wollte, starb verbittert. Auch Nasrallah, der Anführer der vom Iran gestützten Hisbollah, spricht davon, dass neu hinzugezogene Juden wieder in ihre Heimatländer zurückgehen, aber nicht von Völkermord. „Für einen frommen Muslim hat der zionistische Staat keine legale Existenz. Gewiss, es sollen jene Juden als gleichberechtigte Bürger im Land bleiben, die dort seit Generationen ansässig sind, aber alle anderen müssen in ihre Ausgangsländer zurückkehren.“ (Peter Scholl-Latour, Weltmacht im Treibsand, Ullstein, S 309)

Anschließend an den Golfkrieg I pumpte die Regierung von Kuweit unterirdisch das Ölfeld des Iraks an und senkte zusammen mit Saudi Arabien die Ölpreise. So konnte der Irak nach dem ersten Golfkrieg die vereinbarten Reparationen an den Iran nicht bezahlen. Die USA bezogen vor dem Einmarsch des Iraks in Kuweit (Gerhard Konzelmann, Insch´Allah, Der Kampf um Glaube und Öl, Herbig, S 155 f) eine deutlich neutrale Stellung. Vertreter der amerikanischen Regierung zeigten nach dem Einmarsch Saddam Husseins in die frühere Provinz des Irak, Kuweit, dem König von Saudi Arabien gefälschte Satelittenbilder und behaupteten, dass Saddam Hussein Saudi Arabien angreifen wollte und erhielten so das Einverständnis zur Aufstellung ihrer Truppen (Gerhard Konzelmann, Insch´Allah, Der Kampf um Glaube und Öl, Herbig, S 152 f).

Haargenau an dieser Stelle entstand Unheil. O.b.L., ein loyaler Untertane der Sauds und Sohn eines genialen und beliebten Baumeisters, war ein kampferfahrener Mann. Nachdem die Sowjetunion 1979 Afghanistan besetzt hatte, befand sich dieses Land im Krieg. Saudi Arabien unterstützte die islamischen Kämpfer dort zunächst materiell. Ab Mitte der 80-er Jahre ging O.b.L. selbst als Kämpfer nach Afghanistan und organisierte dort Logistik und Ausbildungslager. In diesem Krieg gegen Russland erhielten die Moslems aus der USA, die diesen Krieg als Proxy-war zu ihren eigenen Gunsten entscheiden wollten, durch Geheimdienste und Waffenlieferungen Unterstützung. Es war ein harter Krieg, mehr als 1,2 Millionen Afghanen starben, über 5 Millionen flüchteten, hauptsächlich nach Pakistan.

Zurück in Saudi Arabien, wurde haargenau dieser O.b.L., später der Welt gefürchtetster Terrorist, fürchterlich zornig, als die US-Army in Saudi-Arabien ihre Truppen für den Golfkrieg II stationieren wollte und bot dem Königshaus Saud seinerseits die Gründung einer Heimwehr gegen Saddam Hussein an. Mit dieser Einstellung blieb er nicht unbedingt allen.

Einer der Generäle, Khaleb Ibn Sultan, war vor Wut außer sich, als ihm berichtet wurde, weibliche und männliche Amerikaner trügen T-Shirts, die den Umriss Saudi-Arabiens zeigten mit der US-Flagge direkt in der Mitte. Er konnte sich nicht durchsetzen, obwohl er versuchte, sämtliche Geistliche in Saudi Arabien davon zu überzeugen, dass keine fremden Truppen im Land geduldet werden sollten. Sein Groll erreichte den absoluten Höhepunkt, als auch nach dem Golfkrieg II beschlossen wurde, dass 20.000 Mann Truppen weiterhin in Saudi Arabien stationiert bleiben sollten. Letztendlich entzog ihm König Fahd die Staatsbürgerschaft. –

Anzumerken wäre in diesem Zusammenhang, dass derjenige, der kurz nach der Machtergreifung Khomeinis im Iran regelrecht Unruhe nach Saudi Arabien gebracht hatte, nicht O.b.L. selbst, sondern ein anderer war, und zwar der Wahhabit Dschuhaima Ibn Mohammed Al Otheiba. Dieser war der Sohn einer alten und einflussreichen Adelsfamilie, die bei der Machtergreifung der Saud gewaltsam unterworfen wurde.

Dieser gab sich während der Unruhen in Mekka als Mahdi aus, der die Mitglieder des saudischen Königshauses wegen deren Dekadenz angriff und meinte, dass sich nicht nur deren Untertanen, sondern auch sie, die Herrscher selbst, sich an den Koran halten müssten. Die Nationalgarde der Königsfamilie kämpfte nur halbherzig, hatte doch der Prophet befohlen: „O Gläubige, kämpft nicht im Schatten der Kaaba“. Deshalb bat das Herrscherhaus Saud Frankreich, bei der Niederschlagung des Aufstandes bei der Großen Moschee zu helfen. Dies geschah, mit Gewalt wurde der Aufwand im „Heiligen Ort“ mit Gewalt niedergeschlagen. Ab diesem Moment hasste die Bevölkerung, hasste die wahhabitische Geistlichkeit das Königshaus Saud und den Westen.

Zurück zu dem Zeitpunkt, als O.b.L. Saudi Arabien verließ. Der saudi-arabische Geheimdienst schützte O.b.L auch im Sudan und ihm blieben auch die Zahlungen aus den islamischen Stiftungen. So gelangten mehr als hundert Millionen Dollar in die Hände von O.b.L. (Gerhard Konzelmann, Insch´Allah, Der Kampf um Glaube und Öl, Herbig, S 239 ff). Vom Sudan aus organisierte O.b.L. – es wurde diesem zumindest vorgeworfen – Terroranschläge, z.B. die in Nairobi auf die amerikanische Botschaft.

Die Amerikaner rächten sich und zerstörten eine für das Land wichtige Medikamentenfabrik mit der Behauptung, diese erzeuge chemische Waffen. Aber die Vereinigten Staaten von Amerika konnten keine einzige ihrer Beteuerungen beweisen, während jedes Beweisstück und jede Aussage von Experten ihre Behauptungen über chemische Waffen kategorisch widerlegte („The Missiles of August„, The New Yorker 12. Oktober 1998).

Aus dem Sudan ausgewiesen, reiste O.b.L. nach Afghanistan, verbrüderte sich dort 1996 mit den Taliban (Koranschülern) bzw. deren Führer Mullah Mohammed Omar und erklärte in seiner berüchtigten Fatwa den heiligen Krieg an Juden und Amerikaner. Unter seiner Führung erlangten die Taliban in Afghanistan die Macht.

Der saudi-arabische Geheimdienst bot O.b.L. Kontakte zur ISI an, zum pakistanischen Geheimdienst (welches wiederum Verbindungen zum CIA hat, dies unterstützt die mittlerweile auch anderweitig stark untermauerte Theorie, dass die USA im Voraus von dem Anschlag 9/11 gewusst hat). (Gerhard Konzelmann, Insch´Allah, Der Kampf um Glaube und Öl, Herbig, S 243 f). Es existiert nach der Angabe eines Rechtsanwaltes, Allan Gerson, angeblich die Tonbadbandaufnahme eines Gespräches, das bei einem geheimen Treffen mit O.b.L. und einem Saudiprinzen geführt wurde. Diese Tonbandaufzeichnung habe der französische Geheimdienst zur Verfügung gestellt. Der Gesprächstext beweise, dass der saudiarabische Gesprächspartner dem Chef der Organisation Al Quaida, Osama Bin Laden, Geld dafür angeboten habe, dass dieser Anschläge auf US-Installationen in Saudi-Arabien unterlasse, und dass er seine Ziele direkt in den USA suche (Gerhard Konzelmann, Insch´Allah, Der Kampf um Glaube und Öl, Herbig, S 20 ff).

Zunächst jedoch erhielt Saudi-Arabien nach dem Golfkrieg II (G. Bush sen.) die Aufforderung, sich an den Kosten für diesen zu beteiligen (Microsoft, Encarta). George Bush sen. ließ übrigens jenen Film, auf dem gezeigt wurde, dass irakische Truppen in Kuweit Babies aus dem Brutkasten reißen ließ, fälschen. Die Berichterstattung im Golfkrieg I, 1991, war insgesamt „getürkt“. Saddam Hussein wurde in eine Falle gelockt, dies meint Peter Scholl-Latour, Kampf dem Terror, Kampf dem Islam, Ullstein, S 15, S 168 ). G. Bush sen. forderte nach der Zerstörung der irakischen Waffen durch den Abwurf zahlreicher Flugblättern Schiiten und Kurden auf, Saddam Hussein zu entmachten. Er gab diesen, als sie darum baten, noch nicht einmal Waffen und sah zu, wie Saddam Hussein grimmige Rache nahm an denjenigen, die ihn nach dem Golfkrieg II entmachten wollte. Der Rat, nicht in den Irak einzumarschieren, soll auf den damaligen russischen Präsidenten Gorbatschow zurückgehen.

Bereits im Golfkrieg II verwendeten die Amerikaner DU (Depleted Uranium), jetzt im Golfkrieg III ebenso wie in Afghanistan noch mehr derartig radioaktiv verseuchte Bomben, die verheerende Schäden bei der Bevölkerung. Nach dem Golfkrieg II starben im Irak über zwei Millionen Menschen. Es ist nicht unbedingt richtig, dass in erster Linie der Oil-for-Food-Skandal an dieser hohen Sterblichkeit schuld war. Es wurden Gelder unterschlagen – von Kofi Annans Sohn ebenso wie von Saddam Hussein. Dies erzeugte jedoch nur einen Teil des Desasters. Der Irak hätte dringend Chemikalien gebraucht, um das Grundwasser zu reinigen. Auch Insektenbekämpfungsmittel wären nötig gewesen. Der Irak erhielt jedoch die benötigten Materialien nicht, da die Amerikaner Angst hatten, dass Saddam Hussein, wie von diesem angedroht, WMD´s erzeugen und militärisch wieder erstarken könnte.

Madeleine Albright, im Mai 1996 noch UNO-Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika, zeigte ihren Mangel an Gefühlen für Menschen in einem Interview in „60 Minutes„. „Wir haben gehört, dass eine halbe Million Kinder gestorben sind,“ sagte die „60 Minutes“-Reporterin Lesley Stahl, als sie auf die Sanktionen der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Irak zu sprechen kam. „Ich meine, das sind mehr Kinder als in Hiroshima gestorben sind. Und – und was sagen Sie, ist dieser Preis gerechtfertigt?“ Albright sagte damals: „Ich denke, es ist eine sehr schwere Entscheidung, aber der Preis – wir denken, der Preis ist gerechtfertigt.

Auch in anderen Bereichen weicht dieses Buch von der offiziellen Darstellung der Konflikte in Middle East sehr stark von den Tagesnachrichten ab: Ein Absatz auf S 451 schockierte mich besonders:

Am 27. Jänner berichtet das Magazin „Newsweek“ unter der Überschrift „The Arab Alternative“ von einem Memorandum, dass ein Berater des Hauses As Saud – sein Name is Hassan Jassin – im Auftrag des Prinzen ausgearbeite hat. Das Fazit dieser Denkschrift: „Der amerikanische Präsident G.Bush hat den Krieg bereits gewonnen….. “ Das auf der Basis in Ridyah ausgearbeitete Memorandum sieht so aus: Saddam Hussein tritt zurück, persönlich geschützt durch eine vom UN-Sicherheitsrat,garantierte Amnestie, die UsA übernehmen die Aufgabe, das befreite Land zu ordnen. Auf diese Art und Weise soll der Krieg vermieden werden.

Insgesamt gesehen, verwirrt sich der islamische Teil der Handlung in verschiedene Fäden, in die viele Personen ebenso wie religiöse, politische und kriminelle Gruppierungen verwickelt sind. Auch Stammesfehden, nationalistische Strömungen bzw. Großmachmachtinteressen ebenso wie deren Geheimdienste beeinflussen das Geschehen.

So deutlich die Missetaten einzelnen Machthaber oder Aufrührer in diesen islamischen Staaten an die Öffentlichkeit gezerrt werden – über das Leid der Zivilbevölkerung in den folgenden Kriegen, über die Mitschuld westlicher Mächte an deren Elend wird vergleichsweise wenig geredet.

Bilder: Insch´Allah, König Fahd, Osama bin Laden, Khomeini, Saddam Hussein, G. Bush sen. und Gorbatschow

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  1. […] Mittlerweile wurden über die Entstehung des Golfkrieg II bzw. über die Kriegsführung der US-Army unter dem damaligen Oberbefehlshaber General Schwarzkopf kompromitierende Details veröffentlicht, die vermutlich noch nicht allgemein bekannt sind (Wiki, siehe auch Posting). […]


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