Noam Chomsky

Februar 11, 2007 um 11:48 am | Veröffentlicht in Democrats, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Einer prominentesten, wenn nicht überhaupt der bekannteste Bush-Kritiker und Globalisierungsgegner ist Dr. Noam Chomsky. Einige Aspekte seines Buches War against people, Menschenrechte und Schurkenstaaten, Europa Verlag Hamburg, 2001 möchte ich hier kurz vorstellen.

Noam Chomsky, geboren am 7. Dezember 1928 politischer Aktivist, Sprachtheoretiker und seit 1961 Professor am Massachusssetts Institute of Technology (MIT), ist Träger von zehn Ehrendoktorwürden und etlicher anderer hoher Auszeichnungen und Preise, Mitglied der American Academy of Art and Sciences und der National Academy of Science und Autor mehrerer Bestseller über Linguistik, Philosophie und Politik. Zuletzt erschien auf Deutsch „Profit Over People. Neoliberalismus und globale Weltordnung, Piper 2006„, eine alarmierende und vernichtende Kritik an der „Logik des freien Markts„.

Die New York Times würdigt Noam Chomsky als den „bedeutendsten lebenden Intellekturellen“ – und beklagt zugleich seine radikale Haltung gegenüber der US-Außenpolitik. Der Zeit gilt Chomsky als „der einzige Intellektuelle von Rang, der für die eigentlich antiintellektuelle Bewegung der Globalisierungsgegner überhaupt eine Rolle spielt.“ In seinem Buch schreibt er unter anderem über den Aufstieg der Konzerne (S 153 ff) und über den Niedergang des Abkommens von Bretton Woods (1944).

Er kritisiert auch den IWF, den Internationalen Währungsfond. Er meint, dass „private Kreditoren“ die IWF-Gelder in die eigene Tasche steckten. während die Schuldnerländer die Schulden der Privatwirtschaft im Endeffekt nationalisiert haben d.h. die Kosten für diese wiederum unteren Gesellschaftsschichten aufgebürdet werden. Da die Rückzahlungen oft uneinbringlich sind, muss sie in vielen Fällen der Steuerzahler im Westen bezahlen.

Durch solche Maßnahmen werden die Banken, die faule Kredite gewähren, ebenso geschützt wie die Eliten in Wirtschaft und Militär, die sich selbst bereichern, während sie den Reichtum außer Landes schafften und die Ressourcen ihres Heimatlandes in Privatbesitz nahmen (S 71ff). Seiner Meinung nach ist die „Schuldenkrise“ keine einfache wirtschaftliche Tatsache, sondern in erster Linie ein ideologisches Konstrukt, die ein wirksames Kontrollinstrument über andere Länder darstellt (S 137 ff). Er beruft sich dabei auf John Dewey und Woodrow Wilson.

John Dewey, führender Sozialphilosoph der Liberalen (1859-1952, John Dewey studierte zunächst Bildungssysteme in verschiedenen Ländern. Seine Theorien bewirkten tiefgreifende Veränderungen in der Pädagogik) schrieb über eine Politik, in der der „Industriefeudalismus“ regiert: Die Politik wird „zum Schatten, den die Wirtschaftsmächte auf die Gesellschaft werfen„. Auch Woodrow Wilson schrieb, dass die meisten Menschen immer mehr Konzernen dienen, die den größten Teil der Geschäftswelt des Landes ausmachen. (Dies war, soweit Lexikon, ein früherer amerikanischer Präsident (1913-1921), der durch eine Reihe von Gesetzgebungen die Gesellschaft veränderte und auch politische Analysen schrieb).

Im Januar 1918 legte Wilson in seinen Vierzehn Punkten die Kriegsziele der USA und damit zugleich ein Programm für den Weltfrieden und eine stabile Nachkriegsordnung, vor; zentrale Punkte waren das Selbstbestimmungsrecht aller Völker, die gerechte Neuordnung des Kolonialsystems und die Einrichtung eines Völkerbundes zur Friedenssicherung.

Amerika, meint Dr. Chomsky, habe sich „sehr verändert“ und sei „nicht mehr Schauplatz individuellen Unternehmergeistes … individueller Möglichkeiten und Errungenschaften“, sondern ein neues Amerika, in dem „kleine Gruppen von Männern große Konzerne kontrollieren und damit Macht und Herrschaft über den Reichtum und die geschäftlichen Möglichkeiten des Landes ausüben“, ja, sie werden „zu Konkurrenten selbst der Regierung“ und untergraben die Souveränität der Bevölkerung, die mittels des demokratischen Systems ausgeübt wird.

Er schreibt, dass die USA im Rahmen der Verhandlungen der WTO (World Trade Organisation) den Standpunkt vertritt, dass der Import von jedweden Gütern nur dann verboten werden kann, wenn deren Schädlichkeit erwiesen ist. Es ist aber sehr schwierig, besonders auch bei chemischen Produkten und Pestiziden wissenschaftlich zu belegen, dass diese schädlich sind.

Dieses Furcht erregende Konzept zeigt jetzt auch im medizinischen Bereich, im Bereich der Impfungen, Konsequenzen, da die Hersteller von Impfstoffen sich in Zukunft weigern wollen, für schädliche Nebenwirkungen aufzukommen. Die Idee, die amerikanische Armee bzw. Bevölkerung durch die Aktion „Bioshield“ während des GWOTGlobal war against terrorism“ durch zahlreiche Impfungen gegen Anthrax, die Rede war auch von der Impfung gegen Pocken, zu schützen, könnte vielen Menschen schaden, da etliche der vorgeschlagenen Impfungen starke Nebenwirkungen haben.. Entwickelt werden jetzt Medikamente gegen die drohende Pandemie der Vogelgrippe bzw. soll ein Impfstoff gegen diese entwickelt werden.

In seinem Buch ebenso wie auf seiner Homepage schreibt Chomsky, der unter dem früheren Präsidenten Bill Clinton sogar als Ratgeber für die Regierung herangezogen wurde, sehr viel über blutige Spuren verheerend brutal geführter Kriege (Libanon, Vietnam, Indonesien) und aggressiver Außenpolitik. Von ihm ist eine ganz Liste von Büchern im Handel erhältlich.

Noam Chomsky ist realistisch. Er sieht, dass in dem riesigen Amerika nur wirklich riesenhafte Gruppierungen in der Lage sind, die Meinung der Regierung zu ändern. Diskussionen mit ihm zu aktuellen Themen findet man auf seinem umfangreichen Weblog.

Bilder: Noam Chomsky, War Against People, Profit Over People

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