Gefahr für Israel

Februar 21, 2007 um 7:25 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Waffen, Wirtschaft, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Als ich jetzt einige Tage wegen einer heftigen Grippe im Bett bleiben musste, hatte ich gerade noch genug Energie, um mir eines meiner neu gekauften, aber noch nicht geöffneten Bücher näher anzusehen. Als ich das Buch von Peter Scholl-Latour „Lügen im Heiligen Land“, Machtproben zwischen Euphrat und Nil, Goldmann, München, 2000 durchlas, entdeckte ich schnell sehr wesentliche Bezüge zur jetzigen Situation, zu einem drohenden Irankrieg:

Mit dem Bau des Assuan-Staudammes wurde Israel – atomare Großmacht der Region – das Schwert des Exterminators , die Waffe des Würgeengels in die Hand gedrückt. Eine Sprengung des Assuan-Staudammes , des Saad es Ali würde das Niltal der blitzartigen Überflutung durch die gurgelnden Wassermassen des Nasser-Sees ausliefern. Der fruchtbare Lebensschlauch des alten Pharaonen-Reiches mitsamt seinen Menschenmassen wäre von der Landkarte gelöscht (S 243).

Peter Scholl-Latour berichtet von einem Interview mit dem syrischen Vize-Außenminister Adnan Omran aus dem Jahr 1997. Dieser spricht von den guten Beziehungen seines Landes zum Iran. Dabei entwirft er ein Schreckensszenario, welches Peter Scholl-Latour aufhorchen lässt:

Eine kriegerische Aktion Amerikas gegen den Iran erscheint ihm unvermeidlich. Die Marschflugkörper und die schwere Schiffsartillerie der Fünften US-Flotte, die im persischen Golf kreuzt, würde eines Tages die Eröl-Raffinerien und Verschiffungsanlagen der Iraner vernichten. Kampfflugzeuge würden von von ihren schwimmenden Rollbahnen starten, um wirtschaftliche und strategische Ziele im Hinterland vor allem die vermeidbaren Produktionsstätten der „islamischen Atombombe“ auszuradieren.

Die iranischen Streitkräfte seien jedoch heute schon in der Lage, durch relativ hoch entwickelte Mittelstreckenraketen, die die Scud-B weit überträfen, erhebliche Zerstörungen in den mit Washington verbündeten Emiraten am Golf und in der El Ahsa-Provinz Saudi-Arabiens anzurichten. Diese Verwüstungen würden die erölproduzierenden Staaten der Region in eine totale Abhängigkeit von Washington treiben und zugunsten des US-Kapitals eine Veschuldung in astronomischer Höhe nach sich ziehen.

Welche zusätzlichen Komplikationen sich aus einer solchen Krisen-Spirale ergäben, sei noch gar nicht abzusehen. Nicht nur Russland würde auf unerträgliche Weise brüskiert, womit Washington vielleicht leben könne, aber auf lange Sicht würde die kommende Weltmacht China auf den Plan gerufen, und deren Spielraum werde im anbrechenden neuen Jahrtausend unermesslich sein (S 321f).

Einige Seiten später berichtet er von einer Unterhaltung bei einem zwanglosen Abendempfang für Botschafter in Damaskus im Haus des deutschen Verteidigungs-Attache Oberstleutnant Ulrich Bothe:

Die Streitkräfte Syriens, das ist eine Binsenweisheit, sind den Israel Defence Forces hoffnungslos unterlegen. Die syrische Luftwaffe besitzt nicht die geringste Chance. Also hat sich Damaskus auf den Erwerb und die Entwicklung von modernen Boden-Boden-Raketen verlegt, die an Präzision die übrigen Scud-B weit übertreffen. Eine Reichweite von 300 bis 500 km Kilometern genügt bei diesen Trägerwaffen, die angeblich mit chinesischer, nordkoreanischer und iranischer Hilfe perfektioniert sind, um das nahe Israel zu treffen.

Die Gefechtsköpfe können mit chemischen oder bakteriologischen Kampfstoffen ausgestattet werden und die sind reichlich vorhanden. Die syrischen Militäringenieure seien neuerdings in der Lage, eigene Raketen herzustellen. Der Schwerpunkt dieser unterirdischen Produktionsanlagen soll sich im Umkreis der Stadt Hama befinden (S 351).

In einem Schlagabtausch mit dem Iran müsse daran gedacht werden, dass Selbstmordattentäter mit Giftgas ähnlich verheerende Anschläge durchführen könnten, wie dies 1995 von der Aum-Shinri-Kyo-Sekte in Tokio ausgeführt wurden (S 352).

Die Strecke von der iranischen Grenze bis nach Jerusalem beträgt nicht mehr als 1060 km. Damit liegt Jerusalem aber, nachgeschlagen auf der Militärauskunftsstelle von John Pike, auch innerhalb der Reichweite der iranischen Raketen! Der Iran hat genug militärische Kapazität, um biologische und chemische Waffen anwenden zu können.

Bild: Lügen im Heiligen Land

Schreibe einen Kommentar »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.
Entries und Kommentare feeds.

%d Bloggern gefällt das: