Geheimsache 09/11

Februar 22, 2007 um 9:48 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Skandale, Wirtschaft, World War IV | 3 Kommentare

Offiziell begann GWOT, der „Global War against Terrorism“ damit, dass am 11. September 2001 vier Flugzeuge, von fanatischen Islamisten gelenkt, Selbstmordattentate verübten. Zwei der Flieger rammten hintereinander die Türme des WTC, die kurz darauf einstürzten, ein anderes krachte ins Pentagon, während das vierte kurz vor dem Weißen Haus von einem mutigen Passagier zum Absturz gebracht werden konnte. So lautet die offizielle Darstellung des damaligen Geschehens.

Seither wurden immer wieder Zweifel geäußert, und zwar nicht von wenigen Seiten. Der Autor Nafeez M. Ahmed ging diesen Fragen in seinem Buch Geheimsache 09/11, Goldmann, 2002 besonders beharrlich und gründlich nach.

Nafeez Mosaddeq Ahmed ist Engländer bangladeshischer Abstimmung. Er leitet das Institute for Policy Research lt. Development, einen unabhängigen, interdisziplinär arbeitenden „Think Thank“ in Brighton, England. Sein Institut beschäftigt sich mit Untersuchungen und Analysen im Sinne der Durchsetzung von Menschenrechten und der Friedensförderung.

N. M. Ahmed hat sich speziell mit der jüngeren Geschichte Afghanistans auseinandergesetzt. Seine diesbezüglichen Arbeiten werden sowohl von der Harvard University als auch der California State University empfohlen. Nafeez M. Ahmed lebt in Brighton.

Sein Buch fällt sofort durch gute Dokumentation, durch einen reichhaltigen Anhang auf. Der Autor ist sichtlich um Gewissenhaftigkeit, genaues Arbeiten und um umsichtige Formulierungen bemüht. Seine Kritik setzt am widersprüchlichen und bodenlos rücksichtslosen Verhalten der Amerikaner gegenüber afghanischen Gruppierungen ein, die, gestützt durch den pakistanischen Geheimdienst ISI bzw. durch die CIA halfen, die Rote Armee aus Afghanistan zu vertreiben. Er beschreibt die Rivalitäten zwischen den verschiedenen Ethnien in Afghanistan, also zwischen den Paschtunen, Taliban, der Nordallianz, den Hazari und anderen..

Seiner Darstellung nach planten die Terroristen sehr wohl ein größeres Attentat gegen den Westen, das Unternehmen Bojinka. Dies ging allerdings so weit, dass sogar Pläne Anschläge einer Terrorzelle rund um den Pakistaner Ramzi Yousef gegen den Vatikan vorhanden waren. Doch anstatt diese Terroristen zu fangen, erhielten diese in Saudi Arabien sogar amerikanische Visas und durften in Florida einen Flughafen benutzen. Mit Hilfe von Echolon, einem elektronischen Spionageapparat zur Nachrichtenüberwachung (damals schon aktiv, siehe Wikipedia), von der CIA, von ausländischen Geheimdiensten herrschte stets volle „Awareness“ über die Aktivitäten der Terroristen. „Sie wussten, dass sie kamen“!

Noch dazu wurde Mitgliedern der Familie Bin Laden, damals noch Mitglieder der Carlyle-Group (Wiki, Michael Moore: Fahrenheit 9/11), die Ausreise gestattet. Darüber hinaus wurden Mitglieder von Al-Quaida aus Afghanistan vertrieben, aber nicht gefangen: Die amerikanische Militärstrategie hatte von Anfang an auf ein Szenario gesetzt, in dem Al-Qaida-Kämpfer entkommen konnten (S 312). Dies galt ganz besonders für Osama Bin Laden: „Ein enger Regierungsbeamter erklärte später, dass eine „zu enge Definition“ unserer Ziele“ das Risiko „eines vorzeitigen Zusammenbruches der internationalen Anstrengungen mit sich bringe, falls O.B.L. durch einen glücklichen Zufall gefangengenommen würde“ … (S 94)!

Osama Bin Laden galt als extrem gefährlicher Terrorist. Im Time-Magazine veröffentlicht wurde 1999 eine Drohung von O.B.L., Amerika mit dem Einsatz von ABC-Waffen (nukleare, biologische und chemisch Waffen) anzugreifen. Der Wortlaut: „Es ist meine Pflicht, als Moslem, mir chemische und nukleare Waffen zu beschaffen, um sie gegen die Vereinigten Staaten anzuwenden. Ich würde als Moslem eine Sünde begehen, wenn ich solche Waffen nicht einsetzen würde, um die Ungläubigen daran zu hindern, den Gläubigen Schaden zuzufügen. Feindschaft gegen die USA ist unsere religiöse Pflicht. Wir hoffen, Allah wird uns dafür belohnen“.

Es ist schon klar, dass jemand, der dies ernsthaft behauptet, zur Sicherheit der Weltbevölkerung so schnell wie möglich eingefangen werden sollte. In Anbetracht dessen erscheint es doch geradezu fahrlässig, wie wenig eigentlich unternommen wurde, um O.B.L. zu ergreifen. (Weitere Zusatzinformationen: Gary Berntsen, Ralph Pezzullo, Jawbreaker: The Attack on Bin Laden and Al Qaeda: A Personal Account by the CIA’s Key Field Commander, Three Rivers Press, 2006 und das Writersblog von Mathias Bröckers).

Sowohl, was 9/11 als auch die extrem dubiosen Milzbrandanschläge betrifft, wurden Untersuchungen in hohem Ausmaß blockiert. Judical Watch ermittelt betreffend 9/11 (S 166). Dokumente zu Milzbrand-Attack wurden nicht freigegeben (S 428). Seiner Darstellung nach waren jene zwei Abgeordneten, an die Milzbrandbriefe gerichtet waren, die zwei Demokraten Tom Daschle, damals Mehrheitsführer im Senat, und Patrick J. Leahy, der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Senat, anfänglich dem „Patriot Act“ gegenüber sehr skeptisch eingestellt, unterzeichneten diesen aber nach dem Anschlag. Innerhalb der nächsten zwei Tage wurde diese Charge vernichtet, was die Ermittlungen des FBI´s erschwerte. (S 424 f).

Judical Watch vertritt Postangestellte aus dem Vertriebszentrum Brentwood in Washington D.C, die in kontaminierten Räumen weiterarbeiten mussten, in Klagen wegen ungleicher Behandlung und rücksichtsloser Gefährdung von Beschäftigten. Angeblich nahmen Mitarbeiter des weißen Hauses bereits vorbeugend das Antibiotikum Cipro ein, als noch keine Milzbrandanschläge in Sicht waren (S 429).

Ich fand in diesem Buch zum Milzbrandskandal zusätzliche Informationen über Barbara Hatch Rosenberg, jene FBI-Beamtin mit Zivilcourage, die öffentlich die Meinung vertrat, dass Insider und keine Terroristen, in diese unappetitliche und gefährliche Attacke involviert war. Barbara Hatch Rosenberg ist eine führende amerikanische Expertin für biologische Kriegsführung und Direktorin eines Programmes für chemische und biologische Waffen der Federation für American Scientists und (vom Lehrbetrieb beurlaubte) Research-Professorin mit Forschungsauftrag an der State University of New York.

N. Ahmed liefert auch sehr gutes Motive für die Anschläge: Afghanistan dient durch seine geostrategische Lage als Tor für Zentralasien. Untersuchungen über den Ölverbrauch zeigten negative Auswirkungen durch Verknappung. Angriffspläne auf Afghanistan wurden bereits vor 9/11 ausgearbeitet. Darüber hinaus konnten führende Wirtschaftstreibende behaupten, es wäre nötig, den Liberalisierungsprozess wieder zu beleben, der nach den Tagungen in Seattle ins Stocken geraten war, um die Folgen von 9/11 abzufedern (S 373).

Etliche Unternehmen machten sogar ein Geschäft mit Spekulationen rund um 9/11 (S 182 ff). Vor 9/11 sanken die Umfragewerte für G. Bush durch die schlechte Wirtschaftslage. N. Ahmed weist auf geschichtliche Zusammenhänge provozierter hin: Auf Pearl Harbour (inzwischen durch Untersuchungen in Misskredit geraten, S 407 ff), Operation Northwoods, auf die Maine, auf die Versenkung der Lusitania, auf Konflikte im mexikanischen Krieg und den Tonking´schen Zwischenfall vor dem Vietnamkrieg hin (S 394 ff).

N. Ahmed bestätigt auch andere Aussagen, die bereits durch Michael Moore´s Bücher und Filme an die Öffentlichkeit gelangt sind, so wie Sorgen über den Abbau der Bürgerrechte und die Geschäftsverbindung zwischen der Familie Bush und Bin Laden, wobei seine Arbeit ausführlicher und wissenschaftlich formuliert ist. Besonders genau geht er darauf ein, dass vor dem Anschlag 9/11 konkrete Warnungen aus dem In- und Ausland missachtet wurden und hält Fehler bei der Kommunikation zwischen den einzelnen Stellen für ausgeschlossen.

Über 9/11 lagern auch auf der Homepage von Prof. Chossudovsky sehr viele kritische und hervorragend dokumentierte Artikel. Prof. Chossudovsky sollte niemand unterschätzen, denn es müsste ein wahres Wunder geschehen, wenn es jemandem möglich sein sollte, die unter der Rubrik „9/11 & War on Terrorism“ angehäuften Vorwürfe doch noch zu widerlegen. Die Autoren, Michael Moore, Chossudovsky, N. Ahmed arbeiteten unabhängig voneinander.

Obwohl Nafeez Ahmed Chossudovsky an einer Stelle zitiert, beruft sich N. Ahmed nicht auf die gleichen Quellen und interessierte sich ganz besonders einen anderen Abschnitt der Handlung als der Professor aus Kanada, und zwar für den Verbleib der Terroristen vor und nach 9/11.

Peter Scholl-Latour, erfahrener Kriegsberichtserstatter und erfolgreicher Autor, bekam selbst einen Tip von seinem Kontaktmann in Russland, und zwar den, das Buch des CIA Agenten Peter BaerSee no evil“ zur Hand zu nehmen und aufmerksam den letzten Satz dessen Prologs zu lesen. Der Satz lautet:

„Neulich hat mir ein befreundeter Reporter erzählt, dass einer der ranghöchsten CIA-Beamten ihm gegenüber in einem privaten Gespräch behauptet habe, wenn der Staub sich endlich gesetzt habe, würden die Amerikaner erkenne, dass der 11. September ein Triumph für die Geheimdienst-Gemeinde gewesen sei – und keine Niederlage. Wenn das die offizielle Denkweise innerhalb der Organisation gewesen sein sollte, die damit beauftragt ist, im Kampf gegen die Osama Bin Ladens dieser Welt die Verteidiger zu stellen, dann bin ich mehr als wütend: Ich bin zu Tode erschrocken und habe Angst vor dem, was auf uns zukommt.“ (Peter Scholl-Latour, Kampf dem Terror, Kampf dem Islam, Ullstein, 2004, S 414, S 421).

Dieser Kontaktmann meinte noch, jene Dokumente, die angeblich den Hauptattentäter Mohammed entscheidend belasteten, wären als plumpe Fälschung einzustufen (Peter Scholl-Latour, Kampf dem Terror, Kampf dem Islam, Ullstein, 2004 S 414). Weitere Bücher über 9/11 sind im Buchhandel erhältlich, am bekanntesten darunter „Die CIA und der 11. September. Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste“, vom früheren SPD-Bundesminister für Forschung und Technik, Andreas von Bülow, Piper, 2004.

Eine minutiös exakte, perfekt dokumentierte Aufstellung über die Geschehnisse, Versäumnisse und Details 9/11 kann man dem Artikel „Standdown“ von Mark R. Elsis entnehmen.

Im Zusammenhang ebenfalls sehr aufschlussreich sind die Ausführungen von Dr. Daniele Ganser. Er ist Dr. Daniele Ganser ist Friedensforscher und Senior Researcher am ETH Center for Security Studies (CSS) Sein Forschungsgebiet ist die verdeckte Kriegsführung, über die „ETH Life“ zu Jahresbeginn berichtete.

Ganz nebenbei: Hätten in einem Hollywood-Film Terroristen mit Flugzeugen die USA angegriffen, dann – hätten diese das WTC so zerstört, dass es perfekt zusammenkracht und das Pentagon beschädigt. Selbstverständlich hätten tapfere Amerikaner das Weiße Haus vor der Zerstörung bewahrt. Perfekt fürs Kino!

Nicht umsonst erhielt Michael Moore´s aus Originalaufnahmen zusammengestellter Dokumentarfilm Fahrenheit 9/11, der bereits einige Kritik an der offiziellen Darstellungsweise der damaligen Geschehnisse und am Irakkrieg enthält, beim Filmfestival in Cannes die „Goldene Palme“ und G.W.B. darin in den USA die „Goldene Himbeere“ für den schlechtesten Schauspieler des Jahres.

Bilder: 9/11, Geheimsache 09/11, Jawbreaker, Kampf dem Terror, Kampf dem Islam, Die CIA und der 11. September, Fahrenheit 9/11

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3 Kommentare »

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  1. […] Dabei unterstützte der Westen die islamischen Mudschaheddin durch Ausbildung, den CIA und Waffenlieferungen. Doch nicht nur dies! Nafeez Ahmed, ein englischer Autor schreibt in seinem Buch Geheimsache 09/11, Hintergründe über den 11. September und die Logik amerikanischer Machtpolitik, Goldmann, 2004 (siehe auch Posting): […]

  2. […] Fast könnte man über diese schönen alten proisraelischen Filme vergessen, dass der jetzige Minister für Strategische Planung und Vize-Regierungschef Israels Avigdor Lieberman ein sehr gefährlicher Mensch ist und dass der Schweizer Friedensforscher und Spezialist für verdeckte Kriegsführung Daniele Ganser als weiterer seriöser Bush-Kritiker die offizielle Darstellung von 9/11 ziemlich gründlich zum Einsturz gebracht hat (siehe auch Posting). […]


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