Psycho

Februar 26, 2007 um 4:33 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Q´chott, USA, Verständigung, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, World War IV | 2 Kommentare

Bekannt wurde das Milgram-Experiment, in dem nachgewiesen werden konnte, dass ein erschreckend großer Anteil der Versuchspersonen bereit waren, Unschuldige bei Verhören auf Befehl hin zu misshandeln. 1962 Das erste Mal von Stanley Milgram in den USA durchgeführt, wurde es später, 1970 in der BRD wiederholt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse zeigten, dass ein Großteil der Menschen ohne Rücksicht auf die Kultur, aus der sie stammen zur Ausübung von Folterungen motiviert werden können.

Eine wissenschaftliche Untersuchung darüber, dass Gefängnisse zerstörerisch auf die Psyche der betroffenen Personen wirken, und zwar sowohl auf diejenigen der Gefangenen als auch auf die der Gefängniswärter wurde von der Stanford-Universität durchgeführt. Beim „Stanford-Experiment“ wurden willkürlich einige Personen ausgewählt und in „Gefangene“ und „Aufseher“ geteilt. Bereits nach drei Tagen musste ein Gefangener entlassen werden, da er extreme Stressreaktionen zeigt. In weiterer Folge begannen einige „Aufseher“, die Gefangenen sadistisch zu misshandeln. Nach nur sechs Tagen wurde das Experiment abgebrochen, da die Versuchsleiter selbst nicht mehr für ihre Objektivität garantieren konnten.

Es gibt eine eigene Bezeichnung für psychische Schäden nach schlimmen Erlebnissen. Diese Krankheit heißt Posttraumatische Belastungsstörung (Abk.: PTBS; engl.: Posttraumatic Stress Disorder, Abk.: PTSD, im amerikanischen Sprachgebrauch auch Post Vietnam Syndrom (PVS)). Nach der ICD-10 (International Classification of Diseases) der WHO hat die PTBS den Code F 43.1. Dies ebenso wie der Umstand, dass Soldaten oft an unerkannten Kopfverletzungen leiden trägt mit Sicherheit dazu bei, dass G. Bush die Terroristen in Kriegsgebieten niemals ausgehen.

Wie es eigentlich im Kopf eines Politikers aussieht, der dafür bekannt ist, dass er solche Zerstörungen, wie dies der Terrorist Timothy McVeigh einmal in seinem Leben zu Wege brachte, sozusagen im Alltag nebenher erledigt, versuchte Psychoanalytiker Dr. Justin A. Frank herauszufinden. Er schrieb darüber das Buch: Bush on the Couch: Inside the Mind of the President, Regan books, 2005.

Der Bombentäter von Oklahoma City 1995, der damals mit Sprengstoff 168 Menschen tötete und über 500 verletzte, wurde 2001 mit einer Giftspritze hingerichtet. Auch die zwei Mittäter entgingen der Strafe nicht. Nichols erhielt eine lebenslange Haftstrafe, und Fortier, der als Zeuge ausgesagt hatte, wurde zu zwölf Jahren verurteilt.

Eine kurze Frage – welche Strafe bzw. welche Behandlung würde G.W.B. eigentlich erwarten, wäre jeder der über 640 000 Gefallenen in seinem Irak-Krieg, der völkerrechtswidrig begonnen wurde und auf der Lüge beruhte, Saddam Hussein hätte WMD´s, ein Amerikaner?

Bilder: Überreste des Murrah Federal Building nach dem Anschlag, Bush on the Couch, Timothy McVeigh

2 Kommentare »

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  1. Das lässt sicht nicht so einfach beantworten, weil es darauf ankäme, in welchem Bundesstaat er angeklagt würde. Was die Sache zusätzlich erschwert, ist der Umstand, dass der US Congress ihm den Krieg ja genehmigt hatte, und zwar weniger deswegen, weil er die Lügen geglaubt hat, die der Welt aufgetischt wurden, sondern wegen des Bedrohungspotenzials, das von Saddam ausgehen würde, sollte er weiterhin die Arbeit der UNO-Waffensinspekteure behindern, bzw. die Sanktionen aufgehoben würden. Im letzteren Fall hätte Russland ja sofort mit der Lieferung von ca. 4000 modernen Kampfpanzern begonnen, die mit dem Irak 1996 vereinbart wurde.

  2. Ich finde auch, dass Saddam Hussein ein Risiko war und dass auch die UNO-Sanktionen, die aus Angst davor, dass Saddam Hussein wieder aufrüsten könnte, für die Bevölkerung auf die Dauer unerträglich waren. Es boten sich aber zwei Optionen an. Eine davon wäre gewesen, Saddam Hussein zwar zu entmachten, aber mit den Strukturen der sunnitischen Baath-Partei weiterzuarbeiten. Diese Möglichkeit wurde nicht genutzt, sondern zugunsten von Geschäften im Irak verpfuscht (Iraq for Sale). Wenig bekannt ist, dass es vor dem Krieg ein Rücktrittsangebot von Saddam Hussein gab (mit Quelle, eine ähnliche Nachricht erschien auch ganz kurz im österreichischen Teletext.) Ich bin selbst entsetzt und schockiert. Zuerst dachte ich, wenn ich noch mehr recherchiere, dann würde sich die Sache schon aufklären. Aber dies ist nicht der Fall, je mehr ich noch „nachgebohrt“ habe, desto schlimmer zeigt sich das Geschehen.


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