Organhandel in Pakistan

März 6, 2007 um 7:34 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Skandale, Videos | Hinterlasse einen Kommentar

An einem Samstag im Februar (18.2.2006) fiel mir beim Lesen der österreichischen Kronenzeitung ein Beitrag von Ernst Trost mit dem Titel „Kino des Hasses“ auf. Darin beschreibt und kritisiert der Kolumnist den türkischen Film „Tal der Wölfe – Irak„, in dem Juden ebenso wie Christen diskriminiert werden. Der Film schließt damit, dass dem bösen US-General ein Türkendolch den Hals aufschlitzt.

Geschickt wurden in den Film Folterszenen aus Abu Ghraib und andere von der US-Army begangene Grausamkeiten eingeflochten. Das große Problem an dem reißerisch gemachten Film ist, dass er zwar auf der einen Seite polemisch und antisemitisch agiert, auf der anderen Seite aber durchaus auf offiziell bestätigten Ereignissen beruht (Wiki, International Criminal Tribunal: Transporting of Prisoners in Containers).

Der Film schildert unter anderem verbrecherischen Organhandel. Über derartige Vergehen im Zusammenhang mit Kriegsverbrechen wurde meines Wissens nichts bekannt. Der Vorwurf jedoch, dass sich reiche Europäer und Amerikaner billige Organe in einem islamischen Land kaufen würden, erwies sich zu meiner Überraschung als berechtigt.

Am 5. April 2006 wurde im Weltjournal, ORF 2 eine Dokumentation über einen „Nierengürtel in Pakistan“ im Fernsehen gezeigt. Zuvor schon hatte ich in einer Sonntagsbeilage der österreichischen Kronenzeitung ein schockierendes Bild bemerkt. Das Foto zeigte gleich vier Pakistanis auf einmal, die alle große Narben an den gleichen Stellen trugen und denen laut deren Aussage jeweils eine Niere für Organhandel entnommen worden war. Im Internet findet sich zu diesem Thema ein Videoclip (ZDF.de):

Organhandel

Insgesamt steht also fest, dass z.B. die Entnahme einer Niere für den Betroffenen ein erhebliches Risiko und für die arme Bevölkerung eine Form der Ausbeutung darstellt. Deshalb ordnet die westliche Gesellschaft Organtransplantationen offiziell dem ethischen Grenzbereich zu, außer es handelt sich um Organspenden innerhalb des Familienkreises. Trotzdem fordert ein britischer Arzt die Legalisierung menschlichen Organhandels:

Lahore – Ein britischer Nierenspezialist hat mit seiner Forderung, den Handel mit menschlichen Organen zu legalisieren, für internationale Schlagzeilen gesorgt. Andy Stein (Walsgrave Hospital, Coventry) verlangt von Gesundheitspolitikern weltweit, „den Kopf nicht länger in den Sand zu stecken“ und den Organhandel zu erlauben. Nur so könne vermieden werden, dass der Handel mit Spenderorganen von kriminellen Banden dominiert werde (Ärzteblatt.de, 14.2.2007).

Zugegeben, auch reiche Araber aus den Golfstaaten kaufen manchmal Organe aus Pakistan. Trotzdem öffnet das Interesse westlicher Patienten dem Missbrauch weitere Türen. Versäumt hier nicht der Westen eine günstige Gelegenheit, durch ein einfaches „Nein“ „Human Rights“ im entlegenen Pakistan zu fördern? Zu meinem Entsetzen las ich in einer Aussendung des Fördervereins PROASYL e.V., dass in Afghanistan sogar Kinder entführt werden, um deren Organe zu verwerten!

Bild: Wolf, Operationsnarbe

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