Immer wieder Guantanamo

März 11, 2007 um 12:48 am | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Skandale, World War IV | 2 Kommentare

Bereits vor etlichen Jahren erschienen die ersten alarmierende Berichte über Guantanamo (27.1.2004, Eurozine). Obwohl sich die Befürchtungen, dass sogar eine Todeszelle in diesem „juristischen Schwarzen Loch“ (Johan Steyn) eingerichtet werden könnte, nicht bestätigten, muss man zugeben, dass sich die Rechtslage der Gefangenen ständig verschlechtert.

So erscheint es rückblickend nur als kurzer Lichtblick, dass nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten im Fall Hamdan v. Rumsfeld am 29. Juni 2006 bekanntgab, dass alle Gefangenen der US-Armee aus dem Krieg gegen den Terror strikt nach den Regeln des gemeinsamen Artikels 3 der Genfer Konventionen zu behandeln seien. (Wiki, Abschnitt: Entwicklungen und Probleme nach 1990).

Mittlerweile gelten erzwungene Aussagen von Gefangenen als Beweise (19.1.2007, Standard). Mittlerweile konnte G.W.B. die umstrittenen Militärtribunale „gegen feindliche ausländische Kämpfer“ nach langem Kampf gegen den Widerstand des Obersten Gerichtshofes durchsetzen (15.2.2007, Sueddeutsche.de). Unter Ausschluss der Öffentlichkeit beginnen jetzt Anhörungen der Terrorverdächtigen vor einem Gremium von 3 US-Offizieren. Dabei steht den Verdächtigten kein Rechtsanwalt zur Seite. (9.3.2007, Standard)

Hört man älteren Leuten zu, welche nach dem 2. Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft gerieten, dann hört man öfters: „Zum Glück kam ich in ein amerikanisches und nicht in ein russisches Lager.“ Warum? Im Schnitt machten sich sowohl die Amerikaner als auch die Briten vergleichsweise Mühe, die „Genfer Konventionen“ einzuhalten.

Wenn man sich folgende Aufstellung betreffend den Umgang der kriegsführenden Ländern mit Kriegsgefangenen im WW II ansieht, dann spielte es eine sehr große Rolle, welchen Status den Gefangenen zugestanden wurde. Ich glaube noch immer, dass freie Demokratien in ihren Ländern Rechtsverstöße gegen die Genfer Konventionen niemals dulden sollten.

Mit militärischen Sperrgebieten wie Guantanamo beschäftigen sich seit fünf Jahren die in Berlin lebenden Schweizer Künstler Matthias Jud und Christoph Wachter. Sie haben Informationen, Bilder und Kartenmaterial über diese verbotenen Zonen gesammelt. Und das Ergebnis ihrer Arbeit kann man nun auf der Webseite Zone interdite im wahrsten Sinne des Wortes besichtigen (Heise).

ZONE INTERDITE

Klickt man auf dieser Seite das Bild mit dem Gefangenenlager in Kuba an, bietet das Popup sogar Software mit einem 3D-Rundgang durch das Gefangenenlager in Kuba zum Download an.

Bild: Gefangener in Guantanamo

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2 Kommentare »

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  1. Das ist soeine schweinerei !
    Man muss dieses „gefängniss“ unbedingt schliesen!
    Bitte helft uns, dass es geschlossen wird und die gründer mal so richtig gefoltert werden !!!
    lg

  2. Ich habe Online-Petitionen gegen den Irankrieg unterzeichnet und die Adressen auf meine Sidebar eingebunden. Bitte, weitergeben!


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