Umweltverschmutzung und Krieg am Persischen Golf

März 16, 2007 um 9:02 pm | Veröffentlicht in Middle East, Skandale, Waffen, World War IV | 8 Kommentare

Greenpeace veröffentlicht auf seiner Homepage eine detaillierte Beschreibung über die Umweltschäden, die durch den Golfkrieg II entstanden. Die Umweltkatastrophe entstand damals nicht nur durch den Einsatz des US-Militärs bei der Operation „Wüstensturm“, sondern wurde dadurch vergrößert, dass Saddam Hussein die Ölquellen anzündete.

Greenpeace-Studie zum Golfkrieg

Dieses schockierende GP-Dossier Zusammenfassung der Greenpeace-Studie „On Impacts“ Auswirkungen moderner Kriegsführung auf die Umwelt am Beispiel des Golfkriegs 1991 (William M. Arkin, Damian Durrant, Marianne Cherni) sollten sich nur Leser mit guten Nerven ansehen. Dieser Bericht wurde bereits am 1.4.2003 veröffentlicht, sodass ein Teil der Umweltschäden, die durch den Einsatz von DU (Depleted Uranium) entstanden sind, darin noch gar nicht erfasst sind.

Strahlentelex.de/Uranmunition

Mittlerweile wurden über die Entstehung des Golfkrieg II bzw. über die Kriegsführung der US-Army unter dem damaligen Oberbefehlshaber General Schwarzkopf kompromitierende Details veröffentlicht, die vermutlich noch nicht allgemein bekannt sind (Wiki, siehe auch Posting).

Auch der Libanonkrieg im Sommer 2006 verursachte eine Ölpest, und zwar, als israelische Raketen die Öltanks eines libanesischen Elektrokraftwerks trafen.

Ölpest durch Israels Luftangriffe an der Mittelmeerküste

Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch niemand sagen, wann der Golfkrieg III beendet ist und welche Schäden er verursacht. Auf diesem Hintergrund betrachtet, sollte doch noch einmal eindringlich darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Iran in großer Gefahr ist.

Viele Menschen wollen noch immer nicht begreifen, dass die USA umfangreiche Vorbereitungen getroffen hat, um den Iran, eines der ältesten und schönsten Länder der Welt anzugreifen und zu zerstören (Pax Christi, Zbigniew Brzezinski).

Bilder: General Norman Schwarzkopf, Operation Desert Storm

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8 Kommentare »

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  1. „Viele Menschen wollen noch immer nicht begreifen, dass die USA umfangreiche Vorbereitungen getroffen hat, um den Iran, eines der ältesten und schönsten Länder der Welt anzugreifen und zu zerstören“

    Ach, und ich dachte, es wäre ein iranischer Präsident, der ein anderes Land öffentlich als zerstörungswürdig erklärt hat. Wie einen die Erinnerung täuschen kann…!

  2. Dieser Bericht des ret. General Sam Gardiner (Gardiner Bericht – gefunden über die öffentliche Militärbeobachtungsseite der USA von John Pike – zeigt genau auf, wie lange die Vorbereitungen für einen Regime Change im Iran (Pax Amerikana) schon laufen, man beachte vor allem Seite 10.

  3. Na, es ist doch zu hoffen, dass jeder vernünftige Mensch alles in seiner Macht stehende tut, um ein Regime stürzen zu helfen, das foltert, Minderjährige und Homosexuelle aufhängt und seinen Bürgern grundlegende Freiheiten verwehrt.

  4. Das Thema „Folter“ kann man vergessen, denn da profilierten sich eigentlich in letzter Zeit eher die USA. Den Rest kann man vielleicht ein wenig mathematisch sehen. Der Irak-Krieg kostete bis jetzt etwa 660.ooo Menschen das Leben. In der Anzahl der Gefallenen sind alte, schwache und gesundheitlich angeschlagene Personen, die durch fehlende medizinische Behandlung früher sterben, noch gar nicht enthalten. Ebenfalls nicht in den Zahlen enthalten sind Angaben über Fehlgeburten und krebskranke Kinder. Die offiziellen Liste der US-Gefallenen erwähnt spätere Todesfälle bzw. Dauerschäden an den Soldaten nicht.
    Wer denkt schon daran, dass noch Jahre später Felder in Kriegsgebieten, in denen Kinder spielen und Blumen pflücken wollen, vermint sind und dass das Grundwasser möglichweise verseucht ist?
    Im Irakkrieg eingesetzt werden auch Foreign Workers bzw. Söldner, von denen, kommen sie nicht zurück, ohnehin niemand redet. Gerade eben stand in der New York Times, dass in Afghanistan, bedingt durch das Chaos, sogar Aids im Vormarsch ist.
    Es spricht ja nichts dagegen, dass man versucht, durch Informationskampagnen, über die Medien, mit Hilfe von Wirtschaftssanktionen und Unterschriftaktionen so gut wie möglich gegen Unsitten im Ausland vorgeht. AI bietet die Möglichkeit, vorgefertigte E-Mails an die iranische Botschaft zu schicken. Aber es fehlt ein wenig das Interesse.
    Ich weiß nicht, was ein Militärschlag auf den Iran positiv bewirken könnte, da eigentlich weder für Afghanistan, noch für den Irak ein geeignetes Konzept für die Nachkriegszeit vorlag und für den Iran ebenfalls keines in Sicht ist.

  5. Schön am Thema vorbeilaviert.

  6. Das Thema bestand aus meiner Sicht darin, dass einerseits sogar auf dem dem „EU-Klimagipfel“ Maßnahmen zur Verringerund des CO2-Ausstoßes besprochen werden bzw. sogar über die Weiterverwendbarkeit der Glühbirnen diskutiert wird, während die Umweltschäden des Golfkriegs II zur Zeit unter den Tisch gekehrt werden und erst recht niemand ehrlich darüber redet, dass sich ein umfassender Angriff der Air Force auf den Iran nicht mit dem vielfach geäußerten Anliegen in westlichen Länder deckt, in Zukunft besser auf die Umwelt zu achten.
    Der Iran verdient es, nicht nur als „Mullahstaat“, sondern als eines der ältesten Kulturländer der Welt unter besondere Aufmerksamkeit gestellt zu werden. Im Irak gesprengt wurde die Goldene Moschee in Samarra, ebenso wurde die Bibliothek geplündert.
    Es ist schade, dass sich G.W.B. über die Anzahl der Toten, die er mit „Iraki Freedom“ usw. erzeugt, nicht einmal halb so aufregt, wie über das Rechtssystem der Mullahs.

  7. Wieviel tote Iraker hätte es denn bei unterlassener Befreiung gegeben? Ist das egal? Und ist es egal, dass die Iraker nun eine Regierung haben, die sie selbst gewählt haben? Dass sie zumindest die kleine Chance auf eine bessere Zukunft haben? Was unter Saddam wohl kaum der Fall gewesen wäre.

    Um den kulturellen Status des Iran gegen die Verbrechen auszuspielen, die dessen Diktatorenclique begeht, muss man schon ziemlich zynisch und vor allem ziemlich deinteressiert an den Menschen des Iran zu sein.

  8. Ich weiß, dass die Menschen unter den Sanktionen ebenso wie unter Saddam Hussein extrem gelitten haben und dass viele Menschen gestorben sind. Aber ich habe einiges an erstaunlichen Details herausgefunden, die nicht offiziell sind. Wenn Sie unter Suchen (oberhalb vom Archiv) gewünschte Begriffe eingeben, dann werden Sie sehen, dass ich mir doch einiges gedacht habe und auch Quellen angeben kann.
    Der Iran hat fast 67 Mill. Einwohner (68,688,433 July 2006 est., CIA-Factbook). Wenn Studenten und Splittergruppen protestieren, dann heißt es nicht, dass die Gesamtbevölkerung grundsätzliche gegen den Islam ist. Es entspricht noch dazu der „Schia“, dass sich Schiiten von einem „Imam“ leiten lassen. Deshalb wählte ja auch die Bevölkerung im Irak, die zur Mehrzahl aus Schiiten besteht so, dass jetzt die Anzahl der verschleierten Frauen zunimmt und sogar die Scharia zurückkommt.
    Wer kümmert sich darum, dass es den Frauen in Indien sehr schlecht geht – noch schlechter als im Iran? Bei den Saudis, „Verbündeten“, sind die Frauen rechtlich noch eine Stufe weiter unter den Männern angesiedelt als die Iranis.
    Es ist schon klar, dass die Mullah-Regierung sehr problematisch ist. Aber es spielen viele Gründe für diesen Umstand eine Rolle – Spannungen zwischen den Ethnien, die Gier der Oppositionsparteien nach „öligen“ Pöstchen, Fehler im Gesamtmanagement noch aus der Zeit des Schah und der Fehler von G.W.B., der doch tatsächlich darauf gebaut hat, dass sich eine islamische Bevölkerung von einer „christlichen“ befreien lässt und die USA als Besatzungsmacht genauso akzeptieren wie früher Deutschland nach Hitler.
    Ich habe gesehen, dass Sie ihren Blog sehr engagiert betreiben und freue mich über Ihren Besuch.
    Dieser Blog existiert noch nicht lange und ich gebe mir Mühe, dass er gefüllt wird. Bitte, beachten Sie auch die Links bzw. Literaturangaben. Ich denke, Sie werden sehen, dass ich meine Behauptungen nicht aus der Luft gegriffen habe.


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