Film „300“

März 21, 2007 um 10:53 pm | Veröffentlicht in Middle East, Publikationen, Skandale, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Die angespannte Verhandlungssituation zwischen dem Westen und dem Iran betreffend dessen Nuklearprogramm wurde inzwischen noch zusätzlich verschärft. Auslöser für den zusätzlichen Ärger war nicht mehr und nicht weniger als ein banaler Actionfilm, der auf einem Comic beruht und die Schlacht bei den Thermopylen im Jahr 480 vor Christus zwischen den Persern und Griechen darstellt.

Dieser Film spielte im ersten Wochenende nach der Premiere etwa 70 Millionen Dollar ein und sorgte darüber hinaus für Schlagzeilen in der iranischen Zeitung Ayende-No: „Hollywood erklärt dem Iran den Krieg!“

Dabei handelte es sich eigentlich nur um die Verfilmung einer alten geschichtlichen Überlieferung, nach der nur dreihundert tapfere Spartaner in der Lage gewesen sein sollten, das mächtige Heer des persischen Königs Xerxes am umstrittenen Pass in einer großen Schlacht drei Tage lang aufzuhalten (Wiki).

Doch bemerkten sogar aufmerksamen Kinogäste in den Vereinigten Staaten, dass der Film mit Anspielungen auf die jetzige Situation die „Perser“ als dekadentes, ausschweifendes und brutales Volk zeigt und es darüber hinaus mit der geschichtstreuen Darstellung nicht unbedingt genau nimmt.

Die Abneigung der Iraner gegen diesen Film ging so weit, dass sogar auf iranischer Regierungsebene die Aussage gemacht wurde, dass die USA versuchen würden, die Geschichte zu verdrehen und Abneigung gegen den Iran zu schüren. Der Film, der auch vom staatlichen Fernsehen im Iran ebenso wie von der großen Zeitung Hamshahri negativ kommentiert wurde, darf im Iran nicht gezeigt werden. (15.3.2007, MSNBC)

Nach einer anderen Quelle (21. März 2007, The Times of India) äußerte sich sogar Präsident Ahmadinedschad abwertend:

Today they are trying to tamper with history by making a film and by making Iran’s image look savage,“ Ahmadinejad said in a televised address to mark the start of the Iranian New Year. He said the campaign against Iran would not succeed. …

By psychological war, propaganda and misuse of the organisations they have themselves created, and for which they have written the rules, and over which they have a monopoly, they are trying to prevent our nation’s development,“ he said.

Eine Bewertung des Filmes in deutscher Sprache von Joachim Kurz wurde auf der Online-Ausgabe von Kino-Zeit.de veröffentlicht: “Besonders wertlos.”

Homepage: 300 (Vorsicht, erst nach dem Essen!)

Zusatzinformation: Bernard Suzanne

Bilder: Susa, Denkmal bei den Thermophylen

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