Dr. Helen Caldicott

April 30, 2007 um 5:56 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Q´chott, Videos, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, Without Clash, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Die Ärztin Dr. Helen Caldicott ist die Präsidentin des Nuclear Policy Research Institute, die Gründerin der Gesellschaft Physcians for Social Responsibility, die Gewinnerin des 2003 vergebenen Lannan Prize for Cultural Freedom und eine Anwärterin für den Nobelpreis. Das Smithsonian Insitute ebenso wie das Ladies´Home Journal bezeichneten sie als eine der einflussreichsten Frauen des 20. Jahrhunderts. Von 19 Universitäten wurden ihr Ehrentitel verliehen. Sie verbringt ihre Zeit in Australien ebenso wie in den USA. Dort engagierte sie sich die letzten dreißig Jahre für eine internationale Kampagne, um die Öffentlichkeit über Gefahren des nuklearen Zeitalters aufzuklären (Quelle).

Genaue Informationen über ihre Person entnehme man folgenden Aufstellungen, ihrer Biographie und ihrem Lebenslauf, der durch detaillierte Angaben über ihre zahlreichen Qualifikationen und Ehrentitel selbst für eine prominente Persönlichkeit weit über den üblichen Rahmen herausragt.

Mir fiel Dr. Coldicott zunächst durch den Artikel „Nuclear Power is still a deadly propossition“ auf, in dem sie sehr überzeugend ihre Bedenken betreffend die Verwendung von Kernenergie schildert (17.8.2004, Globalresearch.ca). Wie man weiß, gehört zu den Problemen im Zusammenhang mit der Energieversorgung westlicher Staaten nicht nur die Frage, wie radioaktiver Müll sicher entsorgt werden könnte, sondern auch die besonders von Umweltschützern geforderte Reduktion des CO2-Ausstoßes. Auch hier setzt Dr. Caldicott an. Das von ihr gegründete Nuclear Policy Research Institute (NPRI) arbeitet an einem sehr ehrgeizigen Plan, an einer „Roadmap for a Zero-CO2 Energy Future„.



Ihrer Meinung nach geht die Entwicklung der Atomwaffen in eine völlig falsche Richtung, die weder der Sicherheit noch der Wirtschaft dient. Dr. Helen Caldicott befürwortet eine umfangreiche Abrüstung und Vernichtung der bestehenden Atomwaffen.

Zu den Plänen der jetzigen US-Regierung gehört auch die Aufrüstung im Weltall. Eingeführt wurde dieses Projekt unter Ronald Reagan unter dem Namen SDI oder Star Wars. Die Verlagerung hochentwickelter Rüstungstechnologie in den Weltraum lässt sich nicht so ohne weiteres als unbedenklich einstufen. Bereits bis jetzt entstanden erhebliche Schäden in der Atmosphäre. Auch darüber handelt eines ihrer Bücher.

Dr. Helen Caldicott ist Mutter dreier Kinder. Dies könnte sie ebenso wie eine andere Veröffentlichung betreffend Schäden an ungeborenen Kindern durch radioaktive Strahlung, für die sie das Vorwort verfasste (Gayle Greene, The Woman Who Knew Too Much: Alice Stewart and the Secrets of Radiation), motiviert haben, am Schicksal der durch die Anwendung radioaktiv verseuchter Munition erkrankter oder behinderter Kinder in Kriegsgebieten besonders Anteil zu nehmen. Sie arbeitet mit dem Traprock Peace Center zusammen und setzt sich dafür ein, dass dieser unglaubliche Skandal der Öffentlichkeit bekannt wird:

Helen Caldicott on Depleted Uranium

Es ist nicht so einfach, Gesundheitsschäden durch den Einsatz von DU zu beweisen, wie es auf ersten Blick aussieht. Die Soldaten sind während ihrer Einsätze vielen gefährlichen Einflüssen ausgesetzt. So sind z.B. die verordneten Impfungen wie die gegen Anthrax oft nicht ohne Nebenwirkungen und die Soldaten kommen auch vielfach mit anderen gefährlichen Chemikalien in Berührung.

Mittlerweile konnte der Verdacht, dass der Kontakt mit DU zu sehr schädlichen Langzeitwirkungen führt, dass die Anzahl der Missbildungen bei ungeborenen Kindern und insgesamt die Krebsrate in den Kriegsgebieten ansteigt, durch exakte, wissenschaftlichen Kriterien entsprechende Untersuchungen untermauert werden (siehe auch Posting). Von Dr. Helen Caldicott erhältlich ist ein Dokumentarfilm auf DVD zu diesem traurigen Thema, und zwar „Poison Dust“:

This is a full-length documentary film that takes a close look at the dangers of radioactive Depleted Uranium Weapons to innocent civilians and our own troops. Could U.S. troops serving in Iraq or elsewhere come home severely damaged-even if they avoided getting killed or wounded? Poison Dust tells the story of young soldiers who thought they came home safely from the war, but didn’t.

Als Friedensaktivistin unterzeichnete Dr. Helen Caldicott zusammen mit Mr Hans-Christof Von Sponeck, dem UN-Koordinator für humanitäre Hilfe im Irak von 1998 -2000, und anderen Prominenten auch die Kuala Lumpur Declaration vom 17.12.2005, die die Absicht beinhaltet, Krieg in Zukunft zu kriminalisieren. Auf den folgenden Videos spricht sie über die Gefahren der Aufrüstung und eines weiteren Atomkrieges:






Bücher:

  • Helen Coldicott, Nuclear Power is not the Answer; New Press, 2006
  • Helen Coldicott, The new nuclear danger: George W. Bush’s Military-Industrial Complex, Revised and Updated Edition, New Press, 2004
  • Helen Caldicott, Craig Eisendrath, War in Heaven: Stopping the Arms Race in Outer Space Before It’s Too Late, New Press 2007
  • Rosalie Bertell, Helen Caldicott, Poison Dust, 2006
  • Helen Coldicott, If you love this planet, W. W. Norton & Company, 1992
  • Helen Coldicott, Nuclear Madness: What You Can Do, W. W. Norton & Company, Revised edition, 1994
  • Helen Caldicott, Atomgefahr USA Die nukleare Aufrüstung der Supermacht, Diederichs GmbH & Co. KG, Verlag Eugen, 2003 (deutsch)

Homepage: Nuclear Research Institute

Bilder: Dr. Helen Caldicott, Poison Dust

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Zaha Hadid

April 22, 2007 um 5:35 pm | Veröffentlicht in Middle East, Without Clash | 1 Kommentar

Zaha Hadid wurde 1950 in Bagdad, im Irak geboren. Sie studierte zunächst an der American University of Beirut Mathematik und anschließend an der Architectural Association in London. Gemeinsam mit einem anderen bekannten Architekten, dem Holländer Rem Koolhaas arbeitete sie im Office of Metropolitan Architecture und unterrichtete jahrelang in Harvard, in Yale und an anderen Universitäten.

Zur Zeit arbeitet Sie an der Universität für Angewendete Kunst in Österreich. Sie wurde Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters und Mitglied des American Institute of Architecture. So erhielt sie 2004 den Pritzker Preis für Architektur, das entspricht in diesem Bereich dem Nobelpreis.

Die international anerkannte Stararchitektin Zaha Hadid gilt als eine Vertreterin des Dekonstruktivismus, das ist eine Kunststilrichtung, die den Anspruch einer Ablösung der Postmoderne erhebt und „in die Struktur hineingehen und dort die Instabilität aufspüren und sichtbar machen möchte„. Sie kann bereits jetzt auf eine beträchtliche Anzahl von ihr entworfener Bauwerke hinweisen, die bereits realisiert wurden (Quelle):

  • Office Building, at Berlin-Charlottenburg, Germany, 1986.
  • IBA – Hochhaus (Wohnhof), at Berlin-Kreuzberg, Germany, 1987 to 1994.
  • Abu Dhabi Hotel, at Abu Dahbi, 1990.
  • Office Building Berlin-Kreuzberg, 1990.
  • Al Wahda Sports Center, 1990.
  • Azabu Jyuban Building, 1990.
  • Tokio Cultural Center, at Tokyo, Japan, 1990.
  • Hafenstrasse Building, at Hamburg, Germany, 1990.
  • Moonsoon Restaurant, Zollhof 3, 1990.
  • Vitra Fire Station, at Weil am Rhein, Germany, 1991 to 1993.
  • Arthotel Billie Strauss, Kirchheim unter der Teck, Germany, 1992 to 1996.
  • Opera Cardiff, at Cardiff, Wales, United Kingdom, 1994.
  • Exhibition Hall, at Weil am Rhein, Germany, 1999.
  • Bergisel Ski Jump, at Innsbruck, Austria, 2002.
  • LFone Landesgartenschau, at Weil am Rhein, Germany.
  • Terminus and Car Park, at Strasbourg, France.
  • Rosenthal Center for Contemporary Art, at Cincinnati, Ohio, 2004.

Den größten Bekanntheitsgrad in Deutschland konnte diese ungewöhnliche Frau mit der Gestaltung der „Experimentierlandschaft“, dem Phaeno Science Center in Wolfsburg, Deutschland, erreichen. Eine der Pressestimmen, „Schöner Wohnen“, berichtete über dieses innovative Bauwerk:

Das neue Phaeno Science Center in Wolfsburg erklärt Naturwissenschaft auf spannende Weise. Die faszinierende Architektur stammt von Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid. Die Welt entdecken: Nicht weniger hat sich das neue Phaeno Science Center vorgenommen. Die Welt der natürlichen und technischen Phänomene, sie steht im Mittelpunikt der 250 interaktiven Experimentierstationen des Hauses, in dem sich ebenfalls Besucherlabore, ein Wissenschaftstheater und ein „Supermarkt“ des Wissens, der Phaeno-Shop, befinden. Selbst ausprobieren, spielerisch Experimentieren, das macht Spaß; die Architektur macht neugierig: Krater, Strudel, windschiefe Aufgänge, Höhlen, dunkle Ecken und ein Hochplateau hat die Londoner Architektin Zaha Hadid gezeichnet. Realisieren ließen sich die spektakulären Formen nur in selbstverdichtendem Spezialbeton. Er macht erst die komplexen Formen möglich, die beim Besucher die Lust am Entdecken wecken sollen, ihn auf einen baulichen Abenteuerspielplatz schicken. Aber auch von außen macht der auf imposanten konischen Füßen ruhende Baukörper einiges her. 16 Meter hoch, 154 Meter lang, in rund vier Jahren fertiggestellt, wartet der avantgardistische Koloss nun auf Scharen Neugieriger – und die sind im sicher (Quelle).

Phaeno Science City, Wolfsburg, Deutschland

Auf der folgenden Slideshow befinden sich etliche Bilder, auf denen ebenfalls von Zaha Hadid entworfene Gebäude zu sehen sind:

Sogar in der islamischen Welt, in Dubai, kann Zaha Hadid einen weiteren Erfolg verbuchen. Der ehrgeizige Scheich von Dubai, Mohammed bin Rashid Al Maktoum möchte ein Opernhaus bauen, das fast 300.000 Quadratmeter groß sein wird. Insgesamt soll auf einer künstlich gebauten Insel in der Mitte des Dubai Creek ein regelrechtes Kulturzentrum mit einem Open-Air-Theater, Büchereien, einer Musikschule und sogar Ballet-Einrichtungen entstehen. Durch den Umfang des Projektes soll die „kulturelle Seite“ des rapiden Wachstums des Emirats widerspiegeln (Quelle).

Wie kam ich auf die Idee, von Zaha Hadid – eigentlich heißt sie Zaha Mohammad Zahid – zu schreiben? Sie hatte Glück, denn sie verließ Bagdad bereits zu einer Zeit, als es dort noch keinen Krieg gab. Trotzdem entstammt sie einer jener Generationen, die jetzt im Irak stirbt, flüchtet und leidet. Sie selbst entwarf als „Frau in zwei Welten“ sowohl das Design der Großen Moschee in Straßburg (Bild) als auch eine Wohnbrücke über die Themse (Bild) und unterzeichnete auch eine Petition gegen den Irakkrieg (Quelle).

Meine Frage: Sollten nicht die enormen Summen, die für eine „Befreiung bzw. Demokratisierung islamischer Länder“ mit Waffengewalt ausgegeben werden, doch sinnvoller in Stipendien für begabte Frauen in islamischen Ländern investiert werden? Wozu soll es gut sein, wenn Bildungseinrichtungen und Infrastruktur eines Landes zurück in die Steinzeit gebombt werden – so wie dies z.B. jetzt im Irak der Fall ist? Schaffen nicht Wohlstand und Bildung erst eine Gesellschaft, in der auch für „Frauenrechte“ Platz ist?

Das islamische (!) Land Dubai lädt bereits jetzt zum Film-Festival, zu Balletaufführungen und sogar zum Opernball ein (Quelle). Wie schön das Leben sein kann, wenn in einem Land Frieden und Ruhe anstatt Krieg herrscht, zeigt ein besonders gelungener Entwurf von der „westlichen Muslima“ Zaha Hadid, die „Tanzenden Türme von Dubai„. Dieser Bau, der gerade jetzt in diesem kleinen, aber hochmodernen Land realisiert wird, stellt doch ein schönes Symbol für die Verbindung zwischen westlicher und islamischer Welt dar, denn Moslems tanzen eigentlich nicht:

Bücher:

Homepage: Zaha Hadid

Zusatzinformation: Phaeno, ArchINFORM (auf die Bilder klicken)

Bilder: Die Berg Isel Schanze in Innsbruck, Phaeno Science City, Wolfsburg, Deutschland, The Dancing Towers of Dubai

US Interests in Middle East

April 22, 2007 um 11:06 am | Veröffentlicht in Middle East, Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Shaha Ali Riza

April 21, 2007 um 9:09 pm | Veröffentlicht in Frauen im Islam, Gesellschaft, Middle East, Videos, Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Shaha Ali Riza – diesen Namen kennt man bis jetzt noch nicht. Es handelt sich bei dieser „Dame“, die ich im folgenden beschreiben möchte, um die Lebensgefährtin von Paul Wolfowitz, dem früheren Vize- Verteidigungsminister der USA und dem jetzigen Direktor der Weltbank. Der 61-jährige Paul Wolfowitz ist verheiratet, und zwar mit Clare Selgin Wolfowitz und Vater dreier Kinder. Seine Frau war nicht bereit, über Gerüchte über eine mögliche Scheidung mit der Presse zu reden und meinte nur knapp, ihr Privatleben wäre doch wohl ihre Sache. Damit hat sie allerdings recht.1)

Zurück zu Shaha Ali Reza. Sie wurde etwa 1953 in Libyen geboren und wuchs dort, bzw. in Tunis und Saudi Arabien auf. Sie übersiedelte dann nach England, studierte dort und arbeitete lange Zeit als Angestellte der Weltbank. Als Paul Wolfowitz seine Stelle als Weltbankdirektor annahm, kündigte sie einige Monate darauf und wechselte auf einen Posten in der amerikanischen Regierung. Trotzdem wurde ihr Gehalt ohne weiteren Anlass von $ 123.660 auf $ 193.590 pro Jahr erhöht. Damit verdient sie um etwa $ 7000 mehr als Außenministerin Condoleeza Rize. (28.3.2007, Washington Post). Den Schaden für den Ruf der Weltbank, für Paul Wolfowitz, dessen Rücktritt von einigen Seiten gefordert wurde, kann man noch gar nicht absehen (16.4.2007, Tagesspiegel).

Aber es steckt noch mehr hinter dieser auf ersten Blick banalen Korruptionsaffaire. Paul Wolfowitz war, wie man weiß, einer der führenden Strategen, der eine demokratische Umwandlung des M.E. mit militärischen Mitteln verlangte. Man kann es Shaha Ali Riza vielleicht noch verzeihen, dass sie die Qualifikationen, die sie sich als offensichtlich intelligente und tüchtige Frau erwarb, ebenso wie ihre Beziehung, dazu benutzte, um auch auf militärische Planungen betreffend M.E. Einfluss zu nehmen. 2) Aber man betrachte einmal die bis jetzt erreichten Konsequenzen des Irakkrieges:

Man weiß, wie es im Irak jetzt aussieht. Im Land tobt der Bürgerkrieg, über 665.000 Menschen sind gefallen. Der Einsatz von DU hinterlässt Folgen, deren endgültige Konsequenzen noch nicht abzusehen sind. UNHCR geht von über 4 Millionen „displaced people“, also von Menschen, die ihr zu Hause verloren haben aus. In einem Land mit etwa zwölf Millionen Einwohnern werden Christen verfolgt, vertrieben und getötet. Das sekuläre Staatswesen wurde zum Nachteil der Frauen durch die islamische Scharia ersetzt. Zerstört wurde die Goldene Kuppel der Moschee von Samarra, geplündert die Bücherei des Hammurabi, selbst der „Löwe von Babylon„, Symbol der Göttin Ischtar, steht nicht mehr dort, wo er war.

Doch dies ist noch längst nicht alles. Es fehlt in den USA Interesse und Geld zur Betreuung der zahlreichen Kriegsveteranen. Der Westen hat die moralische Vormachtstellung verloren. Nordkorea konnte mittlerweile weitgehend ungestört Atombomben entwickeln, China investierte in der Zwischenzeit in Afrika und Südamerika. Anstatt Rücklagen für aktuelle Herausforderungen wie Seuchen oder Klimakatastrophen zu bilden, könnte das US-Defizit sogar zu einer Weltwirtschaftskrise führen.

Das „Leuchtfeuer über Bagdad“ entwickelte sich ebenso wie die Folterskandale in Abu Ghraib und Bagram zur besten Reklame, die der Islam jemals hatte. Der Iran, ein theokratischer Staat, in dem Frauenrechte nur sehr schwer Fuß fassen können und Journalisten ständig um mehr Pressefreiheit bemüht sind, wurde rückfällig und wählte den konservativen Mahmoud Ahmadinedschad als Präsidenten, sodass dort ein weiterer Krieg droht.

Das eigentliche Ziel, nämlich die Stellung der Frau in islamischen Ländern zu verbessern, dass sich Shaha Ali Riza offensichtlich gesetzt hat, wurde nicht erreicht. Wie man weiß, sind die Frauen in Saudi Arabien ganz besonders schlecht gestellt. Sie dürfen nicht studieren, so wie es den Frauen im Iran erlaubt ist:

Im Gegensatz zu vielen islamischen Staaten ist es im Iran Frauen gelungen, ihre Position in der Gesellschaft immer weiter auszubauen. Heute stellen Frauen sechzig Prozent der Studierenden. Es gibt bereits mehr Akademikerinnen als Akademiker, was einige Abgeordnete im Parlament dazu veranlasst hat, eine Quotenregelung zu beantragen, die den Anteil der Frauen an den Universitäten auf höchstens fünfzig Prozent einschränken soll (9.3.2007, Taz).

Frauen in Saudi Arabien besitzen in der Politik keinen Einfluss, während sich im Iran sogar in der Regierungsperiode des Hardliners Ahmadinedschad – dessen Stern im Sinken ist – Frauen für politische Ämter bewerben dürfen, wie zum Beispiel Parvin Ahmanedschad, die Schwester des (angeblichen) „Irren von Teheran“ (17.12.2006, Al Jazeera).

Es ist nicht üblich für die Frauen in Saudi Arabien, Sport zu betreiben, so wie dies den iranischen Frauen, wenn auch in begrenztem Ausmaß, erlaubt ist.

Trotzdem wurde nichts unternommen, um betreffend „Frauenrechte“ in Saudi Arabien Fortschritte zu erzielen. Im Gegenteil, Saudi Arabien kauft weiterhin munter Waffen aus dem Westen und verdient dadurch, dass der Ölpreis durch den Irakkrieg stark angestiegen ist, sogar mehr Geld im Ölgeschäft als vorher.

Bevor jetzt jemand meint, ich würde den Iran „verherrlichen“, möchte ich nur ganz kurz darauf hinweisen, dass es viel anschaulicher ist, Saudi Arabien mit dem Iran zu vergleichen, während – darüber besteht kein Zweifel – zwischen dem Lebensstandard in Deutschland oder der Schweiz und dem Iran wiederum ein Loch ist.

Insgesamt gesehen also entwickelte sich der Irakkrieg zu einem Musterbeispiel an Fehlplanung und Missmanagement. Dass Shaha Ali Riza dann auch noch die absolute Frechheit hatte, sich als Freundin von Weltbankdirektor Paul Wolfowitz eine unverdiente Gehaltserhöhung in gewaltigem Ausmaß zuschanzen zu lassen, schlägt meiner Meinung nach jedem Fass den Boden aus.

Fußnoten: 1), 2): 20.3.2005, Daily Mail

Zusatzinformation: 20.4.2007, Herald Tribune

Bild: Shaha Ali Riza

Noble Resolve 07

April 20, 2007 um 9:07 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Skandale, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

„… From April, 23 to April 27, the elite echelon of the military are running Noble Resolve 07, a four-day marathon of “simulated” terror attacks across the US and Europe. This includes a simulated detonation of a “loose” ten-kiloton nuclear weapon Virginia harbor, smuggled in by a “foreign nation.”…. “ (Globalresearch, 20.4.2007, Noble Resolve 07: Four days of “simulated” nuclear terrorist scenarios in the US & Europe)

Kurz übersetzt: Vom 23.-27. April 2007 sollen als eine Art Feuerwehrübung simulierte Terrorattacken sowohl in den USA und als auch in Europa durchgeführt werden. Dazu noch eine detaillierte Meldung aus einem anderen Weblog:

Code Red

Ebenfalls eine Beschreibung der geplanten Operation fand ich auf der Homepage des U.S. Joint Forces Command (USJFCOM):

Noble Resolve 07

Bitte lesen und weitergeben!!!

Zusatzinformation: Engl. Wiki

Bild: Noble Resolve Logo

Palästina

April 19, 2007 um 5:27 pm | Veröffentlicht in Middle East, Skandale | Hinterlasse einen Kommentar

Nur sehr wenige Menschen kümmerten sich in den vergangenen Jahren darum, wie es um das Wohlbefinden der Palästinenser bestellt war, ausgenommen vielleicht Idealisten wie jene, die auch am Geschick der Menschen in Ländern der Dritten Welt interessiert sind.

Das ist eigentlich schade. Gemessen daran, wie kapitalkräftige Araber im klitzekleinen Dubai wahre Meisterwerke an Schönheit und Funktionalität (Lagoons, Dubai) herausgeholt haben, dann darf doch wohl noch gesagt werden, dass der Pfusch, mit der der Staat Israel gestaltet wurde, nach und nach vergleichsweise unangenehm auffällt.

Die Israelis sind für das Wohlbefinden sämtlicher Menschen auf ihrem Staatsgebiet verantwortlich. Wohl gemerkt, die Anzahl der Palästinenser erreicht nicht die der Einwohner der österreichischen Landeshauptstadt Wien, jene der größeren Hisbollah, großzügig zusammenzählt, noch nicht einmal die der Berliner.

Man spricht vielleicht nicht gerne darüber, dass einige der Gebiete, die eventuell als Palästinenserstaat zur Diskussion standen, bereits von breiten israelischen Straßen stark zerstückelt wurden. Im Westjordanland bestehen bereits jetzt sehr viele israelische Siedlungen.

Ein Großteil des Wassers in der umstrittenen Westbank wird von den Israeli genutzt. Der Einsatz moderne Techniken ermöglicht sehr wohl den Bau von Entsalzungsanlagen zur Trinkwassergewinnung zu bauen (EITEP).

Ein weiteres Problem besteht darin, dass noch keine Klarheit darüber besteht, wieviele Flüchtlinge bzw. deren Nachkommen durch vorhandene Abkommen berechtigt sind, wieder nach Israel zurückzukommen.

Präsident Olmert veranlasste in seinem früheren Amt gewaltsame Räumungen in Ostjerusalem. Bestehende Differenzen um den Status dieser Stadt sind ebenfalls noch nicht bereinigt.

Jordanien nahm zunächst viele Palästinenser auf. Arafat nutzte diese Situation für militärische Zwecke und es kam zum Kampf. Jordanien zwang die Palästinenser, das Land wieder zu verlassen. Spätestens nach dem Bürgerkrieg im Libanon, bei dem nicht nur israelische, sondern auch amerikanische Raketen das Land angriffen, in dem die PLO damals genauso wie jetzt die Hisbollah Zuflucht gesucht hatte, distanzierten sich die arabischen Staaten von den Palästinensern.

Ein weiterer Engpass wurde dadurch geschaffen, dass PLO-Führer Arafat durch seine Kritik am Golfkrieg II in den USA in Ungnade fiel. Die umliegenden arabischen Staaten wünschten keinen Ärger mit G.W.B. sen. und wiesen die zugewanderte Palästinenser aus (siehe auch Posting).

Der neue Verteidigungsminister Avigdor Lieberman möchte noch Platz für zusätzliche russische Einwanderer jüdischer Abstammung schaffen. Insgesamt besteht keine Sicherheit, dass die Probleme der Palästinenser durch die Anerkennung Israels gelöst werden könnten.

Zunächst einmal müsste Israel sämtliche bisherigen UNO-Resolutionen befolgen, damit es sich überhaupt „Handschlagsqualität“ erwirbt.

Sowohl Israel als auch die Palästinenser erhielten aus Europa und Amerika Geld ohne Kontrolle und Zielsetzung. PLO-Führer Jassir Arafat behielt Geld zurück. Das ist schlimm, aber andererseits – wer investiert schon in Gebiete, in denen die Besitzansprüche nicht klar sind und etliche andere Fragen (Streit um Wasser- und Wegrechte) nicht gelöst sind?

Die Situation erweckt den Eindruck, als könnten die Palästinenser weder in Israel Ansprüche geltend machen noch abwandern. Es besteht für sie nahezu keine Möglichkeit, beim jetzigen Stand der Dinge so zu investieren, dass eine Lösung mit Zukunft geschaffen werden kann.

Es wäre aber Sache der zahlreichen Nahostexperten gewesen, Innovation und Kreativität zu fördern, anstatt zuzusehen, wie jahrzehntelang aus westlichen Ländern Waffen in dieses Gebiet verkauft wurden und das Ergebnis sämtlicher Verhandlungen nicht nur den Nahen, sondern den ganzen Mittleren Osten in ein gefährliches Pulverfass verwandelte, anstatt dass eine Befriedung der Region in Sicht ist.

Statt dessen diskutieren die zuständigen Politiker in Israel ebenso wie in den USA in Anbetracht dessen, dass sozusagen die Mistkübel Ghazastreifen und Libanon (früher die „Schweiz des Ostens“) brennen, über die Option, sozusagen die Couch – den Iran, vielleicht auch Syrien – anzuzünden.

Es ist einfach nicht logisch, warum sich so ein kleines Land wie Israel offensichtlich mit einem großen Land, wie dem Iran (nach CIA-Factbook über 68 Mill. Einwohner), anlegen will, wenn es bereits mit den eigenen Minderheiten bzw. den unmittelbaren Nachbarn in Streitfragen keine Einigkeit erzielen kann.

Es entspricht nicht den Tatsachen, dass mit einem Angriff auf den Iran die Unterstützung für Terrororganisationen gestoppt werden könnte. Ein Teil der Waffenkäufe der Fatah (Partei von Mahmud Abbas) wurde sogar mit Hilfe von US-Unterstützung ermöglicht. (1.2.2007, WOZ, 20.12.2006, WSWS.org).

Ganz nebenbei: Zum allgemeinen Erstaunen verlegte der amerikanische Energieriese Halliburton seinen Hauptsitz von Houston, Texas, nach Dubai (13.3.2007, Zeit). In Dubai investiert übrigens auch die Saudi Bin Laden Group in trauter Gemeinsamkeit mit etlichen anderen westlichen Konzernen in Großprojekte (Gate-2005, S 8, Dubai Municipality). Während manchen Quellen folgend, der Islam regelrecht dämonisiert wird, scheint es also westliche Investoren überhaupt nicht zu stören, dass die Mehrheit der Bevölkerung Dubais aus Moslems besteht.

Ich stelle nach wie vor die Behauptung auf, dass das Auftreten des vielzitierten „Clash of Civilisations“ davon abhängt, wie sehr oder wie wenig damit dem Vorteil von Interessensgruppen gedient ist und dass für eine gewaltfreie Bereinigung der Konflikte in M.E. viel zu wenig gemacht wird. .

Zusatzinformation: Wiki, Engl. Wiki

Bild: Brunnen in Dubai

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