Palmsonntag

April 2, 2007 um 12:02 am | Veröffentlicht in Anachronismen, Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Skandale, World War IV | 8 Kommentare

Zu den Fragen, die auch im jetzigen Nahostkonflikt aufgeworfen wurden, gehört diejenige, wieweit sich der historische Jesus als politischer Führer der Juden verstanden haben könnte. Aus der Gesamtauslegung des Neuen Testaments, aus den Apostelbriefen geht eigentlich hervor, dass die christliche Religion mit dem Auftrag: „Geht hin und lehret alle Völker“ weit über das Judentum hinausgeht.

Das macht auch Sinn, denn Begriffe wie „Auferstehung“, „Jüngstes Gericht“ und die Auffassung vom „ewigen Leben“ vertragen sich nicht mit irdischer Politik. Diese Einstellung führt aber mit logischer Konsequenz dazu, dass der Staat Israel zwar anerkannt, aber nicht bevorzugt und durchaus kritisiert wird.

Obwohl der Vatikan mit der „Nostra aetate“ (1964) Israel anerkannte und sich auch für das Unrecht, welches den Juden im . Reich angetan wurde, selbstverständlich entschuldigte, entspricht die Haltung der r.k. Kirche nicht der strammen zionistischen Einstellung, die von der jetzigen US-Regierung vertreten wird. (Giulio Busi, 14.8.2005, Der Tagesspiegel).

Im Gegenteil, die diplomatischen Beziehungen, die 1994 zu Israel aufgenommen wurden, sind nicht frei von Spannungen (Radio Vatikan):

Israelische Delegierte können morgen nicht an einem Treffen im Vatikan teilnehmen. Die Absage habe „politisch-internationale Gründe“. Das gab der Pressesaal des Vatikans heute bekannt…Zur Diskussion steht nach Zeitungsangaben ein altes Gesetz, das immer noch in Israel gültig ist und den christlichen Kirchen Grundbesitz verweigert. Der Heilige Stuhl möchte seine historischen Besitztümer wieder zurück erhalten, die vom Staat „weggenommen“ wurden. Dazu gehöre beispielsweise das Pilgerhaus in der Meeresstadt Caesarea. Dass sich der Papst dringend eine Vereinbarung mit Israel über den rechtlichen Status der Kirche wünscht, ist bekannt.
….
(rv 28.03.2007 mg)

Israel will die Gespräche mit dem Heiligen Stuhl keinesfalls beenden. Das betonte der Israelische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Oded Ben Hur, im Gespräch mit dem Pressedienst Asianews. Das für gestern geplante bilaterale Treffen sei lediglich wegen „bestimmter Umstände der internationalen Politik“ abgesagt worden. … Botschafter Ben Hur ist laut Asianews enttäuscht über die entstandenen Missverständnisse. Er sei sicher, dass sich beide Seiten baldmöglichst auf einen neuen Gesprächstermin einigen könnten.
(asianews 30.03.2007 bp)

Eine genaue Beschreibung der strittigen Punkte dieser Verhandlung über kirchliche Besitztümer in Jerusalem befindet sich mit interessanten Details auf der Homepage des katholischen Online-Magazines Kath.net.

Fast jeder kennt das spannende Buch „Da Vinci Code“ von Dan Brown, auf das ich, wenn Zeit dazu bleibt, in einem weiteren Posting näher eingehen möchte. Um einiges sachlicher geschrieben als dieses, aber auch nicht frei von Spekulationen ist das Buch „Jesus Dynastie“ von James D. Tabor, der behauptet, Jesus hätte einen legitimen Anspruch auf den Thron Israels besessen und wäre deshalb von den Römern getötet wurden.

In den Streit um Jerusalem und Israel wurden die Lehren unserer Kirche auch noch von einigen anderen Seite hineingezogen. Besonders unangenehm fiel mir in diesem Zusammenhang das Buch von Marius Baar, Das Abendland am Scheideweg, Schulthe + Gerth, 1979 auf. Es enthält bereits als Untertitel: Ismael oder Israel – Koran oder Bibel – Mohammed oder Jesus. Marius Baar geht aus von jener Stelle im Alten Testament, in der Ismael, der erste Sohn Abrahams und Hagars mit seiner Mutter in die Wüste geschickt wurde, als die Frau von Abraham, Sara in hohem Alter einen anderen Sohn, den Stammvater des auserwählten Volkes, Isaak, bekamen.

Seiner Auffassung nach sind Ismael´s Nachfahren, die Araber, und die rechtmäßigen Nachfahren Isaak´s, die Juden, noch immer miteinander im Krieg, wobei Isaaks Nachkommen mit ihrem Anspruch auf Israel im Recht sind. Dieses üble Pamphlet strotzt mehr vor Polemik denn von fundierten Kenntnissen. Wie ist es nur möglich, unsere schöne Bibel, die doch für alle Völker geschrieben wurde, so zu verdrehen? Solche „Schriften“ wie diese könnten daran schuld sein, dass die Bibel in islamischen Ländern als „zionistisch-politisch“ eingestuft und verboten wird.

Eine sehr seltsame Gemeinschaft bilden die „messianische Juden“ oder die Judenchristen, die zwar einerseits Juden sind, aber andererseits Jesus als den versprochenen Messias anerkennen.

Völlig losgelöst von jeder Vernunft sind etliche „christliche“ Anhänger der Armageddon-Idee, die davon ausgehen, dass sich die Konflikte im Mittleren Osten nur durch die Erfüllung der „Bible Prophecy“ lösen lassen. Dieser Unrat wurde über das ganze Internet verbreitet, Links befanden sich sogar auf der New York Times, auf World News, Asia Online bzw. auf der Jerusalem Post. Parallel dazu erscheinen immer wieder Anzeigen für ein Buch über die Prophezeiungen des Nostradamus. Vielleicht erinnern sich manche noch an den „Bible Code“ von Michel Drosnin, der sich insgesamt auf ähnlich kläglichem Niveau befand. In diesen Bereich hinein fallen auch die US-Evangelikalen, Jeremy Falwell, Pat Robertson und noch einige andere.

Doch dann machte ich eine Entdeckung, mit der ich, glaube ich, überzeugen könnte, dass diese massive Hinwendung zum Judentum und zu Israel direkt mit dem Denken der „Neokonservativen“ verknüpft ist. Obwohl es sehr viele Veröffentlichungen über PNAC verfügbar sind, kümmerte sich kaum jemand, die Ursprünge neokonservativen Denkens zu verstehen.

Das könnte ein böser Fehler gewesen sein. Ich beziehe mich hier auf einen Artikel mit dem Titel „The Inventor of Modern Conservatism“, veröffentlicht im Online-Magazin Weekly Standard (7.2.2005), dessen Herausgeber William Kristol auch Vorsitzender von PNAC ist. .

Als geistigen Urvater des Neokonservatismus gibt hier der Autor, David Gelernter, den englischen Premierminister der Königin Viktoria, Benjamin Disraeli an. Man erinnert sich – im Zeitalter des Kolonialismus bekam Königin Viktoria den Titel „Empress of India“ verliehen. Die Philosophie der „Neokonservativen“ wird in dieser Darstellung als absolutes Gegenteil des Marxismus beschrieben. Die logische Folge einer solchen Entwicklung wäre eigentlich, dass sich der Staat auflöst und nur ganz wenige Menschen das Kapital und die Macht haben – eine Entwicklung, die aber auch von Experten im Zug der Globalisierung befürchtet wird.

Marx and Disraeli are perfect countertypes–partly the same, partly opposite (like particle and anti-particle in nuclear physics; when they meet, they destroy each other).“

Ganz nebenbei – im Zusammenhang mit „Bushismus“ ab und zu zitiert fand ich Jack London´s Iron Heel„, der darin eine absolut kapitalistische Gesellschaft, den Aufstieg der „Oligarchie“ beschreibt.

Für europäische Begriffe wirkt es ungewohnt, wenn man sich den nahezu fanatisch religiösen Teil dieser Selbstbeschreibung ansieht.

In a speech at Oxford: „Is man an ape or an angel?
I, my lord, I am on the side of the angels
.“

„They were each obsessed with God and prophecy, with England and her relationship to Israel.“

Christlicher Zionismus existiert, und zwar als Geistesströmung aus England, die nicht nur auf den Wunsch des jüdischen Volkes zurückgeht. Aus ihren Wurzeln bei den pietistischen Protestanten des 16. Jahrhunderts und den englischen Puritanern des 17. Jahrhunderts ist die Theologie des Christlichen Zionismus in den zurückliegenden Jahrzehnten gewaltig gewachsen.

„Monypenny and Buckle write of „Disraeli’s great conception of Christianity as completed Judaism.“ Theologically, this was his central belief. The Hebrew Bible was sublime but incomplete. Disraeli was struck by the fact that Jesus, asked to summarize Christianity, cited two verses from the Hebrew Bible; in ethical terms Christianity, he believed, boils down to Judaism. Yet he also believed that the Hebrew Bible could not be the basis of a modern religion all by itself. Its basic ideas are right for all time, but the details were intended only for Jews of the distant past. Softening, mellowing, tempering were called for to turn this rough powerful steel into a safe instrument for the modern world. This Jewish sword had to be beaten into a universal plowshare. And if Jews would only just accept this (so painfully obvious!) truth, they would understand that the New Testament is the essential completion of the Hebrew Bible. And naturally they would all become Christian.“

Dieser passt wiederum zur Idee des vielfach beschriebenen „Final Battle“, von der Erfüllung der Offenbarung im Sinn von „Armageddon“, in der sich unter anderem die Juden zum Christentum bekehren. Ein anderes Zitat:

„Liberals live „horizontally,“ spiritually in touch (they believe) with all the world’s nations. Conservatives live „vertically,“ spiritually in touch (they believe) with their forebears and with generations to come“.

Kann irgend jemand, der nur in Vergangenheit und Zukunft lebt, überhaupt von Vernunft für die Gegenwart beseelt sein? Diese Aussage könnte erklären, weshalb G.W.B. die Konsequenzen seiner Politik für die Menschen, die jetzt leben, vollkommen gleichgültig sind, da nach dieser Auslegung das Alte Testament in der Zukunft Erfüllung finden sollte.

Ganz kurz kam mir der unheimliche Gedanke, dass anlässlich der Erfüllung der Offenbarung eigentlich auch der „Antichrist“ erscheinen sollte. Richard Perle, einer der führenden Köpfe der Konservativen, hörte es doch nicht so ungern, wurde er „Prince of the Darkness“ genannt – ein wenig so, wie früher Disraelis Name glegentlich mit dem Miltons in Verbindung gebracht wurde (New Yorker). Sollte hier ein kleiner Hinweis auf die wahre Natur der neokonservativen Agenda versteckt sein?

Gesetzt den Fall, der „christliche Westen“ hielte sich an die überlieferten Traditionen, dann wäre Jesus, der Begründer unseres Glaubens, als wohlwollender Friedensfürst gekommen, der bescheiden und gütig am Palmsonntag auf einem kleinen Esel in Stadt Jerusalem einzog, genauso, wie dies in meiner unmittelbaren Umgebung der allseits beliebte und weithin bekannte „Thomataler Pfarrer“ Valentin Pfeifenberger jahrelang am Palmsonntag demonstriert hat.

Bilder: Papst Benedikt XVI, Benjamin Disraeli, Der „Bischof vom Lungau“, Valentin Pfeifenberger

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  1. „[….]Seiner (Marius Baars) Auffassung nach sind Ismael´s Nachfahren, die Araber, und die rechtmäßigen Nachfahren Isaak´s, die Juden, noch immer miteinander im Krieg, wobei Isaaks Nachkommen mit ihrem Anspruch auf Israel im Recht sind. Dieses üble Pamphlet strotzt mehr vor Polemik denn von fundierten Kenntnissen. Wie ist es nur möglich, unsere schöne Bibel, die doch für alle Völker geschrieben wurde, so zu verdrehen? Solche „Schriften“ wie diese könnten daran schuld sein, dass die Bibel in islamischen Ländern als „zionistisch-politisch“ eingestuft und verboten wird. [….]“

    @ bNewWorld

    Formhalber sage ich als Christ, Israel war nur für eine Weile “zur Seite” gestellt, und wurde nicht verworfen (Römer-Brief, Kapitel 11). Israel ist und bleibt Gottes auserwähltes Volk. In den Prophetien der Bibel, incl. des Neuen Testaments, finde ich keine gegenteilige Behauptung gegen das jüdische Volk (und das ist gut so). Im Römer-Brief 11 des Neuen Testamens steht eindeutig, daß Gott Sein Volk (Israel) nicht verstoßen hat, es steht auch nichts vom Ersetzen des jüdischen Volkes. So sind die Auserwählten, in Jesus Christus, aus den Nationen wie eingepfropfte Zweige in den edlen Ölbaum, mit den ausgebrochenen Zweigen (Verse 16-21 und 24ff).
    Einige blenden Israel aus, als wenn es lästig wäre, und vergessen die auf Israel bezogenen Prophetien. Israel hatte und hat andere Aufgaben im Heilsplan Gottes als die Gemeinde (Ekklesia). Israel ist der Zeiger an der Weltuhr (Matthäus 24, Vers 32).
    Israels Rückkehr auf die Weltbühne, hat das Ende der Zeiten der Nationen eingeläutet.
    Und auch die Prophetien Jesu Christi (Matthäus 24, Vers 34) betonen die Zuverlässigkeit der Prophetie, die heutige Existenz Israels beweist es:

    „34. Wahrlich, ich sage euch: Dieses [das jüdische] Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles [aus der Prophetie] geschieht.“

    Ist es nicht seltsam, daß erst nach zwei Weltkriegen und den unfaßbaren Leiden in den Konzentrationslagern die Nationen (Völker) notgedrungen, aber unbewußt in den Heilsplan Gottes einwilligten und zuließen, daß die Juden in ihr Land, daß Gott ihnen zum ewigen Besitz (1.Mose 13, Vers 15; Hesekiel 37, Vers 25) gab , zurückkehren konnten? Nach ca. 1900 Jahren begann die Prophetie, die das Volk Israel betrifft, wieder Geschichte zu werden, der „Feigenbaum“ (Israel), Lukas 21, Verse 29-30, fing wieder an auszuschlagen. Die „Zeit der Nationen“ begann sich dem Ende zu zuwenden.

    Sogar das Imperium der UdSSR mußte sich auflösen, damit die Juden aus dem bis dahin verschlossenen „Grab“, Hesekiel 37, Verse 11-14, wieder herauskommen konnten.

    Seit nun Israel am 14. Mai 1948 als Staat auf die Weltbühne der Nationen zurückgekommen ist, wie von Jahweh in den biblischen Prophetien angekündigt (Hesekiel 36, und teilweise Kapitel 37) wurde, sind die Nachbarstaaten um Israel im Aufstand. Sie sind auf dem Konfrontationskurs (Joel 4, Verse 9-11) mit dem biblischen Gott.
    Mit der Rückkehr Israels (Isaaks) ist auch der Islam (der sich auf Isaaks Halbbruder Ismael selbst „aufgepfropft“ hat) aufgewacht, und benimmt sich unverkennbar (1.Mose 16, 11-12).

    Liebe Grüße und Gottes Segen wünscht

    Paulchen

  2. @ Paulchen2009

    Bei oberflächlicher Ansicht lässt sich aus dem Talmud, der Bibel oder dem Koran so viel oder so wenig herauslesen wie aus einem Kaffeesatz. Alle diese „Heiligen Schriften“ sind sehr, sehr alt. Vieles von dem, was darin steht, liegt noch im Dunklen. Der islamkundige Autor und Journalist Peter Scholl-Latour schreibt in einem seiner Bücher, Abraham selbst hätte im heutigen Irak und nicht Israel gelebt. Außerdem hätten sich alle zusammen geirrt und auch jetzt wäre Israel noch nicht einmal dort, wo es, wenn es nach Bibelforschern ginge, eigentlich sein soll.

    Ein moderner israelischer Politiker käme außerdem niemals auf den Gedanken, so viele Frauen zu heiraten wie etwa König David. Schwule werden im Staat Israel keineswegs hingerichtet, obwohl dies in einem der Bücher Mose so drinsteht. Es entsteht schon der Eindruck, als würden im Zweifel einige Zeilen in uralten Büchern so ausgelegt, dass das Ergebnis der Zusammenstellung als Grundlage für ein politisches Konzept passt.

    Fest steht außerdem, dass die alten Schriften von Menschen aufgeschrieben wurden, und dass deren Werk somit menschlicher Fehlbarkeit befleckt ist. Wenn jemand einen uralten Schatz findet, bemüht sich der glückliche Finder schließlich auch um Säuberung, Restauration und Systematik, bevor er ihn ausstellt.

    Fromme Katholiken werden immer wieder bestätigen, dass zu den Tugenden des wahren Christen Demut, Ehrfurcht und das Streben nach Wahrheit gehört. Wenn Sie auf der Homepage des Vatikan nachsehen, dann regiert dort aber auch unter anderem der Gedanke, in erster Linie die Schwerpunkte auf jene Inhalte zu legen, die sich bereits in der Vergangenheit als „wahr, schön und gut“ bewährten.

    Bestimmt kennen auch Sie die alte Legende vom „barmherzigen Samariter“, in der Jesus jene Rabbis kritisiert, die zwar pflichtbewusst und buchstabengetreu ihren Weg gehen, ohne zu sehen, dass ein armer Mann am Wegrand ihre Unterstützung benötigt. Deshalb ist jeder Christ aufgerufen, im Konfliktfall nicht nur eine akzeptable, sondern zugunsten seines Nächsten eine optimale Lösung zu finden.

    Bitte, glauben Sie jetzt bloß nicht, dass ich hier missionieren will. Ich zahle Kirchensteuer und akzeptiere den christlichen Glauben als wesentlichen Bestandteil der abendländischen Kultur. Darüber hinaus geht mein Engagement nicht.

    Aber ich weiß ganz sicher, dass für alle Katholiken der „Katechismus“, die kirchlich anerkannte Auslegung der Glaubensregeln, verpflichtend ist. Davon, dass gläubige Christen jedwedes Weltuntergangsgewackel unterstützen sollten, steht überhaupt kein Wort drin.

  3. @ cybermaus

    Ich als Christ richte mich nicht nach dem Katechismus, sondern nach der Bibel, dem Wort Gottes. Deswegen ist Jesu Auftrag, das Evangelium (die gute Nachricht von der Errettung) bis an die Enden der Welt zu tragen (Apostelgeschichte 13, Verse 46-47/ Römer 10, Verse 17-19/ Matthäus 24, Vers 14 usw.), für mich verbindlich, genauso wie Jesu Christi Hinweis sich nach dem Willen (Matthaeus 7,21, Römer.2,13, Jakobus.1,22) des himmlischen Vaters auszustrecken, und ihn auch tun. Dabei orientiere ich mich nach dem Heilsplan des biblischen Gottes, im AT und NT. In der Bibel bildet das AT und das NT eine Einheit, in der eine Gesamtschau des Heilsplans zu erkennen ist und das Eine (AT) ohne das Andere (NT) unverständlich und unvollendet wäre.
    Wer als Christ die Bibel liest, sollte zum Vergleich unbedingt auch den Koran lesen, dem werden die Augen aufgehen. Die Offenbarungsquellen der Bibel und des Koran können von den Inhalten her nicht identisch sein.
    .
    Die direkte Heils-Vorbereitung begann mit Abraham. (X) Aus diesem Vorbild des Glaubens, ließ Gott ein besonderes Volk hervorgehen, das abgesonderte Heils-Volk Israel. Mit dem Bund vom Sinai und dem Gesetz, wurde Israel das Volk Gottes (2.Mose, Kapitel 12-24); es sollte von da an in Heiligkeit zur Ehre Gottes leben und Gott dienen. Es sollte „ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein“ (2.Mose 19, Vers 6).
    Israel durfte sich nicht mit den heidnischen Völkern vermischen, denn man sollte bedenken, daß alle Nachbarvölker dieser Zeit Götzen- und Dämonendiener waren.
    Von diesem Zeitpunkt an, durfte es keinen Götzendienst mehr in Israel geben, denn in diesem Volk sollte der Gottessohn zur Welt kommen (Römer 9, Verse 4-5).
    Wäre Israel im Götzendienst versunken, dann wären bestimmt keine Bedingungen für das Kommen des Gottessohnes (Messias, Welt-Erlösers) vorhanden gewesen. Götzendienst ist Teufelsdienst (1.Korinther 10, Vers 20 ff).
    Das muß man sich wirklich bewußt machen, die Heilsvorbereitung bestand hauptsächlich darin, daß Israel als heiliges Volk in der Absonderung lebte, um den Messias zu erwarten.
    So kann man es besser verstehen, daß das Heil aus den Juden (aus ihrer Mitte; Jeremia 30, Vers 21) kommt (Johannes 4, Vers 22). Nicht die Juden selbst sind das Heil, sondern in Jesus Christus ist das Heil, das aus den Juden, in Israel, kommt.
    Der Mittelpunkt des Heils ist allein Jesus Christus, Israel selbst war nur die Heilsschale (der Kelch), also der Heilsträger. Das war, und ist, die Bedeutung der Erwählung Israels, die der biblische Gott als Seine Zeugen ( Jesaja 43, Verse 10 und 12; Jesaja 44, Vers 8 ) erwählt hat.
    .
    Am Kreuz von Golgatha zertrat Jesus Christus der Schlange den Kopf (1.Mose 3, Vers 15), hier besiegte Er die Sünde und den Tod.
    Nach Pfingsten handelte Jahwe nicht mehr durch die Nation Israel, Gott handelte individuell in der Person Jesu Christi an denen, die Ihn aufnahmen (Johannes 1, Vers 12 und Johannes 20, Vers 31; Apostelgeschichte 4, Vers 12). Jetzt, in dieser Gnadenzeit, ruft Jahwe seine Gemeinde (versiegelt mit dem Heiligen Geist) aus Juden und Völkern dieser Welt.
    Wie bereits erwähnt, in der Bibel (AT und NT) ist der Heilsplan Gottes erkennbar, der noch nicht zu Ende ist. Im Koran erkenne ich keinen vergleichbaren Plan Allahs, außer der Unterwerfung der Menschen weltweit.
    Das NT ist die Erfüllung des AT. Ohne das AT, ist das NT unverständlich. Die Gemeinde ersetzt auch nicht Israel, beide haben ihren Platz im Heilsplan Gottes, auch wenn ihre Aufgaben grundverschieden sind.
    Die Völker kamen und gingen, doch die Juden blieben trotz massiven Pogromen. Wären die Juden wie die anderen Völker von der Weltbühne verschwunden, würde Gott als Lügner dastehen, denn Sein Heilsplan mit den Juden und der Menschheit ist noch nicht abgeschlossen. Einige Prophetien die Jesus Christus, Israel und auch die Nationen betreffen, stehen noch aus.
    Die antichristlichen Ereignisse werden nicht durch Menschenhand beendet, sondern durch Jesus Christus.
    .
    PS: Wie bereits erwähnt, begann die direkte Heils-Vorbereitung mit Abram, der ca. 2150 vor Chr. lebte, und ursprünglich aus Ur in Chaldäa stammte (1.Mose 11, Verse 27 bis 1.Mose 12, Verse 1-4ff. Kurz bevor der biblische Gott Abrams Name in Abraham umbenannte (1.Mose 17, Vers 5), versprach ER das Land Kanaan Abraham und seinen Nachkommen zum ewigen Besitz (1.Mose 17, Vers 8 ), und Gottes Bund wird mit Isaak, Abrahams Sohn, aufgerichtet, nicht mit Ismael (1.Mose 17, Vers 19). Weiter s. oben (X).
    .
    Gottes Segen wünscht

    Paulchen

  4. @ cybermaus
    .
    Das Wissen von (Autor und Journalist) Peter Scholl-Latour ist anscheinend mehr von Taktik, als von Objektivität bestimmt? Sogar Cem Özdemir mußte Peter Scholl-Latour bei einer Sendung von Radio Bremen ein bißchen an die Fakten erinnern. Ab etwa der 08- ten Minute wird es interessant, Melody Sucharewicz gab dem überheblich wirkenden Herrn Scholl-Latour deutlich Kontra, sie mußte ihn an die Hamas-Charta erinnern. Aus meiner Sicht lohnt es sich die Sendungsauszüge anzuschauen, hier der Link:
    .
    http://www.radiobremen.de/tv/3nach9/videoplayer/index.php?bid=009242&sendung=2009-01-16
    .

    Paulchen

  5. Unzweideutige archieologische Funde aus Israel bestätigen besonders den Nichtchristen die Wahrheit der Bibel.
    .
    http://heplev.wordpress.com/2008/10/06/die-archaologie-spricht-fur-die-juden/#comment-430
    .
    http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/1nissan080925.html
    .
    http://www.antiquities.org.il/article_Item_eng.asp?sec_id=25&subj_id=240&id=1442&module_id=#as
    .
    Paulchen

  6. @ Paulchen2009

    Bei allem Respekt, da trauen Sie sich aber viel zu. Die Bibel ist ein sehr, sehr dickes Buch, welches nicht von Widersprüchen frei ist und in dem man sich leicht verirren kann. Es spricht ja ichts dagegen, in der Bibel zu lesen. Aber zu umfassenden Kenntnissen gehören dann noch solche der Liturgie, der Werke der Kirchenlehrer, der Konzilien, der Kirchengeschichte usw. usw.. Ja, Hilfe, da müsste ja jeder normale Mensch gleich einmal Theologie studieren und seine Zeit mit Literatur verbringen, die weder in seinem persönlichen Interessensgebiet liegt und zu der er ohnehin keine Zeit hat.

    Eine Gesamtauslegung wie der Katechismus ist deshalb ein sehr nützliches Ding, da er neben allgemeinen Richtlinien auch aktuelle Stellungnahmen der römisch katholischen Kirche zur Anwendung der zehn Gebote enthält. Solange der Katechismus nicht als politisches Parteiprogramm aufgenommen wird, habe ich damit überhaupt keine Probleme. Als übersichtliche „Rechtleitung“ für den Einzelnen dient ein Standardwerk wie dieses sicherlich einer erfreulichen und friedlichen Entwicklung einer Gesellschaft.

    Das „kritische Lesen“ der Bibel ist ja nicht verboten, so dass für jeden, der sich besonders engagieren will, innerhalb der vorgegebenen Bahnen noch einiger Freiraum vorhanden ist. Mittlerweile ist es ohnehin so, dass der Hl. Stuhl das Judentum als ältere Bruderreligion des Christentums akzeptiert und Israel auch – allerdings im Rahmen der von der UNO verlautbarten Grenzen, Regelungen und Resolutionen akzeptiert.

    So, wie Sie die Verbindung zwischen dem Alten und Neuen Testament darstellen, fällt es eigentlich doppelt unangenehm auf, dass in Israel Bethlehem, die Geburtsstätte „unseres Herren“ lieblos durch die große israelische Sperranlage von Jerusalem abgegrenzt und damit gründlich blockiert. Gerade dann, wenn es – Wissenschaft mal überhaupt beiseite – so etwas wie einen im Neuen Testament bestätigten „Heilsplan“ für diese Region geben soll, verstehe ich nicht, warum sich nicht Israel im Sinne der Lehren Jesu Christi zu einem humaneren Umgang mit den Palästinensern aufruft.

  7. @ Paulchen2009

    Gerade Peter Scholl-Latour bemüht sich um eine sehr ausgewogene Berichterstattung. Gerade dadurch, dass er sachlich bleibt und auf aggressive polemische Anschuldigungen verzichtet, geht seine Islamkritik ziemlich unter die Haut. Würden mehr Leute seine Bücher lesen, wären Organisationen wie die Hamas oder die Hisbollah etliche Anhänger los

    Peter Scholl-Latour sieht aber auch die andere Seite. Als Kriegsberichtserstatter wurde er mit eigenen Augen Zeug der Massaker von Sabra und Schatila (wiki). Er wurde auch Zeuge davon, dass damals, im 1. Golfkrieg, in dem zwischen dem Irak und dem Iran, Saddam Hussein Giftgas im Kampf einsetzte, an dem viele starben. Zu jenem Zeitpunkte unterstützten die USA aber noch Saddam Hussein.

    Unter diesen Voraussetzungen mischt sich Peter Scholl-Latour eben nicht unter die Schar der Claqueure, die glauben, dass alles was der Westen tut, gut und alles, was die Moslems tun, von vornherein schlecht ist. Vielleicht kann ich Sie an dieser Stelle für zwei andere andere meiner Beiträge interessieren (Peter Scholl -Latour über Khomeini, Lügen im Heiligen Land)?

  8. @ Paulchen2009

    Bei den Heiligen Schriften handelt es sich bei moderner Sicht nicht um Tatsachenberichte, um Sammlungen schöner alter Legenden, um die Weitergabe von Lebensweisheiten und Rechtleitungen.

    Ja, sicher gibt es Ausgrabungen und damit Hinweise darauf, dass das Volk der Juden sehr alt ist. Aber ist damit schon jede Aussage historisch zu belegen, die im Alten Testament steht? Dieses Buch wird Sie interessieren: „Keine Posaunen vor Jericho. Sonderausgabe: Die archäologische Wahrheit über die Bibel“ von von Israel Finkelstein und Neil A. Silberman (amazon.de).


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