Geparden im Iran

April 8, 2007 um 5:26 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Videos, Vom Klima, Without Clash | Hinterlasse einen Kommentar

Kein Zweifel: Das im Berliner Zoo geborene Eisbärbaby Knut kam, sah und siegte. Mittlerweile eroberte der kleine Kerl sogar die New York Times, die International Herald Tribune zeigte eine Slideshow mit besonders gelungenen Bildern. Schade, dass er nicht so klein bleibt! Auch unter den günstigsten Umständen, auch unter Anbetracht dessen, dass angeblich bereits sein Vater Lars ein besonders freundlicher Bär war, muss damit gerechnet werden, dass Knut in spätestens drei Jahren statt einem kleinen plüschigen Knuddelbär als großer kräftiger und hungriger Bär Riesenportionen Fleisch in sich hineinschlingt.



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Es gibt aber eine Art von Raubtieren, die, wenn sie vom Menschen aufgezogen werden, freundlich und zahm bleiben. Man kann sie sogar an der Leine führen. Bereits in einer der ältesten Hochkulturen der Welt, im Ägypten der Pharaonenzeit wurden Geparden sogar als Gefährten der Menschen gehalten und als Gehilfen für die Jagd eingesetzt. Auch für gute Fotografen bedeutet es eine Herausforderung, die Schönheit und Grazie dieser beeindruckenden Raubkatze in statische Bilder zu bannen. Erst eine Filmaufnahme zeigt, wie geschickt und geschmeidig sich diese Tiere bewegen:

Obwohl die Geparden die schnellsten Tiere der Welt sind – sie erreichen im Sprint bis zu 60 Meilen in der Stunde – sind diese Großkatzen vom Aussterben bedroht. Obwohl ihre Anzahl in freier Wildbahn schon lange rückläufig ist, rief erst jetzt ihr Schwinden Tierschützer auf den Plan, um doch noch zu retten, was zu retten ist. Ausgerechnet auf Links der US-Militärbeobachtungsstelle von John Pike, die über Militärlager und besorgniserregende Mittel erfreulich sachlich und korrekt Auskunft gibt, fand ich ein Werbebanner, das angeklickt zur Homepage des Cheetah Conservation Foundführt, auf dem sich viele Informationen über diese wunderschöne Raubkatze ebenso wie Bilder und weiterführende Links befinden.

Da ich eigentlich in erster Linie über den Iran bzw. über alles, was mit dem jetzigen Konflikt um dieses Land zusammenhängt, recherchiere, interessierte ich mich natürlich dafür, ob es vielleicht im Iran noch Geparden gibt, denn früher waren diese Tiere nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien weit verbreitet. Es gibt sie! Nachdem ihre Anzahl während der Regierungszeit der Schahdynastie und in den ersten Jahren der Mullahregierung besorgniserregend bis auf wenige hundert Tiere zurückging, wurden die Geparden jetzt durch eine eigene Organisation, durch die Iranian Cheetah Society (ICS) unter Naturschutz gestellt.

Die Nachzucht der Geparden in der Gefangenschaft gestaltet sich sehr schwierig. Trotzdem bemühen sich moderne Zoos, die Tiere so gut wie möglich zu halten und legen Wert auf Nachzucht. Auf folgendem Videoclip zeigt eine Pflegerin im Zoo in San Diego, wie ein zahmer Gepard an der Leine aus einem Futternapf genauso frisst wie ein Hund und hält dabei für interessierte Zuseher einen Vortrag.

Um diesen Tieren auch in Gefangenschaft genug Bewegung zu verschaffen, dürfen die Geparden in San Diego sogar auf eine extra angelegte Rennbahn. Fast zu schnell, um mit bloßen Augen den Tieren zu folgen, jagen sie rasant die imaginäre Beute.

Und doch! Überall sind Zäune! So wünschenswert und sympathisch es auch ist, dass in den großen Zoos immer mehr Wert auf die Erhaltung seltener und vom Aussterben bedrohter Tierarten gelegt wird, sollte doch nicht vergessen werden, dass es zu den Aufgaben der Gesellschaft gehört oder zumindest gehören sollte, diese in freier Natur zu schützen.

Im Iran, einem Land, das jetzt als „Rough Nation“ international am Pranger steht, wurde der „Artenschutz“ in der Verfassung mit folgenden Zeilen festgelegt:

Article 50 of the Constitution of the Islamic Republic of Iran states: In the Islamic Republic of Iran the protection of the environment on which the present and future generation must lead an ever improving community life, is a public obligation, therefore, all economic activities or otherwise, which may necessitate to pollution or damage to the environment is forbidden (Quelle).

An dieser Stelle sollten doch ein paar freundliche Worte darüber angebracht sein, dass das „Mullahregime“ um die Erhaltung eines der schönsten Tiere der Welt, um die Erhaltung der Geparden in freier Wildbahn bemüht ist.

Zusatzinformation: Big Cats, Cheeta Cub Photogallery

Bilder: Gepardenjunges, Gepardin mit Jungen, ICS-Logo, Aufmerksame Gepardin

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