Diabolus

April 15, 2007 um 2:02 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Skandale, World War IV | 2 Kommentare

Der Autor Dan Brown, wurde besonders durch den spannenden Thriller „Sakrileg“ weltweit bekannt. Schnell eroberte dieses Meisterwerk der anspruchsvollen Unterhaltungsliteratur einen Spitzenplatz in den Bestsellerlisten. Da die darin enthaltenen Zweifel an der „Göttlichkeit Jesu“ Anstoß erregten, wurde der Roman vom Vatikan auf den Index gesetzt. Sieht man genau hin, dann befinden sich einige interessante Ansätze zur Bush-Kritik in dieser Geschichte, die mit fesselnd geschriebenen Glaubens- und Verschwörungstheorien schon längst für einen handfesten Skandal gesorgt hat.

Doch darauf möchte ich jetzt gar nicht hinaus, sondern in diesem Posting auf eines von Dan Brown´s weniger bekannten Bücher hinweisen, und zwar auf den spannenden Roman Diabolus, Lübbe, 2005. Es geht darin um nicht mehr und nicht weniger als um einen riesigen Supercomputer der NASA, TRANSLTR, der weltweit alle E-Mails abfangen und entschlüsseln kann.

Doch einer der Mitarbeiter, der Japaner Ensei Tankado , der selbst als Folge des Abwurfs der Atombombe in Hiroshima an einer Behinderung leidet, fragt sich: „Quis custodit custodes – Wer überwacht die Wächter?“, denn er sieht die Gefahr der drohenden Überwachung und programmiert ein Virus, um TRANSLTR zu blamieren und zu enttarnen. Das Buch konnte mich als Computerfreak ernsthaft begeistern, da es mit Sachverstand geschrieben ist und darüber hinaus zum Nachdenken anregt.

Doch zurück zum Alltag. Manchmal „funzt“ ein Link nicht so richtig. Kampf gegen Terrorismus? Hm – wohl eher eine Aktion von dem riesigen Abhörgerät der NASA, Echolon, um abweichende Meinungen zu unterdrücken (Heise, 27.5.2001, Deutschland und Vereinigtes Königreich verstoßen mit NSA-Spionageverbindungen gegen Menschenrechte).

Warum bemerkten eigentlich die Amerikaner mit Hilfe der an sich schon längst vorhandenen Abhörvorrichtungen der NASA nicht, dass Terroristen einen Anschlag auf das WTC geplant hatten? Ich las und staunte:

Der kanadische Sozialphilosoph und Globalisierungskritiker John McMurtry, Professor an der Universität von Guelph, Ontario, meint betreffend 9/11:

„És erscheint höchst unwahrscheinlich, dass der allumfassende Überwachungsapparat von ECHOLON und die höchst entwickelte Nachrichtenorganisation, die jemals aufgebaut wurde, überhaupt nichts von der äußerst schwierigen, staaten- und länderübergreifenden Organisation und Planung mitbekommen haben soll, die für eine solche mehrfache Flugzeugentführung aus gut überwachten Flughäfen der USA erforderlich ist – vor allem, wenn man bedenkt, dass die Selbstmordattentäter ihr Training in den Staaten absolvierten und das World Trade Center 199 schon einmal das Ziel eines Bombenanschlages von ehemaligen afghanischen Alliierten der CIA gewesen war. Da der Hauptverdächtige, Osama bin Laden, selbst einmal im Auftrag der CIA in Afghanistan tätig war und seine Bewegungen und Aufenthaltsorte nach den erfolgreichen Terrorangriffen auf die zwei US-Botschaften im Jahre 1998 vermutlich genau überwacht wurden, sollte man doch einmal über die näheren Zusammenhänge nachdenken.“ 1)

„Meine Internetseite wurde beschädigt“, „Meine Homepage wurde von Google nicht erfasst“ – derartige Meldungen las ich immer wieder beim Surfen im Netz. Zumindest eine von diesen, die immer wieder Klagen veröffentlicht, gehört von der Qualität her zu jenen Seiten, die durch sachliche Darstellung und gute Information auffallen. Es handelt sich dabei um die Homepage eines Online-Magazines aus dem Irak, und zwar Uruknet.info.

Hinweisen möchte ich in diesem Zusammenhang auch auf das blaue Band der Electronic Frontier Foundation, dass ich, um mich der Protestbewegung gegen Zensur des Internets anzuschließen, auch auf meine Sidebar gestellt habe.

1) Nafeez M. Ahmed, Geheimsache 09/11, Hintergründe über den 11. September und die Logik amerikanischer Machthaber, Goldmann, 2004, S 117 f

Zusatzinformation: Echolon

Bild: Diabolus

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  1. Ein wesentliches Problem bei der Erfassung und Auswertung von Informationen ist die Bewertung von Quelle und Information sowie die Einschätzung, ab wann man eine Erkenntnis ’nach oben‘ weitermeldet. Dazu muss man wissen, wieviel Zeit der Vortragende bei seinen Vorgesetzten hat, sein Wissen darzulegen – in der Regel geht es in einer solchen Lagebesprechung nur um wenige Minuten. Man wird seine Zeit also nur mit absolut sicheren Erkenntnissen füllen, die vorzugsweise aus eigenen Quellen gewonnen wurden.

    Natürlich lässt sich jedes Kommunikationsmittel abhören, auf bestimmte Stichworte scannen, aber die schiere Menge aller Telefonate und Emails dürfte es ziemlich unmöglich machen, wirklich alles in real-time zu überwachen. Es kommt immer noch auf den Menschen an, der diese Nachrichten filtert, kategorisiert, übersetzt und auswertet – und bewertet. Wobei wir zunächst einmal davon ausgehen müssen, dass die bösen Buben immer dumm genug sind, ihre üblen Pläne über’s Telefon o.ä. auszuposaunen, nie aber darauf verfallen werden, die Aufklärung mit vorgetäuschten Kommunikationen zu binden und von tatsächlich relevanten Arbeiten abzuhalten…

    Der langen Rede kurzer Sinn: Was allgemein in Blogs und Foren verzapft wird, in Emails und Telefonaten besprochen wird, interessiert nicht mehr, als was in jedem Friseursalon gequatscht wird. Sowohl die Aufklärer als auch die bösen Buben dürften sehr viel professioneller handeln, als es Polit-Thriller allgemein suggerieren.

  2. @ 2020

    Ich gebe Ihnen dahingehend recht, dass die allermeisten Nachrichten ohnehin nicht der Aufmerksamkeit bzw. der Rede wert sind. Trotzdem finde ich diese Entwicklung besorgniserregend. Im österreichischen Fernsehen wurde einmal darauf hingewiesen, dass Verdacht auf Wirtschaftsspionage in größerem Ausmaß vorliegt.
    Gesetzt den Fall, nicht nur Anschlussnummern würden gespeichert sondern auch Inhalte – wie dies in Amerika ohnehin bereits öfters vorkommt, dann braucht es nur noch einen kleinen Schritt, bis bei Scheidungsprozessen, bei Rechtsstreitigkeiten zwischen Firmen, bei Auseinandersetzungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Big Brother mithört um bei Bedarf Auskunft zu geben. Gesetzt den Fall, Abtreibung bzw. Homosexualität würde in der Öffentlichkeit abgewertet bis kriminalisiert, könnte der Tag bald kommen, in dem jeder Anspruch auf Privatsphäre im unrealistischen Bereich liegt.
    Immer schneller werden die Rechner. Gleichzeitig vergrößern sich auch die Datenspeicher ständig. Sogar auf der CD einer vielgelesenen Computerzeitschrift, die in der Trafik erhältlich ist, befanden sich in einer Ausgabe Entschlüsselungs- und Überwachungsprogramme als Freeware.
    Aufmerksam wurde ich auf „Echolon“, als ich sowohl in einem von Michael Moore´s Büchern las, dass er Probleme mit seinem Internet-Anschluss hat, als auch, dass sich Prof. Chossudovsky aus Kanada wiederholt besorgt darüber äußerte, dass die Freiheit im Internet bald vorbei sein könnte. Ich habe auch auf anderen Seiten von diesem Phänomen gelesen. Manche Seiten sind – hm – ein wenig lebhaft wie …, aber so ganz in Ordnung finde ich es trotzdem nicht. Übrigens kann jeder Internet- oder Telefonanschluss (außer Wertkartenhandy) sofort geortet werden.
    Mir hat das Buch Diabolus deshalb gut gefallen, weil es recht gut auf die „Für und wieder“ der Internet-Überwachung eingeht.

    Wie als Antwort auf meinen Artikel „Diabolus“ spinnt mein Computeranschluss total. Ich lösche lieber meine „lebhaften“ Adressen, denn die sind vielleicht wirklich nicht so brav, wie sie sein sollten.


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