Zaha Hadid

April 22, 2007 um 5:35 pm | Veröffentlicht in Middle East, Without Clash | 1 Kommentar

Zaha Hadid wurde 1950 in Bagdad, im Irak geboren. Sie studierte zunächst an der American University of Beirut Mathematik und anschließend an der Architectural Association in London. Gemeinsam mit einem anderen bekannten Architekten, dem Holländer Rem Koolhaas arbeitete sie im Office of Metropolitan Architecture und unterrichtete jahrelang in Harvard, in Yale und an anderen Universitäten.

Zur Zeit arbeitet Sie an der Universität für Angewendete Kunst in Österreich. Sie wurde Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters und Mitglied des American Institute of Architecture. So erhielt sie 2004 den Pritzker Preis für Architektur, das entspricht in diesem Bereich dem Nobelpreis.

Die international anerkannte Stararchitektin Zaha Hadid gilt als eine Vertreterin des Dekonstruktivismus, das ist eine Kunststilrichtung, die den Anspruch einer Ablösung der Postmoderne erhebt und „in die Struktur hineingehen und dort die Instabilität aufspüren und sichtbar machen möchte„. Sie kann bereits jetzt auf eine beträchtliche Anzahl von ihr entworfener Bauwerke hinweisen, die bereits realisiert wurden (Quelle):

  • Office Building, at Berlin-Charlottenburg, Germany, 1986.
  • IBA – Hochhaus (Wohnhof), at Berlin-Kreuzberg, Germany, 1987 to 1994.
  • Abu Dhabi Hotel, at Abu Dahbi, 1990.
  • Office Building Berlin-Kreuzberg, 1990.
  • Al Wahda Sports Center, 1990.
  • Azabu Jyuban Building, 1990.
  • Tokio Cultural Center, at Tokyo, Japan, 1990.
  • Hafenstrasse Building, at Hamburg, Germany, 1990.
  • Moonsoon Restaurant, Zollhof 3, 1990.
  • Vitra Fire Station, at Weil am Rhein, Germany, 1991 to 1993.
  • Arthotel Billie Strauss, Kirchheim unter der Teck, Germany, 1992 to 1996.
  • Opera Cardiff, at Cardiff, Wales, United Kingdom, 1994.
  • Exhibition Hall, at Weil am Rhein, Germany, 1999.
  • Bergisel Ski Jump, at Innsbruck, Austria, 2002.
  • LFone Landesgartenschau, at Weil am Rhein, Germany.
  • Terminus and Car Park, at Strasbourg, France.
  • Rosenthal Center for Contemporary Art, at Cincinnati, Ohio, 2004.

Den größten Bekanntheitsgrad in Deutschland konnte diese ungewöhnliche Frau mit der Gestaltung der „Experimentierlandschaft“, dem Phaeno Science Center in Wolfsburg, Deutschland, erreichen. Eine der Pressestimmen, „Schöner Wohnen“, berichtete über dieses innovative Bauwerk:

Das neue Phaeno Science Center in Wolfsburg erklärt Naturwissenschaft auf spannende Weise. Die faszinierende Architektur stammt von Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid. Die Welt entdecken: Nicht weniger hat sich das neue Phaeno Science Center vorgenommen. Die Welt der natürlichen und technischen Phänomene, sie steht im Mittelpunikt der 250 interaktiven Experimentierstationen des Hauses, in dem sich ebenfalls Besucherlabore, ein Wissenschaftstheater und ein „Supermarkt“ des Wissens, der Phaeno-Shop, befinden. Selbst ausprobieren, spielerisch Experimentieren, das macht Spaß; die Architektur macht neugierig: Krater, Strudel, windschiefe Aufgänge, Höhlen, dunkle Ecken und ein Hochplateau hat die Londoner Architektin Zaha Hadid gezeichnet. Realisieren ließen sich die spektakulären Formen nur in selbstverdichtendem Spezialbeton. Er macht erst die komplexen Formen möglich, die beim Besucher die Lust am Entdecken wecken sollen, ihn auf einen baulichen Abenteuerspielplatz schicken. Aber auch von außen macht der auf imposanten konischen Füßen ruhende Baukörper einiges her. 16 Meter hoch, 154 Meter lang, in rund vier Jahren fertiggestellt, wartet der avantgardistische Koloss nun auf Scharen Neugieriger – und die sind im sicher (Quelle).

Phaeno Science City, Wolfsburg, Deutschland

Auf der folgenden Slideshow befinden sich etliche Bilder, auf denen ebenfalls von Zaha Hadid entworfene Gebäude zu sehen sind:

Sogar in der islamischen Welt, in Dubai, kann Zaha Hadid einen weiteren Erfolg verbuchen. Der ehrgeizige Scheich von Dubai, Mohammed bin Rashid Al Maktoum möchte ein Opernhaus bauen, das fast 300.000 Quadratmeter groß sein wird. Insgesamt soll auf einer künstlich gebauten Insel in der Mitte des Dubai Creek ein regelrechtes Kulturzentrum mit einem Open-Air-Theater, Büchereien, einer Musikschule und sogar Ballet-Einrichtungen entstehen. Durch den Umfang des Projektes soll die „kulturelle Seite“ des rapiden Wachstums des Emirats widerspiegeln (Quelle).

Wie kam ich auf die Idee, von Zaha Hadid – eigentlich heißt sie Zaha Mohammad Zahid – zu schreiben? Sie hatte Glück, denn sie verließ Bagdad bereits zu einer Zeit, als es dort noch keinen Krieg gab. Trotzdem entstammt sie einer jener Generationen, die jetzt im Irak stirbt, flüchtet und leidet. Sie selbst entwarf als „Frau in zwei Welten“ sowohl das Design der Großen Moschee in Straßburg (Bild) als auch eine Wohnbrücke über die Themse (Bild) und unterzeichnete auch eine Petition gegen den Irakkrieg (Quelle).

Meine Frage: Sollten nicht die enormen Summen, die für eine „Befreiung bzw. Demokratisierung islamischer Länder“ mit Waffengewalt ausgegeben werden, doch sinnvoller in Stipendien für begabte Frauen in islamischen Ländern investiert werden? Wozu soll es gut sein, wenn Bildungseinrichtungen und Infrastruktur eines Landes zurück in die Steinzeit gebombt werden – so wie dies z.B. jetzt im Irak der Fall ist? Schaffen nicht Wohlstand und Bildung erst eine Gesellschaft, in der auch für „Frauenrechte“ Platz ist?

Das islamische (!) Land Dubai lädt bereits jetzt zum Film-Festival, zu Balletaufführungen und sogar zum Opernball ein (Quelle). Wie schön das Leben sein kann, wenn in einem Land Frieden und Ruhe anstatt Krieg herrscht, zeigt ein besonders gelungener Entwurf von der „westlichen Muslima“ Zaha Hadid, die „Tanzenden Türme von Dubai„. Dieser Bau, der gerade jetzt in diesem kleinen, aber hochmodernen Land realisiert wird, stellt doch ein schönes Symbol für die Verbindung zwischen westlicher und islamischer Welt dar, denn Moslems tanzen eigentlich nicht:

Bücher:

Homepage: Zaha Hadid

Zusatzinformation: Phaeno, ArchINFORM (auf die Bilder klicken)

Bilder: Die Berg Isel Schanze in Innsbruck, Phaeno Science City, Wolfsburg, Deutschland, The Dancing Towers of Dubai

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  1. eKlaviere

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