„The New Middle East“

Mai 5, 2007 um 12:48 pm | Veröffentlicht in Middle East, Publikationen, Skandale, World War IV | 1 Kommentar

Eine seltsame Meldung: Offensichtlich setzen die USA unter anderem auch Mitglieder der durch ihren Widerstand gegen die türkische Regierung bekannten Terrororganisation PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) undercover gegen den Iran ein. (Sami Moubayad, 27.3.2007, Asia Times Online, Gregory Elich, 23.3.2007, Globalresearch, Seymour Hersh, 4.2.2007, Kavkacenter).

Parallel dazu fand ich in einem (türkischen) Tagesspiegel Vorwürfe über die Unterstützung der PKK bzw. über die PJAK (Party of Free Youths of Kurdistan), deren Ableger im Iran durch die USA (Erdal Safak, 3.5.2006, Kommentar des Tages: Komplizierte Angelegenheiten). Ebenfalls erwähnt der demokratische Kongressabgeordnete Dennis J. Kucinich sogar in einem Brief an G.W.B., der die US-Unterstützung von Terrorgruppen im Iran kritisiert, neben der mittlerweile bekannten MEK (Mujahedin e-Khalq) auch die PJAK, hier als PEJAK (Party for a Free Life in Kurdistan) bezeichnet, ebenso die Balochis (Quelle). Die Bemerkung über die „Balochis“ erinnerte mich an einige Zeilen aus einem Artikel in der Asia Times Online:

This development has broader implications. An immediate one could be a revival in the movement for a greater Balochistan. Ethnically, Baloch areas exist in Afghanistan, Iran and Pakistan. Pakistani Balochistan is known as the „Third International“ as it is the most important segment of the Baloch regions and could play an important role as a catalyst for revolution in Afghanistan and Iran.

Inflammatory issues such as Pashtunistan and „Greater Balochistan“ have the potential to slice the existing power bases in Afghanistan, Pakistan and Iran. Iranian Balochis, for example, are culturally and religiously (being Sunnis) as well as politically (liberal) totally different from the majority of Shi’ite Iran (Syed Saleem Shahzad, 25.10.2003, Asia Times Online).

Alles zusammen irritierte mich deshalb, weil er mich an einen andere ungewöhnliche Veröffentlichung erinnerte, die ich an anderer Stelle gelesen hatte. Da mir die in „Redraw Middle East“ ausführlich beschriebene Idee, im M.E., Türkei inklusive, die Grenzen willkürlich zu ändern, auf ersten Blick als recht unwahrscheinlich erschien, verfolgte ich diese Spur zunächst nur kurz, fand aber dabei einen Plan jüngeren Datums, der bereits an einigen Stellen im Internet veröffentlicht wurde.

Die neue Landkarte, die dabei entstehen soll heißt „The New Middle East“ (Mahdi Darius Nazemroaya, 18.11.2006, Redraw Middle East). Die gleiche Grafik findet sich aber auch in einem Artikel von Ralph Peters in der Militärzeitschrift „US’ Armed Forces Journal 06/2006“ zusammen mit einer detaillierten Beschreibung für „Plans Redrawing Middle East„. Über diesen Artikel wurde bereits öffentlich diskutiert (13.7.2006, Claude Salhani, Khaleej Times Online, Anmerkung: Khaleej Times Online ist eine englischsprachige Online-Zeitschrift, die in Dubai und in den amerikanischen Emiraten herausgegeben wird.).

Um nicht eines Tages von unangenehmen Geschehnissen überrascht zu werden, sollte man vielleicht neben den bisher bekannten Kriegs- und Krisengebieten auch „New Middle East“ im Auge behalten. Ich bin betreffend Recherchen über diese Vorlage zu neuen strategischen Abenteuern noch nicht weit genug vorgedrungen genug, um mir definitiv eine Meinung zu bilden. Es scheint sich zur Zeit im Nordirak zum Ärger der Türkei die Bildung eines kurdischen Staates abzuzeichnen. (Güncelleme, 22.8.2006, MSNBC).

Die Türkei steht zur Zeit am Scheideweg. Es ist noch nicht einmal sicher, dass sich bei den Wahlen dieser Tage ebenso wie in der Vergangenheit eine säkulare Regierung durchsetzen kann. Insgesamt könnte ich mir also lediglich vorstellen, dass ein Blick auf diese neue Karte zwar keinen Blick in die Zukunft bietet, aber besonders im Hinblick auf die Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU, doch recht interessant ist.

Bild: Map of the New Middle East

1 Kommentar »

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  1. […] auf den Südosten Irans, den Südwesten Pakistans und einen kleinen Teil Afghanistans (siehe auch Posting). Solange G.W.B. an der Macht ist, sollte der gesamte M.E. nach wie vor unter erhöhte […]


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