Ist ein militärischer Einsatz im Iran die beste Lösung?

Juli 14, 2007 um 9:20 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Middle East, USA, Waffen, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Zunächst einmal sollte es Anliegen sein, das kleine Israel zu demokratisieren, welches, ähnlich wie das frühere Südafrika, eine Zweiklassen-Gesellschaft darstellt.

Die Fläche des Landes Israel beträgt 21 946 Quadratkilometer. Das Land hat Die etwa 6,20 Millionen Einwohner. Die Ausdehnung des Ghaza-Streifens beträgt 378 Quadratkilometer. Die Einwohnerzahl des Gazastreifens liegt bei rund 1,32 Millionen. Das Westjordanland (Westbank) umfasst eine Fläche von 5.633 Quadratkilometern und hat etwa zwei Millionen Einwohner, größtenteils arabische Palästinenser, daneben jüdische Siedler (Zahlen Microsoft Encarta, 2004).

An der &UUml;bervölkerung schuld ist zum einen, dass statt der ehemals geflüchteten 700.000 Palästinenser mittlerweile 3,4 Palästinenser den Anspruch auf den Flüchtlingsstatus und damit das Recht auf Staatsbürgerschaft in Israel erheben. Zum anderen strömen immer wieder jüdische Einwanderungswellen in dieses kleine Land, aber nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus arabischen Ländern, aus Äthiopien und aus Afrika. Besonders viele, etwa eine Million, kamen aus Russland.

Es ist nicht möglich, der Hamas oder Hisbollah zuzustimmen, die den Staat Israel von der Landkarte verschwinden lassen möchte.

Die jetzige Politik der rücksichtslosen Landnahme Israels, der Siedlungspolitk, die Benachteiligung der Palästinenser bei der Vergabe der Wasserrechte unwidersprochen hinzunehmen, erscheint skandalös.

Immer wieder als ideale Lösung vorgestellt wurde die Idee, einen Palästinenserstaat zu gründen. Die Zeit dafür scheint abgelaufen, das Ganze erscheint organisatorisch fast nicht mehr machbar.

Versuchen, vorhandenes Elend im Nahen Osten so gut wie möglich zu lindern, um den Konflikt weitgehend unter den Teppich zu kehren – was anderes bliebe nicht übrig, meinte der erfahrene Peter Scholl-Latour.

Gestritten wird nicht nur um Grund- sondern auch um Wasser- und Wegerechte, um Wohnrechte in Jerusalem und um die Rechtmäßigkeit der von Israel gebauten Mauer Richtung Westbank. Es existiert keine Regelung und keine Detailfrage, über die n i c h t diskutiert wird (ProCon Israel).

Dass keine der vorgeschlagenen Strategien eine humane und effiziente Lösung in diesem krisengeschüttelten Land anbieten kann, müssten außer der iranischen Regierung auch die westlichen Politiker sehen.

Vielleicht sollten sich die westlichen Demokratien dazu entschließen, den armen Menschen aus dieser Region eine neu Heimat zu geben? In mehreren Bundesstaaten der USA wüteten vor wenigen Tagen Buschbrände und zerstörten riesige Flächen, während die US-Army weit weg ihre Kräfte im M.E., im Persischen Golf konzentriert hat. In Anbetracht der geringen Geburtenzahlen in Europa ebenso wie in den USA müsste sich noch Aufnahmekapazität für Moslems ebenso wie für jüdische Zuwanderer aus Russland abstellen lassen.

Die umfangreich zur Verfügung gestellten Geldmittel zur Unterstützung des Staates Israel bzw. zur Unterstützung der Palästinenser von der EU wurden bis jetzt von israelischer ebenso wie von palästinensischer Seite in hohem Ausmäß für Waffenkäufe genutzt wird und könnte anderweitig besser disponiert sein.

Auch, wenn das Mullahregime nicht gerade eine sympathische Regierungsform darstellt, sollte niemand vergessen, dass der Iran einmal eine Demokratie hatte, und zwar unter dem beliebten Mossadegh, der allerdings zugunsten des unerträglichen Schah vom CIA zum Rücktritt gezwungen wurde. Man stellt die iranische Regierung auf den Schandpfahl, ohne die Ursachen für Konflikte zu sehen und endlich zuzugeben, dass im Nahen und Mittleren Osten der Westen mitsamt Israel hochgradig versagt hat.

Gesetzt den Fall, der Iran würde, so wie jetzt der Irak zerstört, änderte sich an Israels Differenzen mit dem Iran nichts, sondern ein Militärschlag auf den Iran wäre dazu geeignet, im Gegenteil den Zorn der gesamten Glaubensgemeinschaft der Moslems gegen den Westen heraufbeschwören. Ein Krieg mit dem Iran würde die Zerstörung dieses Landes bedeuten, seiner Vergangenheit ebenso wie seiner Zukunft, genauso, wie im Irak unersetzliche Kulturgüter der „Wiege der Menschheit“ durch den Krieg zerstört wurden und noch lange Zeit behinderte Kinder geboren werden, so wie jetzt noch Jahrzehnte nach dem Einsatz des Kampfgases „Agent Orange“ im Vietnamkrieg.

Deshalb sollte ein Irankrieg überhaupt nicht erst zur Diskussion stehen. Völlig unter den Tisch gefegt wurde der Gedanke daran, dass sich bei einem Krieg auch „Eretz Israel“ in große Gefahr begibt (5.7.2007, Jerusalem Post).

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