Über die Todesstrafe in den USA

Juli 16, 2007 um 6:39 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Gesellschaft, USA | Hinterlasse einen Kommentar

In einem renommierten Weblog, USA Erklärt, fand ich den Eintrag, dass es falsch ist, die Ursache für die Verhängung der Todesstrafe in den USA die Ursache in der Bundesregierung zu suchen. Jeder Bundesstaat hat ein unabhängiges Rechtssystem. Deshalb gibt es auch Bundesstaaten, in denen „capital punishment“ nicht verhängt sind. Dadurch, dass der Gouverneur das Begnadigungsrecht hat, spielt seine persönliche Einstellung zu dieser kritischen Frage eine große Rolle, wie hoch bzw. wie niedrig die Anzahl der Hingerichteten ist.

Mit Recht stieß deshalb „Terminator“ Arnold Schwarzenegger, zur Zeit erfolgreicher Gouverneur von Kalifornien, in Österreich auf beträchtliche Kritik, als er das Gnadengesuch des Delinquenten Stanley „Tookie“ Williams abgelehnt hatte (steiermark.orf.at). Arnold Schwarzenegger schickte daraufhin den Ehrenring zurück, das Grazer Schwarzenegger-Stadion wurde unbenannt.

Auch, wenn Scot W. Stevenson, der Autor des Weblogs, davon ausgeht, dass es in einer Demokratie dem Volk möglich ist, die vorhandene Rechtslage zu ändern, kann man insgesamt nicht sagen, dass es G.W.B. jemals ein persönliches Anliegen war, sich für die Abschaffung bzw. für eine möglichst moderate Anwendung der Höchststrafe einzusetzen (siehe auch Posting).

Während der Regierungszeit als Gouverneur von Texas ließ G.W.B. etwa 150 Personen hinrichten, darunter auch Teenager und geisteskranke Personen (6.11.2000, popup.zdf.de).

Auch G.W.B. kann sich irren:

Seit 1973 mussten 124 Menschen wegen bewiesener Unschuld oder erheblichen Zweifeln an ihrer Schuld aus den Todeszellen der USA entlassen werden. Davon sind 40 Fälle alleine seit Anfang 2000 aufgedeckt worden. Einige dieser Gefangenen standen nach jahrelanger Haft kurz vor ihrer Hinrichtung. In Texas sind bisher sieben Unschuldige zu Unrecht in der Todeszelle gewesen, und wurden begnadigt (Stand 03/2006). Nach einer Umfrage in im Februar 2003 glauben 69 % aller Texaner, dass Texas schon Unschuldige hingerichtet hat (Amnesty international, Leipzig).

Er muss es ja wissen:

Das Einzige, was ich Ihnen dazu sagen kann, ist, dass ich bei jedem Fall, mit dem ich mich beschäftigt habe, hinsichtlich der Unschuld oder der Schuld der betroffenen Person ein gutes Gefühl hatte. Ich glaube nicht, dass wir schuldige…ich meine, unschuldige Menschen im Staat Texas haben hinrichten lassen. 16.6. 2000, Bushisms

Bild: G.W.B., hier im Fliegeranzug der Air Force

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