Vergleich Jugoslawien – Afghanistan

Juli 29, 2007 um 2:53 pm | Veröffentlicht in Middle East, Skandale, USA, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Afghanistan fehlt jede kulturelle und geografische Anbindung an Europa. In diesem Land spricht die Bevölkerung noch nicht einmal die gleiche Sprache und setzt sich aus verschiedenen Ethnien zusammen. Das frühere Jugoslawien wurde vom früheren Diktator Tito mit harter Hand zusammengehalten. Bereits kurz nach der Entmachtung Titos brach der Bürgerkrieg aus.

Es reicht also nicht, einen brutalen Diktator zu entfernen, sondern es müssen, um ein solches Land in eine funktionierende Demokratie umzuwandeln, Strukturen geschaffen werden, die für Law and Order sorgen, sonst geht es drunter und drüber.

Vergleicht man die Flächen des vormaligen Jugoslawiens mit jener des Irak oder der Afghanistans, erscheint es sehr optimistisch, daran zu glauben, dass sowohl in Afghanistan als auch im Irak in den nächsten Jahren vorzeigbare Entwicklungen stattfinden könnten.

Nochmals ganz kurz zurück ins frühere Jugoslawien. Dieses Land zerfiel nach jahrelangem Bürgerkrieg in viele verschiedene Teile. Auf ersten Blick kann es freilich so aussehen, als hätte sich die EU aus dem Kampf herausgehalten.

Es darf aber nicht übersehen werden, dass im anliegenden Österreich von einigen Teilen der Bevölkerung auch slowenisch gesprochen wird. Manche älteren Personen sprechen sogar noch kroatisch. Die sprachliche und geographische Anbindung erleichterte es, Flüchtlinge aufzunehmen, ermöglichte Hilfslieferungen und trug zur Wiedereingliederung zumindest einiger neu entstandener Länder wesentlich bei. .

Man sagt, der Papst hat keine Divisionen. Dadurch aber, dass besonders die r.k. Kirche über ihre Pfarren regelrechte Netze bildet und ein Großteil der Kroaten katholisch ist, erfolgte sicherlich auch über die Kirche einige Einflussnahme. Die Serben gehören der serbisch-orthodoxen Kirche an, die ebenfalls zu den christlichen Glaubensgemeinschaft zählt

Ziemlich bald nach Beendigung der härtesten Auseinandersetzungen ließen es sich sonnenhungrige Touristen nicht nehmen, wieder an die Strände Kroatiens zu fahren, so dass zumindest punktuell für diese Region Unterstützung durch den Fremdenverkehr vorhanden ist. Insgesamt kann man also sehr wohl sagen, dass Jugoslawien in gewisser Weise in ein regelrechtes kulturelles und wirtschaftliches Auffangnetz hinein fiel.

Das frühere Jugoslawien erstreckte sich über eine Fläche von 255.804 km², Afghanistan über 652.090 km². Dabei sind aber die Afghanen zum Großteil Mitglieder der radikalen islamischen Sekte der Wahhabiten und die dortigen Ethnien sprechen für Europäer fremde Sprachen. Sollten die westlichen Truppen doch abziehen, hängt für das weitere Geschick dieses Landes sehr viel davon ab, wie die Nachbarstaaten, der Iran, Pakistan, Turkmenistan, Uzbekistan und China ihren Einfluss auf die afghanische Politik gestalten.
Keines der Nachbarländer Afghanistans orientiert sich pro-westlich und es kann nicht davon ausgegangen werden, dass von dort aus bleibende Einflussnahmen zur Stabilisierung vorhanden sind.

Wenn man zusätzlich in Betracht zieht, wie lange die Auseinandersetzungen im zerfallenden Jugoslawien dauerten, wie viel militärischer Einsatz nötig war, um einigermaßen Ruhe zu schaffen, erscheint es mir ziemlich aussichtslos, dass deutsche Truppen in einem so großen und fernen Land wie Afghanistan etwas ausrichten zu können.

Gesetzt den Fall, der Irak würde – zwar nicht wahrscheinlich – doch noch besiegt, bestünde ein kleiner Funke an Hoffnung, dass sich dieses Land über die Türkei im Lauf der Zeit an Europa bzw. an prowestliche islamische Nachbarländer an den Westen anbinden ließe.

Wenn aber schon die Situation im Irak völlig verfahren ist, wie möchte man dann beweisen, dass in diesem zentralasiatischen Land – noch dazu mit Gewalt – positive Perspektien geschaffen werden könnten?

Zusatzinformation: Marienwallfahrtsort Medjugorje

Bild: Marienwallfahrtsort Medjugorje

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