Islamobolschewismus I

August 3, 2007 um 2:51 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Frauen im Islam, Middle East, Verständigung, Without Clash | Hinterlasse einen Kommentar

Da sich der von der US-Regierung unter G.W.B. einige Zeit lang für den militanten Islamismus verwendete Begriff „Islamofaschismus“ nicht recht durchsetzen konnte, sollte wohl mit der Wortschöpfung „Islamobolschewismus“ ein neuer Ausdruck gefunden werden, der den Islam als plakativ dämonisch und böse abstempelt.

Im Internet finden sich Angaben über einen islamischen Sozialismus, eine Auffassung, die Islam, Revolution und Sozialismus miteinander vermengt. Unter diesem Begriff wird der „Nasserismus“ – der arabische Sozialismus genannt, und dass sich bei der Bildung des „Gottesstaates“ im Iran zunächst auch eine linksliberale Partei unter Ayatollah Talequani um eine Machtstellung in der neuen Regierung bemühte (Wiki). Libyen´s Präsident Muammar al-Gaddafi vertritt eine sehr eigenwillige Lösung. Er verfasste ein „Grünes Buch“, welches einen islamische Sozialismus als Alternativlösung zu Kommunismus und Sozialismus vertritt (Wiki).

Zu meiner Verwunderung schreiben manche Quellen den „Neokonservativen“ eine geistige Verbindung zur „sozialistischen Weltrevolution“ zu – nicht in dem Sinn natürlich, dass damit eine Verbreitung des Marxismus verknüpft ist, sondern dahingehend, dass die „Demokratisierungswelle“ mit allen Mitteln fortlaufend durchgesetzt werden sollte.

Interessanterweise greifen diese „demokratischen Imperialisten“ in ihren Methoden auf eine Politik zurück, die man früher – mehr oder weniger berechtigt – bei der Sowjetunion unterstellte und kritisierte. Ihr Ziel heißt statt Export des Sozialismus für eine „sozialistische Weltrevolution“ zwar Demokratisierung der Welt, aber in der Form des notfalls auch zwangsweisen Exports eines politischen Gutes in der Erwartung, dass die Adressaten darauf sehnlichst warten, weil es ihren „objektiven Interessen“, so die Bolschewiken, oder einem tiefen menschlichen Wunsch nach Freiheit entspricht, erweisen sie sich als gelehrige Schüler Trotzkis und Lenins. Kritiker haben sie deshalb auch als „konservative Bolschewisten“ bezeichnet.(Rolf Wortmann, Der Irakkrieg und die Zukunft der transatlantischen Beziehungen, S 13 f Fachhochschule Osnabrück)

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