Ausflug in den Zoo

August 23, 2007 um 9:25 pm | Veröffentlicht in Anachronismen | Hinterlasse einen Kommentar

Panda Baby geboren! So lautete heute, am 23. August 2007, die erfreuliche Nachricht aus dem Wiener Zoo Schönbrunn. Dieses unerwartete Ereignis ist in gewisser Weise ein regelrechtes Geburtstagsgeschenk für den Zoo, der am 31.Juli 2007 seinen 255. Geburtstag feierte. Direktorin und Geschäftsführerin Dr. Dagmar Schratter strahlt, gelang es ihr doch, von einem der seltensten Tiere Nachwuchs zu züchten.

Jeder weiß, wie ein Pandabär aussieht, denn ein Foto dieser vom Aussterben bedrohten Tiere wurde als Vorlage für das Logo des WWF, des World Wildlife Fonds gewählt. Auch als Stofftiere im Kinderzimmer sind Pandabären stark verbreitet. Aber kaum jemand kann sich vorstellen, wie ein neugeborener Pandabär aussieht. Das ist auch kein Wunder. Nur große Zoos, die über genug finanzielle Mittel, Kontakte und aufmerksame Pfleger verfügen, schaffen es überhaupt, diese seltenen Bären zu halten.

Nur 161 Tiere werden zur Zeit in Zoos gehalten und vertilgen dort jeden Tag 20 bis 30 kg Bambus. Zu ihrer Diät gehört ab und zu auch ein Happen Eiweiß, denn in ihrer Heimat China genießen sie gelegentlich Frischfleisch, wenn es ihnen gelingt, einen Fisch oder ein kleines Tier zu schnappen. Deshalb gehört auch Pandabärin Yang Yang zu den Attraktionen und Publikumslieblingen des Schönbrunner Zoos.

Zur Ehrenrettung der chinesischen Regierung muss man sagen, dass etliche Schutzgebiete zusammengelegt wurden, um die Population zu erhalten.Diese Maßnahme bewirkte, dass die Anzahl der frei lebenden Tiere inzwischen wieder auf 1600 Exemplare anstieg.Erwachsene Tiere wiegen ausgewachsen etwa zwischen 120 und 170 kg und messen von der Schnauz- bis zur Schwanzspitze gute eineinhalb Meter. Ihre Lebenserwartung in freier Wildbahn beträgt etwa 25 Jahre.

Es ist sehr schwer, Große Pandas in Gefangenschaft zu züchten. Fast niemals gelingt es, die Partner füreinander zu interessieren. Dies führte zu dem drolligen Versuch, eine Pandabärin im Zoo von San Diego mit Sexfilmen dazu zu animieren, sich für die „schönste Sache der Welt“ doch noch zu begeistern. Die ungewöhnliche Show hatte in diesem Fall Erfolg. Meistens jedoch versucht man mit Hilfe von künstlicher Befruchtung Nachwuchs zu erzielen. Die letzten in Europa geborenen Pandabären kamen 1982 im Zoo von Madrid auf die Welt.

Deshalb war die Freude darüber umso größer, dass das kleine Bärchen im Schönbrunner Zoo auf natürlichem Weg gezeugt werden konnte und ohne Komplikationen auf die Welt kam. Das Neugeborene, das nach einer Tragzeit von 127 Tagen auf die Welt kam, ist noch ganz winzig und wiegt nicht mehr als 100 g. Es hat noch nicht einmal Haare. Lustig ist, dass kleine Pandabären mit einem Schwänzchen auf die Welt kommen, das etwa ein Drittel ihrer Körperlänge ausmacht. Die Augen sind in den ersten Tagen noch geschlossen.

Es ist eine gute Frage, ob „es“ jetzt ein „er“ oder eine „sie“ ist, denn in den ersten zwei bis drei Monaten verbleiben Mutter und Kind geschützt in der Wurfbox. Mit etwas Glück helfen Bilder der Überwachungskameras, das Geschlecht zu identifizieren. Es bleibt also noch Zeit bis zur Taufe.

Glück wird das Kleine noch in der nächsten Zeit noch brauchen, denn leider überleben etwa 40% der empfindlichen Nachwuchstiere die ersten zwölf Monate nicht. Es bleibt also für die Zoodirektorin und ihren Mitarbeiterstab eine spannende Aufgabe, jede mögliche Maßnahme zu treffen, damit „Youngster“ gut aufwächst.

Homepage:Schönbrunner Zoo

Zusatzinformation: Pandabär, Wiki, Pressetext.de

Bilder:Großer Panda, Kletternder Großer Panda

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