Der Papst und die Tiere

Juli 18, 2008 um 2:44 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Without Clash | Hinterlasse einen Kommentar

Die Ankunft des Papstes am 17.7.2008 in Australien erregte weltweit das Interesse der Menschen. Nebst den weitgehend voraussehbaren Ansprachen des Papstes anlässlich des Weltjugendtages erregte es Rührung und Aufmerksamkeit, dass der Zoo aus Sydney mit einer kleinen Abordnung aus der australischen Tierwelt dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche seine Aufwartung machte. Berichtet wurde, dass Papst Benedikt XVI sehr freundlich reagierte und die Tiere streichelte (18.7.2008, wdr.de).

In vielen Ländern der Welt berichteten verschiedene Medien über dieses herausragende Kirchenereignis. Dabei wurde in einem Artikel der Online-Ausgabe der iranischen Tehran Times wohlwollend vermerkt, dass als Reisebegleiter von Papst Benedikt XVI ein Kätzchen mit von der Partie war (15.7.2008, tehrantimes.com).

Mit der Katze hat es im Islam eine besondere Bewandtnis. Eine Legende erzählt, dass sich Prophet Mohammed einstmals selbst den Ärmel seines Gewandes abschnitt, als er zum Gebet aufstehen wollte, um das darin schlafende Kätzchen, „Muezza“, nicht zu wecken. Seiner Liebe zu dieser Katze wäre es zu verdanken, dass den Katzen die Gabe verliehen wurde, bei einem Sturz wieder auf die Pfötchen zu fallen (wiki).

Der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe bemerkte die gute Beziehung des Propheten zu seiner Katze schon früher und versetzte „Mohammeds Katze “ sogar ins Paradies:

Abuherriras Katze hier
Knurrt um den Herrn und schmeichelt.
Denn immer ist’s ein heilig Tier,
Das der Prophet gestreichelt (gutenberg.spiegel.de).

Die Vorliebe von Papst Benedikt XVI für Katzen ist bekannt. Kinder- und Katzenfreunde werden sich darüber freuen, dass jetzt ein Buch über seine Person herauskommt, indem die Geschichte dieses Pontifex aus der Sicht seines Katers Chico erzählt wird (Jeanne Perego, Joseph & Chico: Eine Katze erzählt aus dem Leben von Papst Benedikt XVI, Herder, Freiburg, 2008).

Vielleicht aber sieht die Kirche die Tiere in der modernen Gesellschaft unter anderem als wichtiges Medium, das hilft, Spannungen und alte Feindschaften erfolgreich beiseite zu legen. Mit diesem Gedanken stünde sie nicht alleine.

Im Iran arbeiten trotz aller offiziellen Differenzen islamische Forscher mit Experten aus den USA und Großbritannien unter dem Motto „Bridging the Iran-West divide to save cheetahs“ einträchtig zusammen, damit der dort noch lebende Bestand der seltenen Raubkatze ausreichend geschützt wird (20.6.2008, turkishdailynews.com).

Bild: Josepf & Chico, amazon.de

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