Überfälle der Piraten

September 8, 2009 um 9:10 pm | Veröffentlicht in Piratenpartei | Hinterlasse einen Kommentar

Spaziergänger, die sich am Abend den 10.1.2009 in Frankfurt in der Innenstadt bestanden, staunten nicht schlecht, als ein unerwartetes Lichtspektakel wichtige Gebäude der Stadt in politische Werbeflächen verwandelt. Geschossen wurde mit Photonenbombern, die Ziele waren die Wahrzeichen der Stadt. Freilich entstand kein Schaden, sondern dort, wo die Lichter auf Wände und Fenster trafen, leuchtete das Logo der Piraten, ein stilisiertes Segelschiff auf weißem Grund in einem schwarzen Kreis. Das Spektakel dauerte mehrere Stunden lang. Die Initiatoren, die hessische Piratenpartei, nannten diese Aktion „Gobo City“ (Piratenpartei Hessen).



Eine weitere Aktion dieser Partei bestand in einer „Kaperfahrt“ auf der Spree. Dabei kreuzte 7. und 8. August ein Boot mit der Aufschrift „Klarmachen zum Ändern“ vor dem Berliner Reichstag. Auf dem Deck wehten Piratenflaggen. Während der Fahrt wurde mit Hilfe eines Megaphons aus dem Grundgesetz vorgelesen. Schließlich und endlich wollen die Piraten getreu ihres Namens „den Bundestag entern“, um so zu verhindern, dass dem Bürger – ihrer Meinung nach – Unrecht getan wird.

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Angebote für ein leckeres Kaperfrühstück, Kiez-Spaziergänge in Piratenkostüm und Ping-Pong Piratenpartien sollen Neugierige und Interessierte an Informationsstände locken. Fesche Piratinnen setzen sich in Szene, um die „Freibeuter der Gerechtigkeit“ durch einen flotten Song zu unterstützen.



Piraten kleisterten in Kassel nicht weniger als 660 Plakate auf Trägerplatten. Auch in Münster wird bereits eifrig gepinselt. Ein besonders schönes Foto einer kreativen Wahlveranstaltung entstand in Kiel, als einige Parteimitglieder auf dem 3-Mast-Schoner Thor Heyerdahl in See stachen.

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Nun, wenigstens einmal etwas Abwechslung. Auf die erstaunliche Idee, im Wahlkampf sogar eine Totenkopfflagge zu schwenken, kam bis jetzt noch niemand. In Anbetracht dessen, dass die Piraten jede Gewalt ablehnen und sich ganz klar zum Grundgesetz, zur Demokratie und zu Bürgerrechten bekennen, kann man ja kurz einmal innehalten. Um es vorwegzunehmen: Es ist spannend und interessant, herauszufinden, was die Piraten denn nun eigentlich im Schild führen.

Bilder: Kaperfahrt auf der Spree, Thor Heyerdahl

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Die Piraten kommen!

September 7, 2009 um 7:57 pm | Veröffentlicht in Anachronismen | Hinterlasse einen Kommentar

Am 27. September 2009 sind Bundestagswahlen in Deutschland. Neben den etablierten Großparteien wie CDU und SPD kandidieren über 100 Kleinparteien. Eine davon hebt sich ab aus der Menge, und zwar die Piratenpartei. Einen Vorteil können die Piraten schon einmal für sich verbuchen: Mit ihrem Auftreten erregen sie auf jeden Fall Aufmerksamkeit.

All jenen, denen bereits jetzt schon der Wahlkampf zum Hals herausfängt und die sich am liebsten ein großes, tiefes Loch graben würden, um erst nach dem Feststehen der neuen Regierung wieder in die Zeitung zu sehen oder den Fernseher aufzudrehen, bescheren die Piraten Abwechslung und somit ein unerwartetes Wahlkampfzuckerl.

Doch wie kommt diese Partei zu ihrem reichlich schrägen Namen? Welche Bedeutung hat sie? Macht es überhaupt Sinn, eine so kleine Partei zu wählen? Welche Leute stecken dahinter? Für welche Inhalte steht denn nun diese Partei? Fragen über Fragen!

Es ist fast unmöglich, alles auf einmal zu erklären. Es ist, fast kann man es so sagen, Ironie des Schicksals, dass die Piraten in erster Linie das Interesse derer vertreten, denen es an Zeit und Interesse fehlen könnte, sich mit dem komplex ausformulierten Programm auseinanderzusetzen.

Die Piraten selbst verstehen sich als Bürgerrechts- und Informatikerpartei. Nun, derjenige, der womöglich glaubt, er müsste selbst am Computer programmieren, um zur Kategorie jener zu gehören, deren Probleme die Piraten ansprechen wollen, irrt sich. EDV heißt nichts anderes als „Elektronische Datenverarbeitung“. Nun, jeder Mensch hat Daten und erzeugt täglich neue, indem er das Telefon, das Internet nutzt oder dann, wenn sein Auftreten von einer Überwachungskamera erfasst wird.

Die Piraten beschäftigen sich sowohl mit den Möglichkeiten, die sich dem Bürger zur Mitgestaltung der Gesellschaft öffnen als mit Gefahren, die sich durch Datenmissbrauch ergeben, und möchten dabei helfen, für den Bürger optimale Lösungen zu finden. Unter anderem setzen sie sich mit Patentrechten für Software, Arzneien und denen an Nutztieren und -pflanzen ein.

Was das nun alles zusammen heißt für den Bürger, bedarf im Detail einer intensiven Betrachtung.

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