Gedanken zu Allerseelen

November 1, 2007 um 4:14 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Generell, Publikationen, USA, Verständigung, Without Clash, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Morgen ist der 2. November, Allerseelen. Die Tage werden immer dunkler, in der Früh liegen dicke Nebelschwaden über den Feldern. Es ist an der Zeit – an die Toten zu denken, an jene Menschen, die wir einmal gekannt haben und die jetzt nicht mehr sind. Doch sollte der Tag auch genutzt werden, um jener zu gedenken, die im Irakkrieg gefallen sind. Ihre Anzahl beträgt nach zuverlässigen Quellen mittlerweile mehr als eine Million (September 2007, Opinion Business Research). Der Musiker und Liedermacher Hannes Wader schrieb im Jahr 1980 ein schönes und trauriges Lied:


ES IST AN DER ZEIT
(dt.T.: Hannes Wader)

Weit in der Champagne im Mittsommergrün,
da wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühn,
da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht
im Wind der sanft über das Gräberfeld streicht.

Auf deinem Kreuz finde ich, toter Soldat,
deinen Namen nicht, nur Ziffern, und jemand hat
die Zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt,
und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt.

REFRAIN:

Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,
so wie sie es mit uns heute immer noch tun.
Und du hast ihnen alles gegeben:
deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt? Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt, können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihn. Warst Soldat, um zu sterben, nicht, um jung zu sein.

Vielleicht dachtest du dir, ich falle schon bald, nehme mir mein Vergnügen wie es kommt mit Gewalt. Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
vor dir selber geschämt und es doch nie getan.

Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur von deinem Leben. Doch hör meinen Schwur für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein. Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein,

dann kann es geschehn, da bald niemand mehr lebt, niemand, der die Milliarden von Toten begräbt. Doch es finden sich mehr und mehr Menschen bereit,
diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit.



Als der Komponist Hannes Wader den Text zu seinem Lied schrieb, hatte er das Bild eines Soldatenfriedhofes vor seinen inneren Augen. Es sah vielleicht aussah jenes, auf dem einem jungen Mädchen abgebildet ist, dem, während es sich vor einer Grabstelle hingekauert hat, Entsetzen und Unverständnis über das Ausmaß dieses Friedhofs, über die Anzahl der aneinandergereihten Kreuze, regelrecht ins Gesicht geschrieben stehen.

Jedes der zahlreichen Kreuze könnte eine eigene Geschichte erzählen über denjenigen, zu dessen Erinnerung es erstellt wurde. Vielleicht hatte der Soldat, der dort liegt, braune Haare, dunkle, übermütige Augen und aß genauso gerne Pizza wie Luciano Pavarotti. Oder er war blond, mit blauäugig und sportelte gerne. Die Grabstellen verraten außer einem Datum, an dem der Soldat gefallen sein soll, nichts über die Toten.

Wie hätte sich das Leben des Toten weiterentwickeln können, wäre er nicht gefallen? Sein ursprüngliches Berufsziel war vielleicht Arzt. Oder auch Künstler. Man wird es niemals erfahren.

Bestimmt hatte der Soldat eine Freundin. Blieb er ihr treu? Hat er ihr geschrieben? Vielleicht auch hat sie sich, während er im Feld war, anderweitig verlobt. Sehr wahrscheinlich hatte er aber überhaupt keine Zeit, um sein Mädchen kennen zu lernen. Unwahrscheinlich ist´s nicht, dass er niemals die Gelegenheit hatte, in einer Beziehung auch nur fünf Minuten glücklich zu werden.

Geborgen in der Sicherheit demokratischer Staatswesen, kann jeder leicht lästern über das, was der eine oder andere im Krieg wirklich – oder auch angeblich – an Bösem getan hat. Wenn aber jemand durch den Einberufungsbefehl willkürlich in eine andere Welt versetzt wird, in der er töten muss, um nicht selbst getötet zu werden, dann setzt die Situation oft die Wertvorstellungen außer Kraft, nach denen der Betreffende bisher gelebt hat.

Hinterher sieht alles ganz anders aus. Nach dem Krieg existieren die Ideale, für die zunächst gekämpft wurde, oft gar nicht mehr. Sie fallen zusammen. So, wie gestapelte Kartenhäuser. Die Donaumonarchie existierte nach dem ersten Weltkrieg nicht mehr, der deutsche Kaiser, William II, dankte ab. Schlechte Zeiten für Patrioten!

Damit entsteht die Frage, wie weit den Aussagen der damaligen Politiker, die zum Krieg aufgerufen hatten, überhaupt Glauben zu schenken war. Um es ganz kurz zu machen – vollkommen ehrlich war keiner. Während es die jeweiligen Führungsspitzen mit wenigen Ausnahmen schafften, zwar nicht ihre Position, aber ihr Leben ebenso wie ihr Vermögen zu retten, starben hunderttausende Soldaten auf dem Feld oft einen grauenhaften Tod.

Die letzte Ruhestätte des Soldaten ist nicht mit Blumen geschmückt. Es brennt auch keine Kerze, so wie es auf zivilen Friedhöfen der Brauch ist. Wer sollte sich auch um das Grab kümmern? Damals, während der großen Weltkriege, wurden Millionen von Menschen vertrieben. Die Mitlieder der Familie des Toten sind vielleicht genauso umgekommen wie er, nur, ohne dass jemand über deren Verbleib Bescheid weiß.

Was soll man dazu schon sagen? Dem Mädchen auf dem Bild fehlen die Worte, wie vielen anderen. Künstler, so wie Hannes Wader, gelang es, das, was sie empfinden, in Reimen zu fangen. Doch die meisten Gedichte verstauben zwischen den Buchdeckeln und niemand liest sie. Besser ist es, die Verse zu vertonen und über Auftritte oder über Datenträger dem Publikum näher zu bringen.

Jedes Leben ist unersetzlich. Niemand bekommt eine zweite Chance. Ist das Ziel, wofür ein Soldat sein Leben riskiert, wirklich wert, dafür zu kämpfen? Sind die Ideale, die verteidigt werden sollen, wirklich so zeitlos, wie es momentan den Anschein hat? Kann man den Politikern blindlings vertrauen? Fragen über Fragen, die sich eigentlich nicht ändern.

Als Hannes Wader sein Lied „Es wird Zeit“ schrieb, wurde es zu einer regelrechten Hymne der Friedensbewegung. Das ist kein Wunder, denn auch nach den großen Weltkriegen entwickelten sich die Waffensysteme immer weiter. Damals, in der Zeit des kalten Krieges, hatten viele Menschen Angst davor, dass es zu einem Atomkrieg kommen könnte, der die Zivilisation, wie wir sie kennen, ein für allemal auslöscht.

Spricht Hannes Wader nicht damit jenes stillschweigende Versprechen an, dass diejenigen, die den zweiten Weltkrieg überlebten, ihren Kindern und Enkelkindern gaben, sie würden wachsam sein und für den Frieden kämpfen?

Die Gefahr, dass sich im Mittleren Osten ein größerer Krieg anbahnen könnte, besteht nach wie vor. „Es an der Zeit“, für all jene, die keinen großen Krieg im Mittleren Osten wollen, an Politiker und Zeitungen zu schreiben, Petitionen zu unterzeichnen und demonstrativ eine Friedensfahne aus dem Fenster zu hängen.

Die Zeit, um etwas gegen einen möglichen Irankrieg zu unternehmen, läuft ab, d.h. sie ist eigentlich schon vorbei (25.10.2007, Jpost.com, 30.10.2007, CFR.org). Nur US-Außen- ministerin Condoleezza Rice steht noch unbedingt zu einer diplomatischen Lösung (25.10.2007, CFR.org).

Bilder: Hannes Wader, Soldatenfriedhof in der Champagne

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Über den Reiz verbotener Bücher

Oktober 30, 2007 um 12:12 pm | Veröffentlicht in Generell, Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Skandale, USA, Verständigung, Without Clash | Hinterlasse einen Kommentar

Mit seiner Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie schoss der Begründer der islamischen Revolution im Iran, Ayatollah Ruhollah Khomeini dem Islam ein beachtliches Eigentor. In einer Zeit der Reizüberflutung durch die Medien, in einer Situation, in der Autoren, Journalisten und Hobbyschriftsteller durch Veröffentlichung ihrer Websites, Magazine und Bücher sehr oft vergeblich versuchen, Beachtung zu finden, hätte sich ohne einen zünftigen Skandal rund um sein Werk kaum jemand für Salman Rushies „Satanische Verse“ interessiert.

Doch gerade durch die Aufregung, die das Werk durch die Verurteilung durch die Mullahs erzeugte, wurden der Autor der „Satanischen Verse“ weltbekannt. Eine vergleichbare Entwicklung der Beachtung durch die Öffentlichkeit findet sich vielleicht noch bei der Erfolgsstory des den katholischen Glaubensbereich betreffenden Buches „Sakrileg“ von Dan Brown.

Die Medienberichte betreffend „Sakrileg“ gehen übrigens nicht direkt auf eine Verurteilung des Buches durch den Vatikan zurück, sondern auf den Bericht über eine Konferenz, die der Erzbischof von Genua, Kardinal Tarcisio Bertone abhielt. Während des Vortrages wurde auf einige Schwerpunkte des Romans eingegangen und die Empfehlung ausgesprochen, das Buch weder zu lesen noch zu kaufen (16.3.2005, Radio Vatikan). Dies verhinderte weder den Erfolg des Buches und hielt noch nicht einmal geschäftstüchtige Autoren davon ab, „Anti-Sakrileg-Bücher“ auf den Markt zu bringen (Sakrileg-Betrug).

Ebenfalls werbewirksam hielt sich das Gerücht, die nette Jugendbuchserie „Harry Potter“ von Joanne Kathleen Rowling wäre auf dem Index des Vatikans gelandet. Diese Geschichte bezieht sich auf zwei kurze Briefe, die der jetzige Papst Benedikt IV, damals noch Kardinal Ratzinger im Amt als Präfekt der Glaubenskongregation, an die Potter-Kritikerin Gabriele Kuby (Gabriele Kuby, Harry Potter – gut oder Böse, fe-medienverlag Kisslegg) geschrieben hatte (14.7.2005, Radio Vatikan). Die Originaltexte dieses Briefwechsels können auf der Homepage von Gabriele Kuby eingesehen werden (Gabriele Kuby).

Der Konsultor des Päpstlichen Kultur-Rates, Peter Fleetwood untersuchte das Phänomen Harry Potter dann nochmals und beurteilte es positiv. Der Vatikan veröffentlichte am 20.5.2007 eine Entwarnung (20.7.2005, Radio Vatikan). Gabriele Kuby legte daraufhin Widerspruch ein. Die Diskussion, deren Inhalt vom Erhabenen bei weitem ins Lächerliche kippt, dürfte noch nicht ganz beendet sein (Kath.net). Die Anzahl der Vorbestellungen des siebenten Bandes der Harry Potter-Reihe, „Harry Potter and the Deathly Hollows“ erreicht trotzdem schwindelnde Höhen (Pressetext).

Die unterschwelligen Animositäten der Kirche gegen alles „Magische“ könnten weit eher als durch die Bücher der englischen Autorin durch den unglücklichen Umstand bedingt sein, dass im Kongo immer wieder Familien ernsthaft glauben, ihre Kinder wären verhext. Solche Kinder werden ausgestoßen, von Scharlatanen „behandelt“ und landen letztendlich ausgebeutet und kriminell geworden in großer Anzahl auf Kinshasas Straßen (14.7.2005, Radio Vatikan).

Was Salman Rushdie betrifft, könnten die Mullahs seine Verse, die die Grundfesten des islamischen Glaubens angreifen, nicht mehr zum Verschwinden bringen, selbst dann nicht, wenn es ihnen gelingen würde, Rushdie zu töten. Sie werden sich damit abfinden müssen, dass sie Salman Rushdie durch ihre irrational aggressive Kritik an seinem umstrittenen Buch fast mehr noch zum Erfolg verholfen haben, als der von ihnen geschmähte Autor selbst durch das Schreiben seiner mittlerweile weltweit bekannten Zeilen. Ohne die Drohungen, die der bekannte Schriftsteller von fundamentalistischer Seite erhalten hat, hinunterspielen zu wollen, taten ihm also die Mullahs fast noch einen Gefallen.

Bild: Salman Rushdie

Grüße aus Salzburg

August 10, 2007 um 4:55 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Frauen im Islam, Publikationen, Videos | Hinterlasse einen Kommentar

Wenn von „Zwangsverheiratungen“ und „Leibeigenschaft“ gesprochen wird, dann – denken Salzburger Festspielgäste zumindest heuer daran, dass es noch nicht allzu lang her ist, dass in Russland Leibeigene das Feld bestellten (1601-1861). Der große Dichter Alexander Sergejewitsch Puschkin (1799-1837) beschrieb seine Empörung über diesen Missstand mit folgenden Worten (Puschkin und die Schillerzeit):

Oh, warum kann mein Wort die Herzen nicht empören?
Warum muss diese Glut in mir vergeblich glühn?
Und warum ward mir nicht Beredsamkeit verliehn?
Seh ich einst frei mein Volk? Wann lösen sich die Bande
Der schnöden Sklaverei, weil es der Zar gebot?
Wann endlich steigt empor ob meinem Vaterlande
Der wahren Freiheit schönes Morgenrot?

Puschkin wurde bei einem Duell erschossen. Das war zur damaligen Zeit nichts Ungewöhnliches. Noch am Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte es nahezu zur Tagesordnung, dass sich Offiziere, die sich in ihrer „Mannesehre“ beleidigt fühlten, gegenseitig den Fehdehandschuh ins Gesicht warfen, um dann unter Aufsicht ihrer Sekundanten gegeneinander zum tödlichen Kampf anzutreten.

Unter anderem von einem Duell handelt auch eines der bekanntesten Werke des Dichters, Eugen Onegin (1823-1830). Die „elegischen Verse“ bildeten die Basis für das Libretto für die Oper (Wiki). des bekannten Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

Die Premiere der Oper bei den Salzburger Festspielen am 29.7.2007 wurde auch dadurch ein besonderes Ereignis, dass niemand Geringerer als Daniel Barenboim das Orchester dirigierte (30.7.2007, ORF.at). Der in Argentinien geborene Jude Daniel Barenboim erreichte in der Musikwelt nicht nur als großer Dirigent Weltruhm, sondern er gab auch stets sein Bestes darin, sein Können zur Verständigung zwischen den Völkern einzusetzen. Er organisierte Konzerte, in denen Israeli und Palästinenser gleichzeitig spielten und wagte sogar, in Israel ein Stück aus Wagner´s Tristan und Isolde zu spielen.

Woran Daniel Barenboim wohl heuer während der Aufführung von „Eugen Onegin“ gedacht hat? Ganz am Anfang erzählt die Mutter von Tatjana, sie selbst wäre als 13-jähriges Mädchen wider ihren Willen verheiratet worden – genauso, wie es jetzt noch in manchen islamischen Ländern der Brauch ist. Das Mädchen, Tatjana, beschließt darauf hin, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und schreibt einen Brief an den Held ihres Herzens, Eugen Onegin. Möge diese berührende Szene, hier gesungen von der russischen Sängerin Anna Samuil, ebenso wie einige andere aus dieser Oper daran erinnern, dass die Zeit, in der sich auch in christlichen Gesellschaften erhebliche Missstände fanden, noch gar nicht so lange her ist:



Bild: Daniel Barenboim

Islamobolschewismus II

August 6, 2007 um 8:58 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Middle East, Publikationen, Skandale | Hinterlasse einen Kommentar

Als ich versuchte, etwas über die Herkunft des Begriffes Islamobolschewismus herauszufinden, stieß ich auf einen Artikel des deutsch-israelischen Schriftstellers Chaim Noll mit der Überschrift „Aura der Angst„. Darin versucht er, zwischen dem Islam und dem Marxismus bzw. Bolschwismus Parallelen zu ziehen.

Dabei beruft er ausdrücklich, sich auf den bekannten Philosophen und Mathematikers Bertrand Russell (Wiki). Bertrand Russel, das sollte man vielleicht dazusagen, lehnte Religionen grundsätzlich ab. Eines seiner bekannteren Zitate lautet: „Ich betrachte die Religion als Krankheit, als Quelle unnennbaren Elends für die menschliche Rasse.“ Ein anderes Mal beschrieb er ausdrücklich, weswegen er kein Christ ist (Warum ich kein Christ bin).

Bertrand Russel engagierte sich als Pazifist und setzte sich auch für Frauenrechte ein. Als Kriegsdienstverweigerer kam er sogar einmal ins Gefängnis. Zusammen mit Jean Paul Sartre initiierte er das Vietnam-Tribunal gegen die USA und setzte sich bei der Bewältigung der Kuba-Krise persönlich ein, indem er Briefe an Chruschtwow schrieb.

Abgesehen davon, dass jemandem wie Bertrand Russell durch dessen Qualifikationen, durch seine Werke und durch seinen persönlichen Einsatz ohnehin eine Sonderstellung eingeräumt werden muss, bezweifelt ohnehin niemand, dass besonders in der Frühzeit des Islam dem Koran eine besonders große Bedeutung bei der Ausweitung des arabischen Machtbereiches zukam.

Hier einige seiner kritischen Bemerkungen über den Islam:

Bolshevism combines the characteristics of the French Revolution with those of the rise of Islam“… „Marx has taught that Communism is fatally predestined to come about; this produces a state of mind not unlike that of the early successors of Mahommet.“…Mahommedanism and Bolshevism are practical, social, unspiritual, concerned to win the empire of this world … What Mahommedanism did for the Arabs, Bolshevism may do for the Russians.(<Irainc.com).

.

In seinem Buch Theory and Practice of Bolshewism schreibt er sogar:

„Mohamedanismus und Bolschewismus sind praktisch auf das Gesellschaftliche orientiert, nicht auf das Spirituelle, und ganz damit beschäftigt, das Reich dieser Welt zu gewinnen.“

Berücksichtigen muss man bei der Beurteilung seiner harten Worte aber, dass der bereits 1872 in Wales geborene Bertrand Russell den Zerfall des großen ottomanischen Reiches erlebte. Man erinnert sich daran, dass die Türkei im ersten Weltkrieg auf der Seite der Mittelmächte, also gegen die Engländer gekämpft hat. Deutschland baute damals zusammen mit der Türkei die Bagdadbahn. Als günstige Bauarbeiter herangezogen wurden damals die Armenier.(Bagdadbahn).

Die harten Worte, die Bertrand Russell damals sprach, stammen aus dem Jahr 1920. 4 Jahre danach schaffte der große Reformer Kemal Atatürk offiziell das Kalifat ab. (Wiki).

Im Jahr 1920 wurde Russland noch von einer provisorischen Regierung geleitet. Die UDSSR wurde erst 1922 als sozialistischer Staat ausgerufen. Obwohl die Kommunisten während der Oktoberrevolution und des Bürgerkrieges in Russland bereits ein aggressives Gesicht zeigten, ahnte zum damaligen Zeitpunkt noch niemand, zu welchen Gräueltaten die Kommunistischen Regime eines Tages fähig sein würden. Die extrem negative Bedeutung des Begriffes „Bolschewismus“ entstand also erst später. Zu trauriger Berühmtheit erreichte in diesem Zusammenhang der von den Nationalsozialisten verwendete Begriff „Jüdischer Bolschewismus“ (Wiki).

Zu den finsteren Seiten der kommunistischen Regierungen in der UDSSR gehörte, dass Gläubige in großem Ausmaß verfolgt wurden. Man weiß, dass viele Christen verhaftet, verschleppt und getötet wurden. Weniger bekannt ist, dass auch Juden und Moslems dafür büßen mussten, wenn sie zu ihrem Glauben standen. Die Macht der Sowjetunion ging erst 1991 zu Ende.

Im Afghanistankrieg (1979-1989) konnten die Taliban die Rote Armee besiegten. Abgesehen von einer empfindlichen Schlappe in den Augen der Öffentlichkeit erlitt die Sowjetunion einen großen wirtschaftlichen Schaden, der zum Fall des Eisernen Vorhanges beitrug. Man erinnert sich, am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Der afghanischen Bevölkerung allerdings fügte der Krieg großes Leid zu.

Auf diesem geschichtlichen und theoretischen Hintergrund, den ich hier ein wenig herausgearbeitet habe, möchte ich jetzt auf die Schlussfolgerungen des Chaim Noll näher eingehen. Chaim Noll gibt als Unterschied zwischen Islam und Marxismus an, dass letzterer im Gegensatz zum Islam atheistisch ist und dass die Frauen im Kommunismus eine höhere Stellung als im Islam einnimmt.

Chaim Noll schreibt beiden Bewegungen, sowohl dem Islam, als auch dem Bolschewismus, einen globalen Machtanspruch zu. Dies ist, was den Islam betrifft, nur bedingt richtig. Mohammed selbst riet seinen Anhängern knapp vor seinen Tod, doch nach Norden zu ziehen, um fruchtbares Land zu finden, dorthin also, wo damals das oströmische gegen das persische Reich kämpfte. Neben dem Wunsch, die neue Religion auszubreiten und dabei zusätzliche Ländern zu erobern, spielten individuelle Interessen und Pläne einzelner Anhänger der damaligen Zeit ebenfalls eine große Rolle. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts war die tief empfundene Religiosität, die zunächst die Ausbreitung des Islams begleitet hatte, schon längst abgelöst von einer wesentlich pragmatischeren Haltung.

Zur Zeit nutzen im Nahen und Mittleren Osten verschiedene politische Kräfte die Wiedererweckung religiöser Gedanken. Die Israeli besannen sich auf das Alte Testament, welches ihnen das „Gelobte Land“ zuschreibt. Saudi Arabien entdeckte Mekka als Machtzentrum und schuf sich aus den Lehren des Muhammad ibn Abd al-Wahhab eine eigene Staatsdoktrin, die in erster Linie dazu diente, den islamischen Machtbereich schützen. Last not Least vertritt der Westen unter dem Titel, die dortigen Länder zu „demokratisieren“, ebenfalls massiv seine Interessen.

Der Iran nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als die dortige Mullah-Regierung in diesem Land einen „Gottesstaat“, dessen Rechtsprechung auf dem Koran beruht, implementiert hat. Viele andere islamische Länder wie etwa Marokko bemühen sich schon längst um eine vergleichsweise moderate Rechtssprechung. Die Einführung von „Frauenrechten“ in solchen Ländern scheitert in der Praxis eher daran, dass zu wenig Schulen und Arbeitsplätze für Frauen bzw. Kinderbetreuungsstätten vorhanden sind.

Es ist nicht richtig, dass eine islamische Gesellschaft eine Art Kollektiv bildet. Der Vervollkommnung des Einzelnen durch Gebet, Studium und gute Taten wird ebenso wie der Gründung einer Familie sehr große Bedeutung zugemessen. Auch, wenn man davon ausgehen kann, dass es ein übergeordnetes Zugehörigkeitsgefühl gibt, entsteht zum Teil in den islamischen Ländern sehr starker Nationalismus bzw. der Einfluss großer und mächtiger Familienclans.

Es ist nicht wahr, dass die Moslems, die Welt, so wie sie ist, ablehnen. Im Gegenteil, verglichen mit der lebensfeindlichen römisch-katholischen Kirche empfinden es die Moslems als unnatürlich, wenn jemand ledig bleibt und genießen abgesehen von Alkohol, Rauschgift und Glückspiel gerne die Annehmlichkeiten des Lebens. Obwohl soziale Verpflichtungen bestehen, ist Eigentumsbildung nicht verboten.

Noam Chaim vergleicht die Verwendung des Wortes „Frieden“ durch islamische Politiker mit jener der sowjetischen. Er übersieht dabei, dass sich nahezu jede Regierung versucht, mit dem Wort Frieden zu schmücken. Obwohl von einem Moslem je nach Landesgesetz die Einhaltung islamischer Lehren und Gesetze verlangt werden, besteht kaum jene hündische Unterwerfung unter Führungspersönlichkeiten wie manchmal vermutet. Eine solche Haltung entsprach niemals dem Wesen der freiheitsliebenden Beduinen. Selbst, wenn manche Machthaber im islamischen Ländern versuchen, einen Personenkult zu initiieren, machen sie sich damit eher lächerlich, als dass sich ihre Gefolgschaft steigert.

Chaim Noll sieht die Auseinandersetzung der Moslems als eine Art Klassenkampf. Das ist wenigstens nicht ganz falsch, denn durch die massive Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen des Westens im islamischen Raum entsteht Widerstand gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik, die im Zug der Globalisierung auf Marktöffnung drängt und damit der Ausbeutung von Drittländern Türen und Tore öffnet. Aber der Widerstand gegen diese Vorgangsweise formiert sich in Südamerika genauso. Je nach dem, welche Option sich gerade als günstiger erweist, positionieren sich islamische Politiker gelegentlich durchaus auf der Seite der westlichen Kapitalisten wie zur Zeit etwa Pakistan´s Präsident Musharraf.

Ein bekannter Iran-Experte, Professor Everand Armaian (History) hob auch hervor, dass es Ayatollah Khomeini ein Anliegen war, auch die Mittelklasse anzusprechen.

„Fanatic,“ „dogmatic,“ „fundamentalist“–these are the words most often used in the West to describe the Ayatollah Khomeini. The essays in this book challenge that view, arguing that Khomeini and his Islamic movement should be seen as a form of Third World political populism–a radical but pragmatic middle-class movement that strives to enter, rather than reject, the modern age. Ervand Abrahamian, while critical of Khomeini, asks us to look directly at the Ayatollah’s own works and to understand what they meant to his principal audience–his followers in Iran. Abrahamian analyzes political tracts dating back to 1943, along with Khomeini’s theological writings and his many public statements in the form of speeches, interviews, proclamations and „fatwas“ (judicial decrees).

What emerges, according to Abrahamian, is a militant, sometimes contradictory, political ideology that focuses not on issues of scripture and theology but on the immediate political, social, and economic grievances of workers and the middle class. These essays reveal how the Islamic Republic has systematically manipulated history through televised „recantations,“ newspapers, school textbooks, and even postage stamps. All are designed to bolster the clergy’s reputation as champions of the downtrodden and as defenders against foreign powers. Abrahamian also discusses the paranoia that permeates the political spectrum in Iran, contending that such deep distrust is symptomatic of populist regimes everywhere (Buch.de)

Die von Chaim Noll geäußerte Ansicht, dass der Islam pauschal andere Menschen in Gläubige und Ungläubige unterscheidet, kann man dagegen nicht als korrekt bezeichnen.. Manche Glaubensgemeinschaften, wie die Juden, Christen und Anhänger des Zoroaster genießen als „Leute des Buches“ einen höheren Status in islamischen Ländern, manche werden überhaupt abgelehnt, so wie die Bahai. Dann kennt der Islam noch die Ungläubigen, die keiner oder einer exotischen Glaubensgemeinschaft angehören. Diese Grenzen verschwimmen oft, werden unterschiedlich ausgelegt oder auch manchmal überhaupt ignoriert.

Am Schluss seiner Arbeit zitiert Chaim Noll den Islamkritiker Daniel Pipes: „Islamismus ist der dritte Totalitarismus. Er wurde in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts geboren und von Kommunismus und Faschismus inspiriert“. Der militante Islamismus geht tatsächlich auf einige radikale Persönlichkeiten zurück, deren Lehren relevant vom ursprünglichen Islam abwichen wie eben jene des ibn Abd al-Wahhab. Insgesamt also hat sich Chaim Noll mit seinem Versuch, zwischen dem Islam und dem Kommunismus Parallelen zu ziehen, wahrhaft weit verlaufen.

„The New Middle East“

Mai 5, 2007 um 12:48 pm | Veröffentlicht in Middle East, Publikationen, Skandale, World War IV | 1 Kommentar

Eine seltsame Meldung: Offensichtlich setzen die USA unter anderem auch Mitglieder der durch ihren Widerstand gegen die türkische Regierung bekannten Terrororganisation PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) undercover gegen den Iran ein. (Sami Moubayad, 27.3.2007, Asia Times Online, Gregory Elich, 23.3.2007, Globalresearch, Seymour Hersh, 4.2.2007, Kavkacenter).

Parallel dazu fand ich in einem (türkischen) Tagesspiegel Vorwürfe über die Unterstützung der PKK bzw. über die PJAK (Party of Free Youths of Kurdistan), deren Ableger im Iran durch die USA (Erdal Safak, 3.5.2006, Kommentar des Tages: Komplizierte Angelegenheiten). Ebenfalls erwähnt der demokratische Kongressabgeordnete Dennis J. Kucinich sogar in einem Brief an G.W.B., der die US-Unterstützung von Terrorgruppen im Iran kritisiert, neben der mittlerweile bekannten MEK (Mujahedin e-Khalq) auch die PJAK, hier als PEJAK (Party for a Free Life in Kurdistan) bezeichnet, ebenso die Balochis (Quelle). Die Bemerkung über die „Balochis“ erinnerte mich an einige Zeilen aus einem Artikel in der Asia Times Online:

This development has broader implications. An immediate one could be a revival in the movement for a greater Balochistan. Ethnically, Baloch areas exist in Afghanistan, Iran and Pakistan. Pakistani Balochistan is known as the „Third International“ as it is the most important segment of the Baloch regions and could play an important role as a catalyst for revolution in Afghanistan and Iran.

Inflammatory issues such as Pashtunistan and „Greater Balochistan“ have the potential to slice the existing power bases in Afghanistan, Pakistan and Iran. Iranian Balochis, for example, are culturally and religiously (being Sunnis) as well as politically (liberal) totally different from the majority of Shi’ite Iran (Syed Saleem Shahzad, 25.10.2003, Asia Times Online).

Alles zusammen irritierte mich deshalb, weil er mich an einen andere ungewöhnliche Veröffentlichung erinnerte, die ich an anderer Stelle gelesen hatte. Da mir die in „Redraw Middle East“ ausführlich beschriebene Idee, im M.E., Türkei inklusive, die Grenzen willkürlich zu ändern, auf ersten Blick als recht unwahrscheinlich erschien, verfolgte ich diese Spur zunächst nur kurz, fand aber dabei einen Plan jüngeren Datums, der bereits an einigen Stellen im Internet veröffentlicht wurde.

Die neue Landkarte, die dabei entstehen soll heißt „The New Middle East“ (Mahdi Darius Nazemroaya, 18.11.2006, Redraw Middle East). Die gleiche Grafik findet sich aber auch in einem Artikel von Ralph Peters in der Militärzeitschrift „US’ Armed Forces Journal 06/2006“ zusammen mit einer detaillierten Beschreibung für „Plans Redrawing Middle East„. Über diesen Artikel wurde bereits öffentlich diskutiert (13.7.2006, Claude Salhani, Khaleej Times Online, Anmerkung: Khaleej Times Online ist eine englischsprachige Online-Zeitschrift, die in Dubai und in den amerikanischen Emiraten herausgegeben wird.).

Um nicht eines Tages von unangenehmen Geschehnissen überrascht zu werden, sollte man vielleicht neben den bisher bekannten Kriegs- und Krisengebieten auch „New Middle East“ im Auge behalten. Ich bin betreffend Recherchen über diese Vorlage zu neuen strategischen Abenteuern noch nicht weit genug vorgedrungen genug, um mir definitiv eine Meinung zu bilden. Es scheint sich zur Zeit im Nordirak zum Ärger der Türkei die Bildung eines kurdischen Staates abzuzeichnen. (Güncelleme, 22.8.2006, MSNBC).

Die Türkei steht zur Zeit am Scheideweg. Es ist noch nicht einmal sicher, dass sich bei den Wahlen dieser Tage ebenso wie in der Vergangenheit eine säkulare Regierung durchsetzen kann. Insgesamt könnte ich mir also lediglich vorstellen, dass ein Blick auf diese neue Karte zwar keinen Blick in die Zukunft bietet, aber besonders im Hinblick auf die Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU, doch recht interessant ist.

Bild: Map of the New Middle East

Dr. Helen Caldicott

April 30, 2007 um 5:56 pm | Veröffentlicht in Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Q´chott, Videos, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, Without Clash, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Die Ärztin Dr. Helen Caldicott ist die Präsidentin des Nuclear Policy Research Institute, die Gründerin der Gesellschaft Physcians for Social Responsibility, die Gewinnerin des 2003 vergebenen Lannan Prize for Cultural Freedom und eine Anwärterin für den Nobelpreis. Das Smithsonian Insitute ebenso wie das Ladies´Home Journal bezeichneten sie als eine der einflussreichsten Frauen des 20. Jahrhunderts. Von 19 Universitäten wurden ihr Ehrentitel verliehen. Sie verbringt ihre Zeit in Australien ebenso wie in den USA. Dort engagierte sie sich die letzten dreißig Jahre für eine internationale Kampagne, um die Öffentlichkeit über Gefahren des nuklearen Zeitalters aufzuklären (Quelle).

Genaue Informationen über ihre Person entnehme man folgenden Aufstellungen, ihrer Biographie und ihrem Lebenslauf, der durch detaillierte Angaben über ihre zahlreichen Qualifikationen und Ehrentitel selbst für eine prominente Persönlichkeit weit über den üblichen Rahmen herausragt.

Mir fiel Dr. Coldicott zunächst durch den Artikel „Nuclear Power is still a deadly propossition“ auf, in dem sie sehr überzeugend ihre Bedenken betreffend die Verwendung von Kernenergie schildert (17.8.2004, Globalresearch.ca). Wie man weiß, gehört zu den Problemen im Zusammenhang mit der Energieversorgung westlicher Staaten nicht nur die Frage, wie radioaktiver Müll sicher entsorgt werden könnte, sondern auch die besonders von Umweltschützern geforderte Reduktion des CO2-Ausstoßes. Auch hier setzt Dr. Caldicott an. Das von ihr gegründete Nuclear Policy Research Institute (NPRI) arbeitet an einem sehr ehrgeizigen Plan, an einer „Roadmap for a Zero-CO2 Energy Future„.



Ihrer Meinung nach geht die Entwicklung der Atomwaffen in eine völlig falsche Richtung, die weder der Sicherheit noch der Wirtschaft dient. Dr. Helen Caldicott befürwortet eine umfangreiche Abrüstung und Vernichtung der bestehenden Atomwaffen.

Zu den Plänen der jetzigen US-Regierung gehört auch die Aufrüstung im Weltall. Eingeführt wurde dieses Projekt unter Ronald Reagan unter dem Namen SDI oder Star Wars. Die Verlagerung hochentwickelter Rüstungstechnologie in den Weltraum lässt sich nicht so ohne weiteres als unbedenklich einstufen. Bereits bis jetzt entstanden erhebliche Schäden in der Atmosphäre. Auch darüber handelt eines ihrer Bücher.

Dr. Helen Caldicott ist Mutter dreier Kinder. Dies könnte sie ebenso wie eine andere Veröffentlichung betreffend Schäden an ungeborenen Kindern durch radioaktive Strahlung, für die sie das Vorwort verfasste (Gayle Greene, The Woman Who Knew Too Much: Alice Stewart and the Secrets of Radiation), motiviert haben, am Schicksal der durch die Anwendung radioaktiv verseuchter Munition erkrankter oder behinderter Kinder in Kriegsgebieten besonders Anteil zu nehmen. Sie arbeitet mit dem Traprock Peace Center zusammen und setzt sich dafür ein, dass dieser unglaubliche Skandal der Öffentlichkeit bekannt wird:

Helen Caldicott on Depleted Uranium

Es ist nicht so einfach, Gesundheitsschäden durch den Einsatz von DU zu beweisen, wie es auf ersten Blick aussieht. Die Soldaten sind während ihrer Einsätze vielen gefährlichen Einflüssen ausgesetzt. So sind z.B. die verordneten Impfungen wie die gegen Anthrax oft nicht ohne Nebenwirkungen und die Soldaten kommen auch vielfach mit anderen gefährlichen Chemikalien in Berührung.

Mittlerweile konnte der Verdacht, dass der Kontakt mit DU zu sehr schädlichen Langzeitwirkungen führt, dass die Anzahl der Missbildungen bei ungeborenen Kindern und insgesamt die Krebsrate in den Kriegsgebieten ansteigt, durch exakte, wissenschaftlichen Kriterien entsprechende Untersuchungen untermauert werden (siehe auch Posting). Von Dr. Helen Caldicott erhältlich ist ein Dokumentarfilm auf DVD zu diesem traurigen Thema, und zwar „Poison Dust“:

This is a full-length documentary film that takes a close look at the dangers of radioactive Depleted Uranium Weapons to innocent civilians and our own troops. Could U.S. troops serving in Iraq or elsewhere come home severely damaged-even if they avoided getting killed or wounded? Poison Dust tells the story of young soldiers who thought they came home safely from the war, but didn’t.

Als Friedensaktivistin unterzeichnete Dr. Helen Caldicott zusammen mit Mr Hans-Christof Von Sponeck, dem UN-Koordinator für humanitäre Hilfe im Irak von 1998 -2000, und anderen Prominenten auch die Kuala Lumpur Declaration vom 17.12.2005, die die Absicht beinhaltet, Krieg in Zukunft zu kriminalisieren. Auf den folgenden Videos spricht sie über die Gefahren der Aufrüstung und eines weiteren Atomkrieges:






Bücher:

  • Helen Coldicott, Nuclear Power is not the Answer; New Press, 2006
  • Helen Coldicott, The new nuclear danger: George W. Bush’s Military-Industrial Complex, Revised and Updated Edition, New Press, 2004
  • Helen Caldicott, Craig Eisendrath, War in Heaven: Stopping the Arms Race in Outer Space Before It’s Too Late, New Press 2007
  • Rosalie Bertell, Helen Caldicott, Poison Dust, 2006
  • Helen Coldicott, If you love this planet, W. W. Norton & Company, 1992
  • Helen Coldicott, Nuclear Madness: What You Can Do, W. W. Norton & Company, Revised edition, 1994
  • Helen Caldicott, Atomgefahr USA Die nukleare Aufrüstung der Supermacht, Diederichs GmbH & Co. KG, Verlag Eugen, 2003 (deutsch)

Homepage: Nuclear Research Institute

Bilder: Dr. Helen Caldicott, Poison Dust

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