Über die „Prager Rede“

April 7, 2009 um 9:56 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Democrats, Generell, Gesellschaft, USA, Verständigung, Waffen, Wirtschaft, Without Clash | Hinterlasse einen Kommentar

Als Obama Barack am 5. April 2009 in Prag seine Rede hielt, erregte jene Passage, in der er über  eine atomwaffenfreie Welt als Ziel sprach, erhebliches Aufsehen. Mit einem so überschwänglich geäußerten Bekenntnis zum Frieden aus den USA hätten noch vor wenigen Monaten kaum jemand gerechnet:

Ich möchte heute also ganz deutlich und mit Überzeugung Amerikas Bereitschaft erklären, den Frieden und die Sicherheit in einer Welt ohne Atomwaffen anzustreben ¹.

Die meisten Leute freuten sich. Dies verwundert nicht. Bereits die Ankündigung, in Zukunft die Ratifizierung des Vertrags zu Atomteststopps (CTBT)zu unterstützen, sollte außerdem für Begeisterung sorgen (5.4.2008, nachrichten.at). Nach der langen Zeit des „Kalten Krieges“, in der eine mögliche Konfrontation zwischen den USA und der damaligen UDSSR als riesige Bedrohung für alles Leben auf der Erde angesehen wurde, sind West- ebenso wie Osteuropäern außerdem sämtliche Atomwaffen ohnehin suspekt. Auch Politiker oder andere prominenten Persönlichkeiten sparten nicht mit Applaus für den geäußerten Wunsch nach Abrüstung und Verständigung. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich zustimmend. Auf der Homepage von Radio Vatikan wurden Barack Obamas Sätze sogar von frenetischem Beifall begleitet.

Trotzdem erhoben sich auch kritische Stimmen. Das ist schwer verständlich, denn zur Beruhigung all jener, die ohne das Gefühl, dass die USA bis an die Zähne aufgerüstet sind, nicht schlafen können, versprach Barack Obama ohnehin, dass sich der totale Verzicht auf Atomwaffen nicht nur innerhalb seiner Amtszeit, sondern während seines ganzen Lebens kaum realisieren lässt.

Ich bin nicht naiv. Das Ziel wird sich nicht rasch erreichen lassen. Vielleicht auch nicht in der Zeit meines Lebens. Es wird Geduld und Beharrlichkeit erfordern. Aber jetzt müssen wir die Stimmen jener ignorieren, die sagen, dass die Welt sich nicht ändern kann. Wir müssen darauf bestehen und sagen: Yes, we can ².

Außerdem liegt es nahe, eine Verbindung zwischen der Finanzkrise und Entwicklungen der Rüstungsindustrie zu sehen. In diesem Jahr wurden freilich die Ausgaben für den militärischen Bereich sogar noch erhöht. Der US-Verteidigungsminister Robert Gates befürwortet allerdings eine Umschichtung der Komponenten. Dabei wird die Entwicklung futuristischer Waffensysteme gekürzt, die Produktion allzu aufwändiger Modelle eingestellt. Weiter ausgebaut wird allerdings der direkt einsatzfähige Teil des Militärs wie kleine Einheiten und die Ausrüstung ebenso wie die Versorgung der Soldaten. Das ist aber nötig, denn Barack Obama muss so schnell wie möglich die Kriege im Irak und auch den in Afghanistan beenden, um finanziellen Spielraum zu gewinnen (6.4.2009, spiegel.de).

Langfristig lassen sich aber die für die Sanierung der maroden Wirtschaft erforderlichen Mittel kaum anders als durch Kürzung des Rüstungsetats einsparen. Eine solche Maßnahme bedarf aber erfolgreicher Verhandlungen mit den Regierungen zur Zeit verprellter Länder. Dann erst kann eine Phase der Abrüstung eintreten. Jeder, der Abrüstungsverhandlungen skeptisch gegenüber steht, sollte wissen, dass hier Barack Obama kaum alleine agieren kann. Um den „Öl-Rüstungskomplex“ im eigenen Land zu besiegen, bedarf der neue US-Präsident jeder Unterstützung aus dem Ausland.

„Die Waffen nieder!“ So lautete 1889 die Überschrift des pazifistischen Romans der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner. Weder ihr Werk noch ihr Engagement konnten die großen Weltkriege in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts verhindern. Gerade deshalb wäre es aber an der Zeit, sich ihre Zeilen wieder ins Bewusstsein zu rufen. Wenn es gelingt, einen Teil jener Milliarden, die für die amerikanische Rüstungsindustrie pro Jahr ausgegeben werden, für die Deckung wichtiger Ausgaben heranzuziehen, dann wäre nicht nur die Welt sicherer und friedlicher als sie es jetzt ist, sondern auch die Finanzkrise ginge ihrem sicheren Ende entgegen.

Fußnoten ¹, ²: 5.4.2006, apa.at

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Gedanken zur Antrittsrede Obama Baracks

Januar 24, 2009 um 1:07 pm | Veröffentlicht in Democrats, Gesellschaft, USA, Verständigung, Without Clash | Hinterlasse einen Kommentar

Selbst von wohlwollenden Journalisten wurde Obama Barack im Wahlkampf gelegentlich vorgeworfen, dass sein Auftreten allzu selbstbeherrscht und kühl wirkt – so, als betrachte er alle Anliegen, die an ihn herangetragen würden, aus einer gewissen Distanz. Als der neue Präsident der USA jedoch auf den Stufen des Kapitols seine Antrittsrede hielt, versuchte er nicht einmal, so zu lächeln und um das Publikum zu werben, wie er es sonst tat. Hier stand er, Obama Barack, der neue Präsident der amerikanischen Staaten und zeigte ohne Scheu seine Gefühle.

Freilich ließ er sich nicht gehen. Keine Träne der Rührung trat in seinen Augen. Auch seine Stimme schwankte nicht, die Gestik blieb sparsam. Doch jedes Wort, das er sprach, wirkte echt und authentisch. Er sah aus, wie jemand, der schon längere Zeit darauf gewartet hatte, um genau dieses und jenes sagen und der außerdem von dem, was er behauptet, zutiefst überzeugt ist.

Bei den deutschen Berichterstattern kam die Ansprache offensichtlich gut an. Obama Barack redete davon, dass in Zukunft der Weg der Diplomatie eingeschlagen werden müsse, um mit den Gegnern einig zu werden. Er sprach vom „pursuit of happiness“, vom „Recht auf Glück“ für jeden, davon, dass die Großmacht USA die Hand hilfsbereit ausstrecken sollte und vom Zugehen auf ehemalige Feinde. Ebenso wie zur multikulturellen Gesellschaft bekannte er sich zu Gott. Schiller´s „Ode an die Freude“, Vorlage für die Europahymne, lässt grüßen, wenn auch in reichlich amerikanisierter Form.

Mich hat besonders jene Stelle seiner Rede beeindruckt, in der er darauf hinwies, dass die Erfolgsgeschichte der USA zeige, wie viel freie Menschen gemeinsam erreichen könnten, wenn sie es nur möchten. Die Bemerkung, dass er, der nunmehrige Präsident der Vereinigten staaten, als Schwarzer vor nur sechzig Jahren vermutlich noch nicht einmal in einem der anliegenden Gasthäuser etwas zu Essen bekommen hätte, konnte er sich nicht verkneifen.

Doch der Gedanke an Fortschritt und Entwicklung lässt sich noch weiterspinnen. Obama Barack´s Mutter ist Anthrophologin, das heißt, sie ist eine jener Forscherinnen, die sich wissenschaftlich mit der Herkunft der Menschheit auseinandersetzen. Für jemanden, der bereits von frühester Kindheit an mit der Überzeugung aufgewachsen ist, dass es die Menschheit von ihren Anfängen in der Oldoway-Schlucht bis zur Raumfahrt gebracht hat, ist der Glaube an weitere Entwicklungsschübe durchaus realistisch.

Von der Idee Idee, dass der Zeitpunkt der Schöpfung nur 6500 Jahre zurückliegt, Creative Design, hört man nun nichts mehr. Mit ihr gleichzeitig stirbt aber auch die Vorstellung der evangelikalen Fundamentalisten, dass die „Endzeitschlacht um Jerusalem“, die „Apokalypse“, kurz bevor steht. Unsere Welt, wie wir sie kennen, wird überdauern, vielleicht sogar noch einige Schritte nach vorn tun, wenn sich nur alle Mühe geben und fest daran glauben. Nach den letzteren Jahren, in denen immer wieder düstere Prophezeiungen Angst einjagten, ist dies eine erfreuliche Botschaft.

Sein Vorgänger George Bush dagegen wirkte wie versteinert. Besonders jene Sätze, in denen Obama Barack die Notwendigkeit der Schließung Guantanamos und eines generellen Folterverbotes betonte, schienen ihn zu treffen. Er sah aus, als wäre er in den letzten Tagen um Jahre gealtert. Nur mühsam raffte sich der Ex-Präsident auf zu einem letzten, einem gequälten Lächeln und winkte noch einmal kurz in die Menge. Dann dreht er sich um und stapfte hinaus, wie ein Relikt einer alten, schrecklichen Zeit, die nun hoffentlich für immer vorbei ist.

Doch endlich nun ist seine Amtszeit überstanden. Als Obama Barack seine Rede beendet hatte, wirkte er gelöst und glücklich. Er umarmte seine Frau Michelle und seine Töchter Sascha und Malia. Offensichtlich hatte es ihm besondere Freude gemacht, davon zu sprechen, dass er sich als Präsident der USA besonders für Bildung und Forschungsstätten einsetzen würde, damit der Weg zum Erfolg für zukünftige Generationen ebenso frei bleibt, wie er dies selbst als amerikanischer Staatsbürger erlebt hat.

Im Vorfeld seines Amtsantrittes hatten sich immer wieder kritische Stimmen gemeldet, die daran zweifelten, wie weit es diesem ungewöhnlichen Outsider und Aufsteiger mit den im Wahlkampf gegebenen Versprechungen ernst ist. Doch nun, nach Anhörung seiner Rede, sind alle Zweifel verflogen. Amerika hat diesmal mit Sorgfalt und Umsicht gewählt. Die Nacht ist vorbei und ein neuer Tag beginnt.


Obama Baracks Rede, englische Fassung: 20.1.2009, stern.de
Obama Baracks Rede, deutsche Übersetzung: 20.1.2009, stern.de

Aufstockung der deutschen Truppen in Afghanistan

Juli 29, 2007 um 4:58 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Democrats, Middle East, Skandale, World War IV | 2 Kommentare

Für jeden Terroristen sterben hunderte unschuldige Zivilisten. Und an deren Stelle treten ein paar künftige Terroristen. Wie soll das enden?
(Arundhati Roy [zitiert aus: SPIEGEL 44/01])

Soll Afghanistan nun kolonialisiert oder demokratisiert werden? Die Befürworter eines Afghanistaneinsatzes gehen davon aus, dass der traditionelle Stil, in dem Briten oder Franzosen ihre Kolonien unterwarfen, auch in Afghanistan Erfolg haben könnte. Die Briten versuchten übrigens ihr Glück auch einige Zeit lang in Afghanistan. Nach blutigen Kriegen, Rückschlägen und einer Teilung des eroberten Gebietes mussten die frühere Kolonialmacht nach einigen Jahrzehnten dem Land die Unabhängigkeit zugestehen und sich zurückziehen (Wiki). Es gelang ihnen über ihre direkte Herrschaft hinaus sichtlich nicht, die Bevölkerung vom Wert einer Verwestlichung zu überzeugen.

Das Land in eine Demokratie überzuführen sollte eigentlich heißen, die Mehrheit der Bevölkerung von dieser Regierungsform zu überzeugen und um deren Bereitschaft erreichen, sich selbst für eine Verbesserung der Verhältnisse einzusetzen. Selbst im Fall eines Sieges über die Taliban, einem Ereignis also, das in Anbetracht der Größe, der Unwegsamkeit dieses Landes und anderer Probleme wie Rauschgifthandel, Trockenheit und Spannungen zwischen den Ethnien ohnehin kaum eintritt, sehe ich in dem von Ihnen vorgeschlagenen Weg das Problem darin, dass eine gewaltsam erreichte Vormachtstellung kaum zu halten ist und langfristig einen erheblichen Rückschlag mit sich bringt.

Der Roten Armee, die zwölf Jahre lang in Afghanistan vergeblich kämpfte, fehlte es wahrlich nicht an Grausamkeit und Härte. Man kann der US-Army beim Kampf in Afghanistan oder im Irak kaum einen Vorwurf ersparen, aber nicht den, dass sie etwa zu weich war.

Dies brachte mich auf den Gedanken, dass diese Art zu kämpfen bei diesen regelrecht fanatisierten Taliban vielleicht die falsche Strategie ist. Sie kämpfen nicht in einer hierarchischen Ordnung wie europäische Heere und haben keine Angst zu sterben. Gesetzt den Fall, einer wird getötet, sorgt vermutlich der Rest seiner Familie dafür, dass „Blutrache“ kein leeres Wort bleibt.

Bereits während früherer Kämpfe in Afghanistan wurden etliche Taliban nicht getötet, sondern verstümmelt. So verlor zum Beispiel der Londoner Hassprediger Abu Hamsa Al Massri im Krieg gegen Russland gleich beide Arme und ein Auge (8.2.2006, Rainbow Online News). Auch der geistige Ziehvater O.b.L.´s, Mullah Omar, verlor im gleichen Krieg durch einen Schuss ein Auge.

Drängt sich nicht an dieser Stelle der Gedanke geradezu auf, dass viele Afghanen auf die USA, auf Russland, auf Europa, auf dem Westen zugewandte Regierungen ganz einfach so wütend sind wie Kapitän Ahab auf Moby Dick?

Wenn es zur Zeit im Norden auch nur ein wenig ruhiger ist als im umkämpften Süden, besteht doch zumindest die Möglichkeit, dass sich zwar langsam, aber doch, eine ruhigere Vorgangsweise durchaus bewährt hat. Bereits vor einigen Jahren wurde über einen Schulbuchskandal berichtet, in dem darauf hingewiesen wurde, die US-Regierung hätte in Afghanistan einen „militarisierten“ Koran vertrieben (22.3.2002, Washington Post). Hier könnte doch ebenfalls eine Nische entstanden sein, in die sich eventuell einhaken ließe.

Nach wie vor exportiert Afghanistan Rauschgift. Durch den zweifelhaften Handel mit Opiaten finanzieren ansässige Stammesfürsten immer wieder ihre Waffeneinkäufe. Durch die Kriege wurden zahlreiche Flüchtlinge in die Nachbarstaaten Iran und Pakistan vertrieben, darunter auch aggressive Terroristen. Zahlreich verstreute Landminen gefährden jeden, der dieses Land betritt. Die Umwelt ebenso wie das Grundwasser wurde auch durch giftige Chemikalien stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Bevölkerung geht es sehr schlecht.

Immer wieder verlangen US-getreue Fans, dass Deutschland seiner Bündnispflicht vermehrt nachkommen sollte. Sie vertreten die Ansicht, dass militärischer Einsatz geeignet sein könnte, den Widerstand der Taliban zu brechen und den Menschen dort Ruhe und Ordnung zu bringen. Wie ich es oben schon mehrfach anklingen ließ, fehlt nach den zahlreichen Fehlschlägen der US-Army vielen Europäern in den letzten Jahren der Glaube daran, dass der Krieg in Afghanistan mit den geeigneten Methoden geführt wird und den gewünschten Erfolg bringt. Auf die Detailfrage, wieweit sich verstärkter Einsatz des Militärs bewähren könnte bzw. von Deutschland als pflichtbewusstem Mitglied der NATO weit mehr unterstützt werden müsste, möchte ich hier eingehen.

Der Widerwille. der von einem Teil der Deutschen geäußert wird, wenn die Sprache darauf kommt, dass die militärische Präsenz in Afghanistan gehalten bzw. ausgebaut werden könnte, könnte auch zu einem großen Teil daher kommen, dass die US-Army selbst noch Kräfte im Irak gebunden hat, die sie ohne weiteres in Afghanistan einsetzen könnte. Es existiert ja sogar ein solcher Vorschlag, der einen Teilabzug im Irak vorsieht, und zwar der James Baker Plan (Wiki).

Bereits 2003 wurde in einem Artikel in der angesehenen Foreign Policy ein Bericht darüber veröffentlicht, dass zu wenig Aufmerksamkeit nach Afghanistan gerichtet wäre (Juli, August 2003, Foreign Policy).

Im Irak sind zur Zeit noch etwa 150.000 Soldaten stationiert. Was die Truppen im Irak betrifft, so bleibt es unklar, ob diese nicht doch bis 2009 weiterhin dort stationiert bleiben sollen (25.7.2007, Reuters).

Glaubt man aber einem Bericht von Esther Pan, wurde aber im Gegensatz zum geäußerten Bedarf im Vorjahr die Stärke der US-Truppen in Afghanistan von 20.000 Mann auf 16.000 zu reduziert. Eine Angabe über die Reduktion der Truppen in Afghanistan mit Zahlenangaben findet sich auch in einem Artikel auf der Homepage von Zeit Online aus dem Jahr 2006. Präsident Karzai soll Schwierigkeiten damit haben, seine Truppen zu bezahlen.

The coalition had planned to build the ANA (Afghan National Army) to 70,000 soldiers by 2008, still a modest figure to maintain security across Afghanistan. But Karzai’s government, which currently relies on international aid for nearly its entire budget, cannot afford to pay the salaries of its soldiers (27.6.2006, CFR).

Es besteht noch Bedarf an der Schulung für Mitglieder der Afghan National Security Forces (ANSF). Die Geldmittel für diesen Bereich wurden – so der Bericht – ursprünglich zu niedrig angesetzt. (GAO, S 4 f).

Ein Fachmann aus Johannesburg, der Insider Greg Mills, weist in seiner Analyse darauf hin, dass Wirtschaftshilfe besonders wichtig ist. Man sollte seiner Meinung nach auch die Macht von „Soft Power“ nicht ignorieren.

The death of one insurgent creates many more in societies where blood ties and nationalist zeal are stronger than ideology. This demands understanding what security means for local communities, which relates directly to the manner in which soft power is employed. (April 2007, CFR)

Einer der herausragendsten Kandidaten im nächsten Präsidentschaftswahlkampf, der Demokrat Obama Barak, könnte es sich sehr wohl vorstellen, dass er Truppen aus dem Irak abzieht, um jene in Afghanistan zu verstärken (14.7.2007, Obama 08).

Senator John Kerry, jener Präsidentschaftskandidat, der sich im Jahr 2004 geschlagen geben musste, schlug folgendes vor:

We need a new policy – the one the president promised when we went into Afghanistan in the first place. Where NATO allies have pledged troops and assistance to Afghanistan, they must follow through. But the United States must lead by example by sending in at least five thousand additional American troops. More elite Special Forces troops, the best counter-insurgency units in the world; more civil affairs forces; and more experienced intelligence units. More predator drones to find the enemy, more helicopters to allow rapid deployments to confront them, and more heavy combat equipment to make sure we can crush the terrorists. And more reconstruction money so that the elected government in Kabul, helped by the United States, not the Taliban helped by al Qaeda, rebuilds the new Afghanistan (14.9.2006, JohnKerry.com).

Trotzdem verkauft die USA gerade jetzt erst wieder Waffen an Saudi Arabien (27.7.2007, Welt.de). Mittlerweile dürfte aber bekannt sein, dass zwischen den Taliban und Saudi Arabien bereits seit Jahrzehnten Verbindungen bestehen.

In Deutschland kann niemand zum Dienst mit der Waffe gezwungen werden. Außer zur Verteidigung dürfen Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit es das Grundgesetz zulässt. Es finden sich, wenn man sucht, bestimmt Mittel und Wege, um Mitglieder des Bundesheers in Afghanistan als Übersetzer, Techniker, Ärzte oder auch im Schulungsbereich einzusetzen.

Außerdem befindet sich in Deutschland ohnehin ein großer US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein. Von Ramstein aus wurden auch Einsätze für den umstrittenen Irakkrieg geflogen. Auch in Spangdahlen existiert ein solcher Stützpunkt. An beiden sind deutsche Soldaten im Einsatz. Vom friesischen Hafen Emden aus konnten Britannien seine Truppen verschiffen (17.3.2006, IMI).

Hingewiesen an dieser Stelle sei noch auf die Interviews und Veröffentlichungen des angesehenen Nahost-Experten Peter Scholl Latour. Peter Scholl-Latour akzeptiert, dass in der Folge von 9/11 der Einsatz in Afghanistan nicht vermieden werden konnte.

Der langfristige Einsatz in diesem Land widerspricht aus seiner Sicht vernünftigen Überlegungen und der Krieg insgesamt ist seiner Meinung nach nicht zu gewinnen (28.11.2002, Universität Marburg). Er geht sogar davon aus, dass dadurch, dass sich die ISAF der NATO unterstellt hat bzw.von einem amerikanischen NATO-General geleitet wird, diese Organisation für die Afghanen nicht ausreichend sichtbar von der OEF abgegrenzt ist. Er bezeichnet die Position des Bundesheeres als unsinnig und ihre Stellung als gefährlich (23.5.2007, ZDF.de).

Afghanistan verdient in jeder Beziehung die Bezeichnung „Fass ohne Boden“. Es fehlen sicherlich noch Mittel für den Wiederaufbau, für die Errichtung von Schulen, Krankenhäusern und Verwaltungsgebäuden. Verletzte müssten betreut und Kranke gepflegt werden. Die Anzahl der Aidskranken in Afghanistan nimmt stark zu. Wenn also Deutschland seinen Verpflichtungen im Rahmen der NATO nachkommen möchte, bleibt in diesem Bereich noch jede Menge Spielraum nach oben.

This moment on earth

April 6, 2007 um 12:58 am | Veröffentlicht in Democrats, Gesellschaft, Publikationen, Vom Klima, Without Clash | Hinterlasse einen Kommentar

Wie verlangt man von einem Mann, dass er der Letzte ist, der für einen Fehler sterben muss?

Mit diesem Satz wurde John Kerry berühmt. Nicht nur in Amerika, sondern auf der ganzen Welt trauerten seine Fans, als er sich bei den US-Präsidentschaftwahlen im Jahr 2004 knapp gegen G.W.B. geschlagen geben musste. Nicht nur er persönlich (siehe auch engl. Wiki), sondern auch seine Frau Theresa Heinz Kerry (siehe auch engl. Wiki) verfügen über ausgezeichnete Qualifikationen.

Sieht man ein wenig näher hin, dann kann man sich nur noch an den Kopf greifen, wie es nur geschehen konnte, dass Senator John Kerry 2004 die US-Präsidentschafswahlen gegen G.W.B. verloren hat. Dieses Missgeschick hatte in erster Linie Ursachen, die innerhalb der Ausrichtung der demokratischen Partei lagen: Die „Demokraten“ vertraten die Zustimmung zur Fristenlösung. Während aber z.B. in Österreich Abtreibungen lediglich innerhalb der ersten drei Monate erlaubt sind, gestatteten manche US-Bundesländer Abtreibungen bis kurz vor der Geburt, sodass sogar bereits außerhalb des Mutterleibes lebensfähige Kinder abgetrieben wurden. Unter Präsident Bill Clinton waren Homosexuellen-Ehen gestattet. Ebenso wurde die „Stammzellenforschung“ während seiner Regierungszeit gefördert. Senator John Kerry selbst war geschieden und wiederverheiratet. Dies alles zusammen gefiel den christlichen Kirchen überhaupt nicht.

Nicht alle waren mit der Durchführung der letzten US-Präsidentschaftswahlen einverstanden und äußerten Kritik an den elektronischen Wahlmaschinen (siehe Posting). Insgesamt könnte Senator John Kerry auch daran gescheitert sein, dass im Alltag für die Staatsbürger in den USA lediglich die Möglichkeiten, die Innenpolitik in den voneinander relativ unabhängigen Bundesstaaten mitzugestalten, interessant sind, während die Außenpolitik ebenso wie die Präsidentschaftswahlen in hohem Ausmaß an ihnen vorbeigeht. Ein sehr guten Beitrag zur Gestaltung der US-Verwaltung findet sich auf dem informativen Weblog USA erklärt von Scot W. Stevenson.

Senator John Kerry wurde im Wahlkampf gegen G.W.B. immer wieder wechselhafte Stellungnahmen vorgeworfen. Immer wieder wurde ihm vorgehalten, er wäre ja anfänglich auch dem Irak-Krieg zugestimmt. Dabei muss man aber bedenken, dass, wenn militärische Lösungen erwogen werden, immer verschiedene Ansätze im Gespräch sind. Eine Möglichkeit wäre gewesen, nach der Entmachtung von Saddam Hussein mit verbliebenen Strukturen der Baath-Partei weiterzuarbeiten, um dem Land so schnell wie möglich Sicherheit und Ordnung zu geben. Niemand kann außerdem leugnen, dass während und nach dem Irakkrieg schwere Fehler gemacht wurden.

Obwohl ich persönlich die Meinung vertrete, dass Kriegserklärungen überhaupt vermieden werden sollten, da niemand alle Eventualitäten und Risiken vorhersehen kann, war die damalige Entscheidung von Senator John Kerry, ebenfalls für den Krieg zu stimmen, nicht ganz unverständlich, da die Bevölkerung des Irak durch die UNO-Sanktionen sehr litt und Saddam Hussein ein ebenso grausamer und unberechenbarer Despot war.

Manche bezweifelten sogar seine Aufrichtigkeit als Friedensaktivist nach den Vietnamkriegen. Zugegeben, er überlegte zunächst sorgfältig, ob sich ein Auftreten gegen den Vietnamkrieg mit einer Karriere vereinbaren ließ. Er warf niemals seine eigenen Medaillen über den Zaun und übernachtete auch nicht im Freien bei anderen Demonstranten, sondern ließ es sich gut gehen.

Wenn auch zu spät, um 2004 die Präsidentschaftswahlen in den USA zu gewinnen, konnte Senator John Kerry doch beweisen, dass bei der Swift Boat Affäre, in der eine Gruppe von Kriegsveteranen seinen ehrenhaften Einsatz im Vietnamkrieg in Frage gestellt hatte, Bestechung mit im Spiel war.

Obwohl sich John Kerry mit der undankbaren Rolle des Verlierers abfinden musste, bemühte er sich weiterhin ein und setzte zahlreiche Initiativen. Bärenfreunde können sich darüber freuen, dass er sich bemüht, Eisbären auf die Liste der bedrohten Tiere zu setzen (5.3.2007, Vorschlag, Eisbären als bedrohte Art einzustufen). Immer wieder protestierte er so gut wie möglich gegen Folter und Menschenrechtsverletzungen. Manchmal, wenn ich auf entlegenen Websites surfte, fand ich seinen Namen und die Bestätigung dafür, dass er auch nach seiner Niederlage bei den Wahlen um verbesserte Beziehungen zu anderen Ländern bemüht war.

Wie alle anderen westlichen Politiker zeigt Senator John Kerry natürlich auch Interesse daran, dass der Iran die umstrittene Urananreicherung einstellt. Aber wie sehr seine Einstellung dem Iran gegenüber von der der Bush-Regierung abweicht, zeigt seine Rede beim CFR (8.12.2005, Real Security in a Post-9/11 World) ebenso wie ein langer Eintrag einer Co-Autorin auf seinem Weblog (28,2.2007, Dialog mit dem Iran, Violet Bliss Dietz).
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Obwohl er im Prinzip um gute Umgangsformen bemüht war, entschlüpfte ihm letztendlich eine deftige Bemerkung, mit der er bei den patriotische gesinnten Amerikanern ordentlich ins Fettnäpfchen trat:

Studiert hart und bildet euch – dann wird es gut für euch laufen. Tut ihr das nicht, sitzt ihr irgendwann im Irak fest.

Dieser Eklat führte dazu, dass Senator John Kerry am 24.1.2007 bekanntgab, dass er für die Präsidentschaftswahlen 2008 nicht mehr kandidieren wird.

Das ist insgesamt sehr schade. Gerade dadurch, dass er insgesamt eher überlegt und pragmatisch als impulsiv und fanatisch versuchte, seine Standpunkte zu vertreten, erreichte er insgesamt sehr viel und machte insgesamt als fleißiger und tüchtiger Politiker und Staatsanwalt Karriere.

Mit ihm geht ein sehr, sehr guter Mann, einer, der sicher unbequem war, kein Ja-Sager und Schönredner, sondern jemand, der auch dann ehrliche Worte sagte, wenn momentan der Beifall dafür ausblieb. In den deutschen Medien hört man wenig davon, dass er sowohl zum Thema Terrorismus als über Lösungsstrategien bezugnehmend auf Alternativenergien und Klimaschutz sehr interessante Veröffentlichungen verfasst hat. Da Senator John Kerry auch mit der Aufdeckung der Iran-Contra-Affäre befasst und insgesamt sehr umsichtig war, geht er weniger vom Problembereich Islam aus, sondern er sieht auch, dass zusätzlich kriminelle Organisationen aus verschiedenen Bereichen und Ländern gefährlich werden könnten bzw. dass Selbstkritik nicht schlecht ist. Anstatt, was die drohende Klimaerwärmung betrifft, Angst zu machen, bemüht er sich mit seiner Frau Theresa Heinz Kerry darum, gute Ansätze zu sammeln und Wege zu finden, um Energie zu sparen.

Gesetzt den Fall, dass der Westen, dass die USA die „Weltherrschaft“ anstreben, dann sollte dies im Sinn von „global governance“ geschehen, um nach möglichst guten Lösungen zu suchen und nicht durch brutalen Militarismus. Der Westen benötigt positive Leitbilder, Ideale und gute Ideen, um die Menschen zu begeistern, und keine Armeen, um sich gegen den Islam zu schützen. Senator John Kerry wäre bestimmt nach wie vor ein Mann, auf den man hören soll.

Auf folgendem Bild hält Senator John Kerry einen Welpen auf seinem Schoß. Wie klein er doch ist! Dieses Bild erinnert an den Anti-Kriegsfilm „Apokalypse Now“ von Frank Coppola, in dem ebenfalls ganz kurz ein kleiner Hund zu sehen ist. All´jene, die immer noch glauben, dass Krieg die schnellste und einfachste Methode sein könnte, um Konflikte zu lösen, sollten sich diesen Film über den Vietnamkrieg beschaffen und ansehen.

Homepage: John Kerry, Weblog

Bücher:

Bilder: John Kerry, Theresa Heinz Kerry, This moment of earth, John Kerry mit einem Welpen

Zionismus

März 28, 2007 um 7:18 pm | Veröffentlicht in Anachronismen, Democrats, Middle East, Publikationen, Skandale, Without Clash, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Manchmal recherchierte ich nicht direkt, sondern surfte ganz einfach und ließ mich dabei im Internet treiben. Dabei bemühte ich mich, von keinem durch Vorurteile bereits fixiertem Standpunkt auszugehen, sondern sah mir auch manchmal Seiten an, deren Inhalt meinem bisheriges Weltbild widersprach.

So stieß ich eines Tages ganz nebenbei auf die Veröffentlichungen von Lenni Brenner.

Lenni Brenner: Lebenslauf Wiki
Lenni Brenner: Bücher
Lenni Brenner: Zionism in the Age of Dictators
Lenni Brenner: The Iron Wall

Ebenfalls als sehr massiver Kritiker des Staates Israel gilt Israel Shahak:

Israel Shahak

Oberflächliche Leser verwechseln Israel Shahak entweder gerne entweder mit Yitzhak Shamir, dem Premier-Minister von Israel von 1983 bis 1984 und nochmals von 1986 bis 1992 oder mit Israel Shamir, der die optimistische Meinung vertritt, Israel könnte als Demokratie nach dem Prinzip „One Man – One Vote“ funktionieren.

Wer Zusatzinformationen zu diesem Spezialthema sucht, kann auch in einem älteren Buch des bekannten Bruno Brehm, Am Rande des Abgrunds, Leopold Stocker Verlag, 1950 im Kapitel „Folke Bernadotte“ S 612 ff nachlesen, dass es bei der Gründung Israls nicht unbedingt sanft zuging.

Sehr gute und detaillierte Informationen über den Zionismus bietet die Homepage von Hagalil:

Hagalil.com: Zionismus

Mir fehlen die Worte, um einen derartigen Skandal zu kommentieren und auch die Lust, an dieser Stelle Bilder einzufügen. Die meisten Details über die Entstehung des Staates Israel in den oben aufgeführten Veröffentlichungen sind bei uns zur Gänze unbekannt. So erinnere ich nur kurz an das bekannte Zitat aus „Hamlet“ von Shakespeare: „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als eure Schulweisheit sich träumt.

Dies bringt mich zurück nach Persien. In einem Weblog der WAMS las ich vor einigen Monaten, dass die Wissenschafterin Hildegard Hammerschmidt Hummel behauptet, neue Details über das Privatleben des Dichters Shakespeare herausgefunden zu haben. Sie glaubt, im Bild des Malers Gheeraert ’ ‘Persian Lady’ das Vorbild für ihres Shakespeares große Liebe “Dark Lady” -gekleidet nach der damals üblichen “Persienmode” – gefunden zu haben. Die Dame hieß ihrer Meinung nach Elizabeth Wriothesley, geb. Vernon, Gräfin von Southampton:

The restles swallow fits my restles minde,
In still revivinge still renewing wronges;
her Just complaintes of cruelty unkinde,
are all the Musique, that my life prolonges.
With pensive thoughtes my weepinge Stagg I crowne
whose Melancholy teares my cares Expresse;
hes Teares in sylence, and my sighes unknowne
are all the physicke that my harmes redresse.
My onely hope was in this goodly tree,
which I did plant in love bringe up in care;
but all in vaine, for now to[o] late I see
the shales be mine, the kernels others are.
My Musique may be plaintes,
my physique teares If this be
all the fruite my love tree beares.(Sonett)

Der persische Dichter Rumi, Dschalal ud-Din schrieb einmal eine Prosasammlung „Fihi ma fihi“ – über das Sein und nicht Sein. Man sieht, gute Dichter sind immer aktuell, denn inzwischen hat sich das militärische Aufgebot der USA an der Grenze zum Iran verstärkt, ein Angriff scheint kurz bevorzustehen (MOSCOW, March 27 (RIA Novosti), GlobalResearch.ca).

Wirtschaftssanktionen

März 18, 2007 um 6:46 pm | Veröffentlicht in Democrats, Gesellschaft, Middle East, Publikationen, Skandale, Vom Klima, Waffen, Wirtschaft, World War IV | Hinterlasse einen Kommentar

Prof. Chossudovsky, ein Wirtschaftsexperte aus Kanada, besticht durch sein Fachwissen in verschiedenen Bereichen und beschreibt sehr detailliert, wieweit wirtschaftliche Interessen und Kriege in den USA miteinander verknüpft sind. Er schrieb etliche Bücher, die bereits in zwanzig Sprachen übersetzt wurden, hält Vorträge in vielen Ländern und dürfte einer der ganz wenigen sein, die zur Zeit in der Lage sind, über das Ausmaß der US-Pläne und die Vorgangsweise der Bush-Regierung verlässlich und ausführlich Auskunft zu geben.

Sollte jemand seine Aussagen anzweifeln, dann nehme sich der Betreffende am besten mehrere Tage Zeit, um die Homepage von Prof. Chossudovsky, globalresearch.ca, anzusehen und um dort in den umfangreichen Archiven zu stöbern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass derjenige, der stichprobenartig den vielfach vorhandenen angegebenen Quellenangaben nachgeht, zur Gegenrecherche in den Tagesnachrichten, in zugänglichen Unterlagen und Büchern zum Thema Middle East nach Querverbindungen und Hinweisen sucht, noch Zweifel daran hat, dass die Außenpolitik der Bush-Regierung grundsätzlich gefährlich aggressiv ist.

In diesem Posting möchte ich nur auf ein Detail aus seinen umfangreichen Veröffentlichungen verweisen, und zwar auf seine Beobachtungen über die Wirtschaftsbeziehung zwischen Vietnam, den USA und dem IWF und anderen Organisationen.

In den Medien wurde nicht viel darüber berichtet, wie sich der Staat Vietnam nach dem Rückzug der Amerikaner nach dem Vietnamkrieg wirtschaftlich weiterentwickelte. Nach der offiziellen Darstellung gaben die Vereinigten Staaten schließlich ihren Widerstand gegen die Vergabe von Darlehen und Hilfsleistungen für den Wiederaufbau Vietnams von Seiten des Internationalen Währungsfonds und der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) im Juli 1993 auf. Vietnams Streben nach schnellem Wachstum wurde teilweise durch das rapide Wachstum Chinas und durch die Bedrohung der vietnamesischen Sicherheit forciert. Die Vereinigten Staaten hoben 1994 ihr über Vietnam verhängtes Handelsembargo auf und errichteten im August 1995 ein diplomatisches US-Büro in Hanoi.

Um welchen Preis? Die Darstellung von Prof. Chossudovsky „Who won the Vietnam war“ beschreibt, wie nach dem Krieg Vietnam von der Weltbank wirtschaftlich Schritt für Schritt massiv unter Druck gesetzt wurde (Jul./Aug. 1995, Peace Magazine.org).

Dieser Bericht weist auf sehr interessante Perspektiven im wirtschaftlichen Bereich hin. Er zeigt auf, dass der IWF, der internationale Währungsfond über sehr viel Macht verfügt, um einem anderen Land den Willen der Weltmacht USA aufzuzwingen.

Seit Prof. Chossudovsky begann, sich für die Politik der USA zu interessieren, sind viele Jahre vergangen. Inzwischen wurde Paul Wolfowitz, der frühere stellvertretende Verteidigungsminister der USA in der ersten Regierungsperiode von G.W.B., Chef der Weltbank, sodass sogar zusätzlich noch eine Machterweiterung im wirtschaftlichen Bereich vorhanden ist. Die Möglichkeit, über Wirtschaftssanktionen Druck zu machen, beschränkt sich also keinesfalls auf harmloses „Appeasement“, sondern sozusagen auf eine ökonomische Kandare.

Bilder: Global brutal. Der entfesselte Welthandel, die Armut, der Krieg, Paul Wolfowitz

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